Die besten Muskateller Österreichs 2018

Die besten Muskateller Österreichs 2018

Die besten Muskateller Österreichs 2018

Vinaria organisierte wieder die größte Muskateller-Verkostung Österreichs, diesmal Jahrgnag 2018. An der Spitze zwei Niederösterreicher: Harald Ernst vor Niki Windisch. Richard Walzer ist Best-Buy-Sieger. Die Weine haben durch die Bank viel Potenzial.

Für Muskateller & Co. hatte der Jahrgang 2018 einige Herausforderungen parat. Anhaltende Hitze und frühe Reife drohten dem aromatischen Freudenbringer sein sommerliches Feeling streitig zu machen. Für die vielen Muskateller-Freunde hocherfreulich, gibt es dennoch zahlreiche ansprechende Sommerweine wie auch etliche seriöse Vertreter mit Tiefgang.

Heißgeliebter sommerlicher Durstlöscher und unverzichtbarer Bestandteil jeder Aperitifkarte: Verantwortlich dafür sind die vielen heimischen Weinliebhaber, die dieser Kombination aus leichtfüßig, aromatisch, pikant und knackig total verfallen sind. Nach einem fulminanten Aufstieg von weniger als 150 Hektar in ganz Österreich im Jahr 1999 könnte mittlerweile die Schallmauer von 1000 Hektar Rebfläche durchbrochen sein.

Der aktuelle Jahrgang 2018 war ein extrem heißes Jahr, in dem die Produzenten viele richtige Entscheidungen treffen mussten, um zum Ziel zu kommen. Ganz allgemein treten beim Muskateller die unterschiedlichen Aromaströmungen ziemlich prägnant hervor. Relativ häufig begegnet man etwa leichtgewichtigen, eher substanzarmen Varianten, die im unteren Drittel der Reifeskala liegen und häufig an grüne Trauben, Zitrus und Zitrusschalen sowie frische Wiesenkräuter und -blüten erinnern.

Bei entsprechend höherer physiologischer Reife verändern sich die Aromen des Muskatellers meist deutlich. Soferne vorhanden, gehen die Zitrusaromen oft in die Mandarinen-, teils Orangenrichtung, daneben gibt es reife gelbtraubige sowie generell gelbfruchtige Aspekte, oft ergänzt mit exotischen Noten. Diese Vertreter wirken saftiger und runder, dafür weniger rassig.

Bei mittelgewichtigen und kräftigen Vertretern stellen sich teils dunkle Frucht- und Gewürzaromen ein, die immer wieder auch ins Traminerhafte gehen können. Letzteres fanden wir im Jahrgang 2018 relativ häufig. Zusätzlich wird der aromatische Eindruck auch mehr oder weniger stark von Vinifizierungspraktiken (z. B. Maischegärung), diversen Reaktionen bei der Weinwerdung (z. B. malolaktische Gärung) bzw. auch vom Ausbau (z. B. Holzfass) bestimmt. Wesentlich seltener als noch vor einigen Jahren findet man zum Glück aromatisch mithilfe von Aromahefen zusätzlich aufgepimpte Sortenvertreter.

194 Weine wurden zur großen Vinaria Sortenverkostung, der größten Österreichs, eingereicht. Davon war die Mehrzahl als sommerliche Spaßbringer angelegt. Wenig überraschend wiesen die gelungensten Vertreter dieser Kategorie meist 12 Volumprozent Alkohol auf – also gut ein halbes Prozent mehr als in kühleren Jahren.

Ebenso wenig überraschend konnte hier das Weingut Schwarzböck aus Hagenbrunn (Weinviertel) mit dem wie immer sehr saftigen und fruchtbetonten Vertreter reüssieren. In der Kategorie leicht und ganz trocken taten sich drei Muskateller besonders hervor: der leichtfüßige und beschwingte Vertreter vom Kollerhof in Eichberg-Trautenburg und der Classic vom steirischen Kollegen Dreisiebner Stammhaus sowie der Lagenwein vom Spiegel vom Weingut Wutzl aus Gobelsburg im Kamptal. Mit Andreas Ott setzte sich auch ein zweiter Hagenbrunner in Szene, dazu das weststeirische Weingut Weber, Richard Walzer aus Gneixendorf bei Krems und die Domäne Wachau.

