Die besten Sauvignon Blanc aus Österreich

Die besten Sauvignon Blanc aus Österreich

Die besten Sauvignon Blanc aus Österreich


Nie zuvor haben die Steirer die große Vinaria Sortenverkostung für Sauvignon Blanc so dominiert wie diesmal. Das heißt aber nicht, dass aus dem Rest von Österreich keine sehr guten Weine eingereicht wurden – ganz im Gegenteil. Es ging um Sauvignon Blanc aus den Jahren 2017 und 2016, ferner um Reserven und länger ausgebaute Weine aus 2015 und sonstige Nachzügler. Diese Jahrgänge gelten allgemein als gut bis sehr gut. Naturgemäß stellten die Jüngsten (2017) die größte Gruppe dar.

Meteorologie extrem - Für das Verständnis der Weine ist die Kenntnis der Witterung, zumindest in groben Zügen, unerlässlich. Die Jahrgänge 2017 und 2016 waren in ihrer Art jedenfalls außergewöhnlich. 2017 wird als Jahr der extremen Temperaturwechsel in die Annalen eingehen.

Ungeachtet der Wetterkapriolen war die Qualität der Trauben doch sehr gut, was in Verbindung mit penibler Kellerarbeit zu außergewöhnlichen Weinen führte. Man kann ohne Weiteres von einem kraftvollen Weißweinjahrgang sprechen. Die Aromatik war ausgeprägt dank der markanten herbstlichen Temperatur-Unterschiede zwischen Tag und Nacht, die Frucht klar und präsent.

Insbesondere 2016 wird den Winzern als Jahr der Extreme vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben, vor allem in der Steiermark. Ende April 2016 wurde die Alpenrepublik von einem Spätfrost besonders hart getroffen. Der Qualität hat der Kälteeinbruch keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil: Die Rebstöcke hatten viel weniger Trauben als üblich mit Nährstoffen zu versorgen. Was über die Wurzeln aufgenommen wurde, kam vergleichsweise wenigen Früchten zugute. 2016 brachte trinkanimierende und aromatische Sauvignons in allen österreichischen Weinbaugebieten.

2015 war ein echtes Hitzejahr. Der Sommer brachte neue Rekorde bezüglich Temperatur, Trockenheit und Sonnenscheindauer. Das Wetter während der Lese war gut, die Gradationen waren vergleichsweise hoch, die Säure moderat, die Aromatik fruchtig und sortenaffin. 2015 gilt als sehr guter Jahrgang.

Niveau - 2017 gehört zu den außergewöhnlich guten Jahrgängen. Trotzdem waren die Koster positiv überrascht vom Niveau der eingereichten Proben. Es gab keinen einzigen richtigen Durchhänger. Es liegt in der Natur der Sache, dass die eingereichten 2017er kaum oder gar kein Holz gesehen haben. Auch bei den Lagenweinen und Reserven aus den älteren Jahrgängen wurde es überwiegend mit viel Fingerspitzengefühl eingesetzt, mitunter war es nur zu erahnen und gab den Weinen zusätzliche Facetten und Struktur.

Auf den ersten Blick mag es ein wenig überraschen, dass in der Topliste vergleichsweise viele Steirer aus dem durch Spätfrost empfindlich getroffenen Jahr 2016 zu finden sind. Einige Weine aus 2017 haben sehr hohe Punkte geschafft, obwohl es sich dabei überwiegend um die einfacheren Qualitäten handelt. Auch das spricht für das Potenzial des Jahrgangs.

Steirische Meisterschaften - Die Spitzengruppe zeichnet sich durch Feingliedrigkeit und sehr moderaten Holzeinsatz aus, nur der Ried Preguckenberg vom Weinhof Gollenz zeigte akzentuierte Eichenaromen. Dieser Lagenwein aus 2015 hat ausgesprochen positiv überrascht. Den Namen des aufstrebenden Weinbauern Alois Gollenz sollte man sich merken. Lebhaft sind die Weine alle. Die Private Reserve des jungen Winzers Reinhard Muster aus Gamlitz geht mit Luft zusehends auf, das neue Holz fügt sich in harmonischer Weise in das edle Duft- und Geschmacksbild dieses 2015ers ein; letztes Jahr hat er mit dem „normalen“ Ried Grubthal aus dem gleichen Jahr unsere Verkostung gewonnen.

Wolfgang Maitz aus Ratsch hat es diesmal mit seinem Sauvignon von der Großen STK-Lage Hochstermetzberg, Jahrgang 2016, ganz an die Spitze geschafft. Dieser Wein vereint Leben, Frucht, Feinheit und elegante Struktur in sich, dabei ist er offen und freundlich. Auch der um ein Jahr jüngere Schusterberg hat sehr gut abgeschnitten, selbst der etwas einfachere Ortswein Ehrenhausen wusste zu überzeugen.

Das Weingut Wohlmuth aus dem südsteirischen Fresing hat mit dem 2016er Ried Hochsteinriegl seine aufsteigende Form, die wir seit einigen Jahren beobachten, eindrücklich bestätigt. Auch der gleich alte Ried Edelschuh ist in der Spitzengruppe gelandet. Mit dem Sauvignon Blanc Ried Welles, ebenfalls Jahrgang 2016, hat Katharina Tinnacher den Beweis geliefert, dass dieser Weingarten zu Recht den Status einer Großen STK-Lage besitzt. Der Wein ist vom kargen Boden geprägt – ein Gemisch aus Steinen, Sand und Schotterkonglomerat – und in seiner Art fast als kompromisslos zu bezeichnen.

Walter Skoff konnte mit den Sauvignons Ried Obegg und Stoan, beide aus 2015, überzeugen. Letzterer ist insofern besonders, als er in einem Granitfass ausgebaut wurde. Ein wenig polarisiert hat der Royal wegen der betonten Holznoten.

