2000 m2 Prunk: Größte Hotelsuite Europas

2000 m2 Prunk: Größte Hotelsuite Europas

2000 Quadratmeter Prunk: Die größte Hotelsuite Europas


Seidentapeten, feinster Marmor und vergoldete Wasserhähne: Das oberste Stockwerk des Hotel Atlantis in Zürich war als Wohnsitz eines arabischen Scheichs geplant.

Zwei Jahre nach der Wiedereröffnung des Atlantis by Giardino am Züricher Üetliberg ist das Geheimnis gelüftet: Die streng bewachte oberste Etage war bisher nur verschwiegenen Handwerkern zugänglich. Ursprünglich wollte dort Khalifa bin Hamad Al Thani einziehen. Von 1972 bis 1995 war er der Emir von Katar. Doch während eines Aufenthaltes in Genf übernahm sein Sohn Hamad bin Chalifa Al Thani in dem Golfanrainer-Staat die Macht, der Vater des heutigen Staatsoberhauptes Tamin bin Hamad Al Thani.
Durch den Putsch blieb der 1932 geborene Emir im Exil und residierte in einem anderen Luxushotel in Zürich. Dann wurde er auf das seit 2004 leerstehende Atlantis aufmerksam. Der 70er-Jahre-Bau war einst das Szenehotel der Stadt und gehörte zur Sheraton-Gruppe.
Doch in den 90er Jahren kam der Niedergang, die Immobilie wechselte die Besitzer. Erst durch die Investitionen des Emirs konnte der heute unter Denkmalschutz stehende Bau komplett saniert werden. Den Zuschlag als Betreibergesellschafft haben die Giardino-Hotelserhalten, die bereits in der Schweiz mehrere kleinere Luxushäuser betreiben.
Vor zwei Jahren wurde das Atlantis by Giardino wiedereröffnet, reduziert auf 95 Zimmer mit einem 25 Meter langen Außenpool. Als Designhotel im teilweise stilvollen Retrolook kann es inzwischen an die Tradition von früher anschließen.

Doch das oberste Stockwerk, das schon in den Fluren mit seinen Marmorböden und vergoldeten Türrahmen in starken Kontrast zu dem eher puristischen Style der übrigen Etagen steht, blieb ein Geheimnis. Khalifa bin Hamad Al Thani war im Oktober 2016 im Alter von 84 Jahren verstorben. Ein Jahr nach seinem Tod durfte das Anwesen der Obhut des Atlantis übergeben werden. Die acht Schlafzimmer, drei Gesellschaftsräume können nun von Hotelgäste mit großem Platz- und Repräsentationsbedarf angemietet werden. Dabei handelt es sich mit 1975 Quadratmetern um die größte Hotelsuite in Europa, wobei die Außenterrasse allein 830 Quadratmeter umfasst.
Die Materialien, die für diese Royal Residence zum Einsatz kamen, sind von handverlesener Qualität. Die Innenarchitektur erinnert stark an die Räumlichkeiten von Versailles, wie es der Auftraggeber wünschte. Hier ist alles echtes Gold, was glänzt.

Der Baupreis ist unbekannt, er muss astronomisch sein. Und der Preis für eine Übernachtung? Den Kaufpreis eines Wagens der oberen Mittelklasse sollte man einplanen - pro Nacht. Ein privater Küchenchef, 24/7 Butler-Service und eine Rolls-Royce-Limousine werden als zusätzlicher Service geboten. Gegen Aufpreis.
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