Wetter & Wein: 2018 ist ein schwieriger Jahrgang

Wetter & Wein: 2018 ist ein schwieriger Jahrgang

Wetter & Wein: 2018 ist ein schwieriger Jahrgang

Das rekordheiße Jahr 2018 stellt sich als durchaus diffiziler und schwieriger Jahrgang herau, wie die Vinaria-Verkostungen bei rund 400 Winzern zeigen. Trockenstreß, Sonnenbrand, Säurearmut, Strukturprobleme sind vielerorts anzutreffen und strafen den PR-Jubel um den „Rekordjahrgang 2018“ Lügen. Vinaria Chefredakteur Peter Schleimer hat die Lage in der aktuellen Ausgabe analysiert:

Auch wenn der ungewöhnlich kalte und nasse Mai bei manchen Menschen zu getrübter Stimmung geführt haben mag: für das Gemüt der Landwirte und damit auch der Winzer war das miese Wetter wohl ein Labsal. Schließlich gehen die immer häufiger werdenden Rekorde in Sachen Klima viel öfter in Richtung heiß und trocken als ins Gegenteil.

So war auch 2018 ein Jahr der Rekorde: „2018 nimmt bis auf Weiteres den Spitzenplatz der wärmsten Jahre zumindest seit Beginn der Aufzeichnungen im Spätbarock ein“, erfährt man im Österreichischen Klimabulletin der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Da jeder Weinjahrgang natürlich sehr stark durch den Wetterverlauf geprägt wird, waren die Vinaria-Redakteure umso gespannter auf die heurigen Jungweinverkostungen, die sie seit Ende Februar zu rund 400 Winzerbetrieben in allen österreichischen Weinbauregionen führten. Denn schließlich kann auch die detaillierteste theoretische Jahrgangs-Evaluierung die eigentliche organoleptische Erfahrung nicht ersetzen.

Zwar ist dank eigener Beobachtungen sowie Informationsaustausch mit Winzern, Wetter- und Bodenkundigen, Pflanzenschutzexperten und sonstigen Fachleuten eine ungefähre Vorstellung über den generellen Jahrgangscharakter zu erlangen, doch auch diese muss erst anhand unserer Jungweinverkostungen überprüft werden. Um diese dann zu verifizieren oder gegebenenfalls zu adaptieren oder korrigieren.

Immer wieder kommt es dabei zu Überraschungen im positiven wie im negativen Sinn. Schließlich liegt die Tücke oft im Detail, zudem ist der Erfolg nicht nur von abiotischen, sondern auch von biotischen Faktoren abhängig. Erfreulich ist die fortschreitende Anpassungsfähigkeit der Winzer im Umgang mit extremen Wettersituationen.

Das ist im heißen Jahr 2018 in den Qualitätsbetrieben vielerorts sehr gut gelungen, wie wir bei den Verkostungen für den aktuellen Jungweinatlas feststellen konnten. Mehr dazu im Beitrag zum Jungweinatlas.

Peter Schleimer
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