Zwei neue Forschungsprojekte beschäftigen sich mit drei der problematischsten Krankheiten des Weinbaus: Dem Echten und Falschem Mehltau sowie der Traubenwelke. Durch teilweise KI-gestützte Modelle sollen Vorhersagen für bessere Bekämpfung der Rebkrankheiten sorgen.

Falscher Mehltau im Weinberg. © Pflanzenkrankheiten.ch

Vinepredict: KI-basierte Prognosemodelle für Echten und Falschen Mehltau

Das Projekt Vinepredict wurde von der Gruppe Wein & Obst Klosterneuburg RTD eingereicht, Teil der Höheren Bundeslehranstalt für Wein und Obstbau (HBLA). Die Forscher wollen mithilfe von Künstlicher Intelligenz neue Prognosemodelle für Oidium und Peronospora entwickeln. Bisherige Modelle basieren auf großräumigen Wetterdaten, welche jedoch nicht notwendigerweise den Befallsdruck in einzelnen Weingärten wiederspiegeln.

Es soll untersucht werden, inwieweit die Vorhersage des Krankheitsverlaufs standortspezifisch und Tage im Voraus möglich ist. Das Ziel ist ein punktgenauerer  Pflanzenschutz. „Der Einsatz von Blattfeuchtesensoren in der Laubzone, die durch den Einsatz von KI kleinregionale und bewirtschaftungsbezogene Gegebenheiten berücksichtigen, sollen einen weiteren Beitrag zur Umweltschonung liefern,“ so Projektleiter DI Christian Redl.

BAISIQ - Image-based quantification of berry shrivel

Das von Michaela Griesser an der Universität für Bodenkultur (Standort Tulln) geleitete Projekt BAISIQ soll mittels bildgebender Verfahren und Künstlicher Intelligenz das Auftreten von Traubenwelke verlässlich und standardisiert abschätzen. Hierfür soll eine Gruppe von Pflanzenphysiologen, Informatikern und Technikern Möglichkeiten finden um das Auftreten von Traubenwelke zu quantifizieren. „Ziel des Projektes ist es, eine Möglichkeit zur Diagnose zu entwickeln, die eine Ertragsschätzung ermöglicht, sodass Winzer frühzeitig Lese- und Verarbeitungsentscheidungen anpassen können,“ so die Projektleiterin.

Projekte mit 710.000 Euro gefördert

Die beiden Projekte werden zu jeweils rund 350.000 Euro gefördert mit Mitteln aus dem FTI-Call Angewandte Forschung des Fonds der Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie des Landes Niederösterreich. Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager zeigt sich hocherfreut: „Die Unterstützung unserer Winzer durch innovative Forschung ist ein wesentlicher Schritt, um die kommenden Herausforderungen im Weinbau zu meistern.“