Bei einigen Weingütern, die zwei oder mehr Weine eingereicht haben, hatten wir zum Verkostungszeitpunkt eine mehr oder weniger deutliche Präferenz für den Einstiegswein. Bei etlichen Weinen darf man aber annehmen, dass sie mit Flaschenlagerzeit deutlich zulegen.
Das Spitzenfeld teilten sich heuer durchwegs mittelgewichtige bis kräftige Vertreter, von denen etliche auch eine spezielle Stilistik aufwiesen.

Exaequo an der Spitze lagen zwei grundverschiedene Vertreter, beide aus Niederösterreich:
Während Niki Windischs komplexer, cremig-saftiger Privat Satzen aus dem Holzfass bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Topplatzierungen erreichte, stellte der pikante, pointierte und feinschmelzige klassische Muskateller von Harald Ernst aus Großwiesendorf eine tolle Überraschung dar. Den dritten Rang erreichte Gustav Schneeberger vom Weingut Schmölzer im Sausal (Südsteiermark) mit seinem exzellenten, eleganten wie tiefen Privat.

Ebenso alte Bekannte in Sachen Muskateller sind die knapp dahinter gereihten Weingüter Steininger aus Langenlois sowie FJ Gritsch aus Spitz. Viel Freude bereiteten auch der puristische Muskateller von Adam-Lieleg, der Sommerfeeling verströmt, sowie zwei weitere Lagenweine aus der Steiermark: Guntschenberg vom weststeirischen Peiserhof sowie Grassnitzberg vom südsteirischen Weingut Primus.

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Toplist Muskateller 2018 (Auszug)

16,8 Weingut Ernst | Gelber Muskateller
16,8 Niki Windisch | Gelber Muskateller Ried Satzen
16,6 Weingut Schmölzer | Gelber Muskateller Privat
16,5 Weingut Steininger | Muskateller
16,4 FJ Gritsch | Muskateller Hartberg Federspiel
16,3 Weingut Adam-Lieleg | Muskateller
16,3 Weingut Peiserhof | Gelber Muskateller Guntschenberg
16,1 Weingut Primus | Gelber Muskateller Ried Grassnitzberg
16,1 Weingut Schwarzböck | Gelber Muskateller
16,0 Kollerhof am Eichberg | Gelber Muskateller
16,0 Andreas Ott | Gelber Muskateller
16,0 Richard Walzer | Gelber Muskateller Krems
16,0 Weingut Weber vulgo Hacker | Gelber Muskateller Klassik
15,9 Domäne Wachau | Gelber Muskateller Terrassen
15,9 Weingut Schmölzer | Gelber Muskateller Ried Gaisriegl
15,9 Weingut Wutzl | Gelber Muskateller Ried Spiegel


Best Buy Toplist Muskateller 2018 bis 7,50 Euro (Auszug)

16,0 Richard Walzer | 2018 Gelber Muskateller Krems € 7,50
16,0 Weingut Weber vulgo Hacker | 2018 Gelber Muskateller Klassik € 7,–
15,7 Bernhard Holzer | 2018 Gelber Muskateller € 6,50
15,5 Weingut Neunteufl | 2018 Muskateller Ried Altenberg € 7,20
15,5 Winzer Krems | 2018 Kellermeister Privat Gelber Muskateller € 7,–
15,5 Christian und Johann Zweytick | 2018 Gelber Muskateller € 7,50
15,4 Weinbau Willi Eminger | 2018 Gelber Muskateller € 6,30
15,4 Christian Rainprecht | 2018 Gelber Muskateller € 7,20
15,3 Weingut Baier | 2018 Gelber Muskateller Selection € 6,20
15,3 Weinhof Gindl | 2018 Muskat (GM, MO) € 6,30
15,2 Leo Jahner | 2018 Gelber Muskateller Alte Reben € 7,50
15,2 Tauchner | 2018 Gelber Muskateller € 7,–
15,2 Weingut Winkler | 2018 Gelber Muskateller Selektion € 6,80


Peter Schleimer

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