Gault&Millau 2018 mit vielen Aufwertungen

Gault&Millau 2018 mit vielen Aufwertungen

Gault&Millau 2018 mit vielen Aufwertungen


„Der Michelin hat Österreich vor Jahren aufgegeben, da sich in der Alpenrepublik ein eigener Restaurant-Guide angeblich nicht lohnt. Deshalb ist ausnahmsweise der Gault&Millau das Maß in der Gourmetszene in der Alpenrepublik“ – so ätzen deutsche Gourmetkritiker über die Szene in Österreich. In der Tat ist der Gault&Millau hierzulande die Benchmark, und das seit rund 30 Jahren. Diese Stellung führt mitunter zu gehörigem Selbstbewusstsein.

„Von Gault&Millau unter „Die Besten“ gereiht zu werden, ist gar nicht so einfach – und diese Position zu halten, schon gar nicht“, schreibt etwa die Redaktion des österreichischen Gault&Millau anlässlich der Präsentation der Ausgabe 2018. Das Niveau der Gastronomie in Österreich sei so hoch, dass sich an der Spitze immer wieder etwas tut. Etwa Max Natmessnig, der einen grandiosen Einstieg mit 18 Punkten in Schualhus in Zug/Lech am Arlberg feiert.

9 x 3 neue Hauben - Gleich neun Restaurants erhielten zum ersten Mal drei Hauben. So viele Aufwertungen gab es in dieser Kategorie noch nie. Zu den Glücklichen zählen: Max Stiegl (Gut Purbach), Hannes Müller (Die Forelle), Andreas Mayer (Mayers Restaurant), Emanuel Weyringer (Weyringer am Wallersee), Vitus Winkler (Genießerhotel Sonnhof), Gustav Jantscher (Schlosshotel Romantica), Manuel Schillinger (Wellnesshotel Der Engel), Stefan Lenz (Tennerhof) und Norman Etzold (Edvard). Alle wurden mit 17 Punkte bewertet. Das entspricht 3 Hauben. Die Entwicklung entspricht grundsätzlich der breiter werdenden Spitze im Fine-dining-Segment. Auch, wenn wirtschaftlich immer wieder einigen Lokalen die Luft an der Spitze zu dünn zu werden scheint. Oder geworden ist, einige sind ja vom Markt verschwunden.

An der absoluten Spitze selbst hat sich wenig verändert. Weiterhin führen Heinz Reitbauer, Simon Taxacher, Karl und Rudolf Obauer sowie Silvio Nickol mit jeweils vier Hauben das Ranking an. Um jeweils einen Punkt auf 18 Punkte konnten sich Helmut & Philip Rachinger (Mühltalhof), Johanna Maier & Söhne (Restaurant Hubertus), Max Natmessnig (Schualhus Chefs Table), Benjamin Parth (Restaurant Stüva) und Thorsten Probost (Griggeler Stuba) steigern.

Viel Spielraum - Sieht man sich einige Bewertungen im Detail an, bleibt allerdings einiges zu hinterfragen. Klar, eine Haube deckt ein breites Spektrum oft äußerst unterschiedlicher Restaurants ab, auch von der Küchenleistung her. Kein Wunder, das Testerteam ist eben auch breit aufgestellt. Der Spielraum der Bewertungen in dem Segment scheint groß zu sein. An der Spitze wünscht man sich aber absolute Vergleichbarkeit. Stammgäste monieren etwa, dass das Wachauer Landhaus Bacher in Mautern an der Donau nicht längst in den Kreis der 4-Hauben-Lokale aufgenommen wurde. Auch an dieser Stelle wurde dies mehrfach angesprochen. Die Küchenleistung von Chef Thomas Dorfer ist unbestritten, national wie international. Spätestens an dieser Stelle führt sich Gault&Millau als Marktführer selbst ein bisschen ad absurdum.


Die Besten im Gault&Millau Österreich 2018 (in alphabetischer Reihenfolge):

Silvio Nickol, Silvio Nickol Gourmet Restaurant/Wien
19 Punkte

Karl und Rudolf Obauer, Restaurant Obauer/Werfen
19 Punkte

Heinz Reitbauer, Restaurant Steirereck im Stadtpark/Wien
19 Punkte

Simon Taxacher, Restaurant Simon Taxacher/Kirchberg
19 Punkte

James Baron, Tannenhof/St. Anton am Arlberg
18 Punkte

Thomas Dorfer, Restaurant Landhaus Bacher/Mautern
18 Punkte

Andreas Döllerer, Restaurant Döllerer/Golling
18 Punkte

Alexander Fankhauser, Restaurant Alexander/Fügenberg
18 Punkte

Konstantin Filippou, Restaurant Konstantin Filippou/Wien
18 Punkte

Harald Irka, Restaurant Saziani Stub'n/Straden
18 Punkte

Martin Klein, Restaurant Ikarus/Salzburg
18 Punkte

Johanna Maier & Söhne, Hubertus/Filzmoos
18 Punkte

Markus Mraz, Restaurant Mraz & Sohn/Wien
18 Punkte

Max Natmessnig, Schualhus Chef’s Table/Lech am Arlberg
18 Punkte

Benjamin Parth, Stüva/Ischgl
18 Punkte

Thorsten Probost und Sascha Möller, Griggeler Stuba/Lech am Arlberg
18 Punkte

Helmut und Philip Rachinger, Mühltalhof/Neufelden
18 Punkte

Martin Sieberer, Paznauner Stube/Ischgl
18 Punkte

Alain Weissgerber, Restaurant Taubenkobel/Schützen
18 Punkte


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