Von 6. bis 9. April 2025 steigt in Verona (Italien) wieder eine der größten Weinmessen der Welt, die Vinitaly. Die Messe Verona als Veranstalter erwartet über 4.000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern und gut 150.000 Besucher.

Die präsentierenden Winzer kommen praktisch aus allen Kontinenten. Die Vinitaly 2025 zeigt sich in Verona in einem neuen Gewand und ist ganz auf das Fachpublikum ausgerichtet. Das Programm sieht eine Vielzahl von Verkostungen und vertiefenden Workshops vor.

Vinitaly ist die Referenzmesse für italienischen Wein – ein Muss für Weinliebhaber, Gastronomen und Fachleute in Italien. Jedes Jahr feiert Vinitaly das Beste der italienischen Weintradition und die Exzellenz des Weinlandes. Daher erklären sich auch die hohen Besucherzahlen, die jene von ProWein (42.000) und Wine Paris (52.000) bei weitem übertreffen.

Das liegt in der Struktur der Vinitaly: Diese ist ein Pflichttermin quasi für jeden italienischen Wirten, der auf der Vinitaly seine Winzer trifft, die aktuellen Weine verkostet und die großen Einkäufe für das ganze Jahr tätigt. Die Vinitaly ist sozusagen das Bindeglied zwischen Winzer und Wirt, zumal es in Italien die Zwischenstufe des Weinhandels kaum gibt.

Ein Großteil der erwarteten 150.000 Besucher kommt daher aus Italien. Der Rest ist aber international noch immer von enormer Bedeutung. Nicht zuletzt, weil sich die Messe in den vergangenen Jahren neu aufstellte und der Internationalität mehr Augenmerk schenkt. Auch aus Österreich sind soviele Winzer vor Ort wie lange nicht.

Ironie der Geschichte: Bis vor gut 20 Jahren galt die Vinitaly als wichtigste Weinmesse der Welt, vor allem aber Europas. Dann machte ihr die damals junge ProWein in Düsseldorf einen Gutteil des internationalen Geschäfts abspenstig. Auch Österreich Wein hatte damals die Italiener jedes Jahr als Hauptmesse am Kalender. Nun passiert mit dem Frontalangriff der Wine Paris ähnliches mit der ProWein.

Vinitaly tauchte die schwierige Zeit als rein italienische Referenzmesse einfach durch. Mit kaum weniger Winzern und Besuchern. Ein Asset, das die Düsseldorfer nicht haben und im Zangenangriff aus Paris und Verona unterzugehen drohen.