Wachau DAC: Spitzer Graben wird Ortslage

Wachau DAC: Spitzer Graben wird Ortslage

Wachau DAC: Spitzer Graben wird Ortslage


Hohe Wellen hat der Beitrag im Vinaria Newsletter der Vorwoche geschlagen, wonach die Weinbauregion Wachau nach langen Jahren des Widerstands nun doch DAC-Region werden wird. Zu ihren speziellen Bedingungen. Eine davon ist die neue Ortslage Spitzer Graben.

Wie berichtet, gliedert sich das Wachauer Herkunftssystem künftig nach der österreichischen Weinpyramide. An der Spitze die Riedenweine (früher: Lagenweine), das werden die meisten Wachauer Weine sein. Darunter die Ortsweine mit klaren, ortsgebundenen Herkunftsbezeichnungen, etwa Loiben, Spitz, Weißenkirchen, Rossatz. Und an der Basis die Regionsweine mit der Herkunftsbezeichnung Wachau. Gelten soll das alles – die gesetzlichen Formalismen vorausgesetzt – ab 2019.

Bei den Ortsweinen ergibt sich – neben der Sortenvielfalt – eine weitere Besonderheit. Der westliche, der kühlere Teil der Wachau, der Spitzer Graben, wird zur Ortslage erhoben. Diese umfasst dann die Rieden ab dem Setzberg bis zum Ende des Spitzer Grabens. Bezeichnungen wie etwa Viessling am Etikett sind weiterhin erlaubt. Bezeichnungen wie „Ortswein“ oder „Gebietswein“ am Etikett sind nicht verpflichtend und vom Regionalen Weinkomitee Wachau explizit nicht vorgesehen. Lediglich das Anführen der Buchstaben DAC hinter dem Begriff Wachau am Rückenetikett wird, wie berichtet, verpflichtend sein. Die DAC-Nennung am Hauptetikett vorne kann freiwillig erfolgen.

Dies trägt den besonderen klimatischen und Terroir-Verhältnissen Rechnung. Die durchaus beachtlichen Weinbauflächen in den Orten westlich von Spitz, die sich geografisch ins Waldviertel hinauf ziehen, weisen ein im Schnitt um 2-3 Grad kühleres Kilma auf als die östliche Wachau, die Weingärten reichen auf bis zu 500 Meter Seehöhe an die Waldgrenze und sind ganzjährig den kühlen Waldviertler Winden ausgesetzt. Auch nächtens im Sommer.

Dies bringt eigenständige Qualitäten hervor. Die Weine aus dem Spitzer Graben – beispielsweise aus Mühldorf oder Viessling oder dem Spitzer Ortsteil Gut am Steg – zeichnen sich durch Mineralik, Frische, feine Frucht-Säure-Struktur und besonders schönen Trinkfluss aus. Topwinzer aus dem Spitzer Graben oder mit nenneswerten Flächen im Spitzer Graben sind u.a. (Quelle: Vinaria Weinguide 2018/19, in alphabetischer Reihenfolge): Johann Donabaum, Sighart Donabaum, Franz-Josef Gritsch, Josef „Graben“ Gritsch, Roman Gritsch, Franz Hirtzberger, Josef Högl, Karl Lagler, Anton Nothnagl und Friedrich Rixinger.

Hier  finden Sie den Vinaria-Beitrag „Die Wachau wird DAC-Region“.
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