Die Sauvignon Blanc Weltmeister-Party

Die Sauvignon Blanc Weltmeister-Party

Die Sauvignon Blanc Weltmeister-Party

Ende Februar ging im Haas-Haus in Wien eine Weltmeisterfeier der besonderen Art über die Bühne. Die drei steirischen Weinmacher Mario Weber vom Weingut Kodolitsch, Reinhard Muster und „Mr. Sauvignon“ Walter Skoff präsentierten ihre Weltmeister-Sauvignons und zwei weitere Jahrgänge gleicher Herkunft.

Die drei Herren wohnen und wirken in der Südsteiermark, sie haben eine nachgewiesene Leidenschaft für den Rebensaft, und sie tragen einen ehrfurchtgebietenden Titel: Weltmeister im Concour Mondial du Sauvignon Blanc. Dabei handelt es sich um einen wichtigen und international anerkannten Weinpreis, wie auch der Weinbaudirektor der Steiermark, Werner Luttenberger, betonte. Gastgeber der Finalverkostung war letztes Jahr die Steiermark, heuer wird es Friaul (Italien) sein.

Dreimal hintereinander ging diese Auszeichnung in die Südsteiermark: 2016 an Reinhard Muster für seinen 2013er „Grubthal“, 2017 wurde der 2015er „Kranachberg“ von Skoff Original geadelt, zuletzt der 2015er „Rosengarten Reserve“ vom Weingut Kodolitsch. Der junge Reinhard Muster war der erste Österreicher überhaupt, der diesen Preis in die Alpenrepublik holte.

Werner Luttenberger unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung des Sauvignon Blanc für die Grüne Mark. Diese Varietät habe sich zum Weinbotschafter entwickelt und als Leitsorte den Welschriesling abgelöst, zumindest was die Wertschöpfung angeht.
Die drei Winzer präsentierten auf lockere, humorvolle Art je drei Jahrgänge ihrer Weltmeisterweine. Sie umrissen die Herkunft, erläuterten ihre Intentionen hinter den Weinen und skizzierten deren Perspektiven.

Der junge und engagierte Kellermeister Mario Weber (28) vom Weingut Kodolitsch strich die besondere Eignung der steilen Riede Rosengarten am Seggauberg mit sandigem Muschelkalk heraus. Hier stehen alte Reben, das Mikroklima fördert Reife und Aromatik gleichermaßen. Kranachberg ist eine südexponierte, sandhaltige, praktisch kalkfreie Schotterlage, die Weine mit steiniger Anmutung bringt.

Grubthal ist das Aushängeschild der Familie Muster. Sie soll nicht mit dem phonetisch identischen Ortsteil Grubtal in Gamlitz verwechselt werden, wo die Familie Muster zu Hause ist. Grubthal ist ein Kessel mit tiefgründigem Sandboden und einem hohen Anteil an Muschelkalk.

Ganz persönlich Walter Skoff und seine Partnerin, die Sopranistin Eva Liebau, lüfteten bei der Weltmeisterparty auch ein süßes Geheimnis. Die beiden erwarten ihr gemeinsames drittes Kind Ende Juni, ihr erstes Mädchen. Und Mario Weber erklärte das ominöse Kürzel T.M.S., das dem Namen seines Weltmeisterweins am Etikett hinzugefügt ist: „Trink ma söba“ (T.M.S.) hatte seine Chefin Christa Kodolitsch spontan kreiert.

Mit Witz und Humor moderiert wurde die Weltmeisterparty samt Verkostung von Rainer Pariasek. Starkoch Johann Lafer, gebürtiger Steirer, betonte die zunehmende Akzeptanz des steirischen Weins in der internationalen Spitzengastronomie, was ihn mit Stolz erfülle. Nadja Bernhard, ORF-Moderatorin mit steirischen Wurzeln, bot Reinhard Muster sprachliche Unterstützung auf dem internationalen Weinmarkt an, wenn er ihr im Gegenzug das Spiel mit der Steirischen Harmonika beibringe. Stolz dabei auch Neo-Winzer & Topmanager Sigfried Wolf, der in Gamlitz mittlerweile 30 Hektar Weinberge besitzt und seine Weine von Weltmeister Reinhard Muster machen lässt.

VERKOSTUNG


Serie der jungen Weine
2017 Rosengarten Reserve (Kodolitsch): Auf eine elegante Art klassisch angehaucht, fein; sanft, moderate Säure, animierende Frucht, feine Würze, vielversprechende Anlagen.
2017 Kranachberg (Skoff Original): Pointierter Sortenduft, Paprika, Stachelbeeren, knackig-frische Passionsfrucht; aromatisches Da capo, straff, wird hinten steinig.
2016 Grubthal (Muster.Gamlitz): Feines Holz, samtig, Tropenfrüchte à la Grapefruit; tolle Frucht, Tiefgang, lang, Grapefruit im Abgang, salziges Finale.

Serie der Weltmeisterweine
2015 Rosengarten Reserve (Kodolitsch): Betörende Frucht, lebhaft, viele Facetten; pikant, kraftvoll, Frucht und feine Kräuterwürze, angenehme Säure, lang.
2015 Kranachberg (Skoff Original): Deutlich moderater als sein jüngerer Bruder, geradlinig, frische Frucht, Maracuja, glockenklar; Paprika und Passionsfrucht, viel Sortenanimo, wirkt noch immer sehr jung.
2013 Grubthal (Muster.Gamlitz): Noch immer merklich Holz, Schmelz, tiefe Frucht, dicht; kommt am Gaumen höchst präzise, elegantes Säurespiel, viel Frucht, Holz moderater als im Duft, lang und saftig. „Es liegt noch etwas davon auf Lager“, so Reinhard Muster.

Serie reiferer Jahrgänge
2013 Rosengarten Reserve (Kodolitsch): Paprika, Cassislaub, Stachelbeeren, rote und weiße Johannisbeeren; lebendig, entwickelt Zug, viel Frucht, zarte Kräuterwürze.
2012 Kranachberg (Skoff Original): Reife Früchte, traubig, Stachelbeeren, Ribisel, Hauch von rotem Paprika; frisch und jung, bisschen Gerbstoff, gibt Struktur, Frucht zieht sich bis in den Abgang hinein und klingt lange nach, steiniges Finish.
2007 Grubthal (Muster.Gamlitz): Tief, holzbetont, samtig; betörender Fruchtschmelz, noch immer merklich Holz, das mit Luft in den Hintergrund tritt, lang, stoffig, toller und nahezu zeitloser Wein aus einem herausfordernden Jahr.

https://skofforiginal.com
http://kodolitsch.at
www.muster-gamlitz.at

Wolfgang Wachter
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