Armin Tement hat den vergleichsweise einfachen Ortswein Ehrenhausen Muschelkalk, Ausgabe 2015, ins Rennen geschickt und damit beachtliche 16,8 Punkte erreicht. Exakt gleich gut bewertet wurde der Kranachberg vom Weingut Sattlerhof, Große STK-Lage, Jahrgang 2015. Dass diese Riede top ist, bewies auch Hannes Sabathi, allerdings ist sein Wein um ein Jahr jünger.

Einer der beiden Nicht-Steirer im Spitzenfeld ist der 2017er Hartberg Smaragd von FJ Gritsch, ein ungemein druckvoller, barocker Wein, in seiner Art eine absolute Ausnahmeerscheinung. In die Phalanx der Steirer einbrechen konnte auch der 2016 Sauvignon Blanc Ursprung von Winkler aus Lengenfeld bei Krems, ein exotisch-fruchtiger Wein mit feinem Holzeinsatz.

Frauwallners 2016 Ried Buch mit 16,7 Punkten zeigte sich wiederum als eine Art sichere Bank bei den Sauvignons made in Austria; auch der jüngere Bruder von der Ried Stradner Rosenberg hat sich wacker geschlagen. Die gleiche Punktezahl wie der Ried Buch haben folgende Weine erreicht: 2015 Kranachberg Reserve von Peter Skoff, der 2016er Auron von Josef Scharl, aus dem gleichen Jahrgang der Steinkogl vom Kollerhof am Eichberg sowie der 2015er Ried Nussberg vom Weingut Gross, eine Große STK-Lage. Die jüngere Version war ebenfalls am Start und erzielte 16,3 Punkte.

Mit dem 2016 Ried Hochgrassnitzberg GSTK und der Therese aus dem aktuellen Jahrgang schickte Christoph Polz zwei Weine von völlig konträren Böden ins Rennen – extrem kalkig der eine und mit 16,7 Punkten bewertet, von Schiefer dominiert der andere, nur knapp darunter platziert. Mit dem 2016er von der Ried Kirchleiten zeigte ein weiterer STK-Winzer auf, nämlich Winkler-Hermaden. Ausgesprochen gut gereift ist der 2012er Sauvignon Blanc Ried Greisdorf Reserve von Stefan Langmann aus der Weststeiermark.

Sehr gut abgeschnitten hat wieder das Weingut Tschermonegg mit dem Sauvignon Blanc Ried Lubekogel, Jahrgang 2016.. Gut geschlagen hat sich auch der feingliedrige, elegante Gebietswein Sauvignon Blanc Südsteiermark aus dem
aktuellen Jahrgang; er kratzte an der 16-Punkte-Marke.

Jetzt in der neuen Vinaria - Die gesamte Verkostungs-Reportage mit allen Weinbewertungen und -beschreibungen und den Winzer-Interviews finden Sie in der aktuellen Ausgabe Vinaria 5/2018. Bestellen Sie Vinaria jetzt einfach & bequem zum Erscheinungstermin nach Hause. Das 1-Jahresabo Vinaria inkl. Prämie für Neuabonnenten ist ab € 39,- (EU-Ausland € 55,-) erhältlich. Jetzt im Vinaria Abo-Shop bestellen!

Toplist Sauvignon Blanc (Auszug)


17,5 Wolfgang Maitz | 2016 Ried Hochstermetzberg GSTK
17,3 Muster.gamlitz | 2015 Grubthal Private Reserve
17,1 Gollenz | 2015 Ried Preguckenberg
17,0 Wohlmuth | 2016 Ried Hochsteinriegl
16,9 Lackner Tinnacher | 2016 Ried Welles
16,9 Skoff Original | 2015 Ried Obegg
16,8 Skoff Original | 2015 Stoan
16,8 Wolfgang Maitz | 2017 Ried Schusterberg 1STK
16,8 Tschermonegg | 2016 Lubekogel
16,8 Tement | 2015 Ehrenhausen Muschelkalk
16,8 Sattlerhof | 2015 Kranachberg GSTK
16,8 Hannes Sabathi | 2016 Ried Kranachberg
16,8 FJ Gritsch | 2017 Hartberg Smaragd
16,7 Peter Skoff Domäne Kranachberg | 2015 Kranachberg Res.
16,7 Wohlmuth | 2016 Ried Edelschuh
16,7 Josef Scharl Charakterweine | 2016 Auron
16,7 Frauwallner | 2016 Ried Buch
16,7 Erich & Walter Polz | 2016 Ried Hochgrassnitzberg
16,7 Gross | 2015 Ried Nussberg GSTK
16,7 Kollerhof am Eichberg | 2016 Steinkogl

Best Buy Sauvignon Blanc bis € 12,00 (Auszug)


16,7 Weingut Kollerhof am Eichberg | 2016 Steinkogl € 11,50
16,6 Weingut Winkler | 2016 Sauvignon Blanc Ursprung € 10,80
16,5 Weingut List | 2017 Ried Grassnitzberg € 12,00
16,4 Weingut Taubenschuss | 2017 Ried Höbertsgrub € 9,30
16,2 Anton Eitzinger | 2017 Urgestein € 8,50
16,2 Weingut Studeny | 2016 Ried Sündlasberg € 9,50
16,2 Johannes Artner | 2017 Sauvignon Blanc € 10,00
16,1 Familienweingut Kolkmann | 2017 Ried Hammergraben € 7,90
16,1 Weingut Kollerhof am Eichberg | 2017 Steinkogl € 11,00
16,1 Weingut Felberjörgl | 2017 Ried Kreuzegg € 11,50


Wolfgang Wachter
Zurück