Chin. Neujahr: Mit Wein ins Jahr des Hundes

Chin. Neujahr: Mit Wein ins Jahr des Hundes

Chinesisch Neujahr: Mit Wein ins Jahr des Hundes


In Hong Kong und großen Teilen Asiens steht das Chinesische Neujahr, gefeiert nach dem Mondkalender, unmittelbar bevor. Diesmal exakt am 16. bzw. 17. Februar 2018. Anders als bei den Sternzeichen in unserer Hemisphäre werden in China Sternzeichen entsprechend des Geburtsjahres bestimmt. Wir verlassen das Jahr des Gockels und treten in das Jahr des Hundes ein. Wie bei jedem Fest in Hong Kong darf hier Wein nicht fehlen.

Dahin sind die guten Vorsätze von Moderation, Fasten und weinfreien Tagen. Neujahr feiern ist hier ein (Groß-)Familienerlebnis mit reichlich leiblichem Genuss. Dieses Ereignis überstrahlt logischerweise auch die katholische Fastenzeit, hier Lent genannt, diese beginnt am 14. Februar, also nur zwei Tage vor Neujahr und dauert bis Ostersonntag.

Nicht einmal ein Entkommen durch Verreisen ist rund um die Neujahrsfeiern erlaubt - setzt man sich dann gar der Kritik aus, zu geizig zu sein, um „Laisee“ (rote Umschläge mit neuen Geldscheinen) an alle und jeden zu verteilen. Traditionell werden diese roten Päckchen („Laisee“) bis Ende Februar an Verwandte und enge Freunde verteilt, wenn man diese zum ersten Mal im – chinesischen – neuen Jahr sieht.

Also bleibt nichts anderes übrig, als sich zu endlosen Neujahrs-Banketten zu verpflichten. Der einzige Lichtblick dabei ist Wein, denn es ist gerne gesehen, wenn man als „Gwailo“ für die Weinbegleitung verantwortlich ist. Dazu eine kurze Anleitung, wie man das Jahr des Hundes weinmäßig gut meistert:


Veltliner als Alternative - Das Neujahrsgelage beginnt oft mit mehreren kleinen Gerichten, Tausendjähriges Ei, Qualle in Essig, Scharfe Entenzungen. Hier beginnt die Feuerprobe und es muss ein Grüner Veltliner her - und zwar der 2010er Rudi Pichler Kollmütz mit seiner bestechenden Frische. Ist zwar nicht das hiesig beliebte Rot, aber man kann sich ja als Österreicher entschuldigen.

Zur gerösteten Jungferngans muss ein Pinot ran. Der 2002 Ponsot Alouettes hat wohldefiniertes Waldlaub, Moos, Humus, Trüffel und Waldbeer-Aromen; dazu eine exquisite Säure, die das saftige Fleisch gut begleitet. Haifischflossen sind endlich auch hier oft verpönt. Aber Abalone sind de rigeur – dazu eignet sich immer noch gut ein Tondonia Blanco Gran Reserva 1991. Beim Grouper, dem klassischen Fischgericht, bleiben wir dementsprechend konservativ und bringen einen Leroux Batard-Montrachet 2011 heraus - gute Reife und noch kein Premox-Risiko.


Kein französisches Essens-Diktat - Für das Spanferkel gibt es dann ganz was Besonderes , einen Pio Cesare Barolo 1958. Wieder erdig und ein Wein, der schon fast ätherisch ist. Zurück hier zu Rot, denn die Hong Kong Küche folgt nicht dem französischen Diktat. Langes Ei und Weizennudeln dürfen bei keiner Feier fehlen, bedeuten Sie doch langes Leben. Dazu kann es schon Klassisch werden; wieso also nicht einfach einen 1990 Cos D'Estournel?

Zum großen Feuerwerk gibt es dann natürlich Schaumwein. Dieses Jahr jedoch nicht Champagner, sondern einen 2013 Roebuck Blanc de Blanc aus Sussex in England, denn britische Nostalgie kommt in der vormaligen Kronkolonie politisch wieder stärker. Zumindest sind wir jetzut noch nicht im Jahr des Schweins, das Jahr des Wohlstandes und Goldes: 2019 wird dann eben in Richtung Armand de Briac und Angelus gehen.


Gung Hei Fat Choi! Happy Chinese New Year!


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