Vinarias beste Sommer-Weine aus Österreich

Vinarias beste Sommer-Weine aus Österreich

Vinarias beste Sommerweine aus Österreich

2018 war ein Jahr der Rekorde. Weinspezifisch gesehen besonders bemerkenswert: es gab die früheste Lese seit Menschengedenken. Bis zum 25. Februar 2018 war noch kein einziger Eistag in Wien zu vermelden. Am Tag darauf fiel die Temperatur ganz rasch auf minus 15,8 °C. Der ganze März blieb noch recht kühl, es folgte aber das zweitwärmste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, die Mitte bis Ende Mai zu einer enorm frühen Blüte führte. Von da an blieb es heiß und trocken bis zum meteorologischen Beginn des Herbsts.

Neue Winzer, neue Weine - 165 Sommerweine gingen ins Rennen, angemeldet waren noch ein paar mehr. 68 Winzer beziehungsweise Weine waren neu, was sehr erfreulich ist, umgekehrt heißt das, dass die Mehrzahl der Winzer versucht hat, mit den Weinen vom Vorjahr zu punkten, was in knapp mehr als der Hälfte der Fälle auch gut gegangen ist, ganz an die Spitze haben es allerdings die neuen Weine geschafft.

Grüne Veltliner – Die größte Gruppe mit 64 Weinen waren natürlich wieder die Veltliner. „Newcomer“ Karl Steininger stellte mit seinem Grünschnabel den besten Veltliner und kann sich auch über den Gesamtsieg freuen. In einem Fotofinish konnte er den Wein vom Weingut Gschweicher aus Röschitz auf den zweiten Platz verweisen, Dritter im Bunde war Josef Schmid aus Stratzing, dem wir bei den Cuvées noch einmal begegnen werden.

Das Verkosten der Veltliner war auf weite Strecken ein Genuss, knapp die Hälfte der Weine schaffte den Sprung über die 15-Punkte-Hürde. Bei etlichen Weinen hätten wir gerne ein bisschen mehr Säure gehabt, ob man Würze oder Frucht beim Veltliner bevorzugt, ist Geschmackssache, der Trinkfluss musste stimmen. In Summe gibt es zu moderaten Preisen schon ein paar herrliche Veltliner. Auf der Negativseite (quer durch die Sorten) wurde oft Gerbstoff moniert, genauer die Phenole, und zwar die böse, flavonoide Fraktion davon, die die Weine schon im Duft erschreckend alt aussehen lässt.

Ein weiteres Thema war der Böckser, dem oft auch durch längeres Lüften im Glas nicht beizukommen war. Der vom Erscheinungsbild ähnliche Aromaböckser kann schon eher „rausgeschüttelt“ werden, aber im Ernst – wer wird seinen Sommerwein karaffieren? Aufmachen und genießen lautet die Devise, wer als Erster kommt, hat gewonnen.

Gerade bei den jungen Weinen tritt oft eine Komponente auf, die treffend mit Gletschereiszuckerl beschrieben wird. Diese durch Aromahefen und kalte, reduktive Gärung hervorgerufene Erscheinung scheint bei Winzern und auch Konsumenten durchaus beliebt zu sein. Als ein Aspekt unter vielen ergeben diese Aromen ein kühles, erfrischendes Gesamtbild, aber nur „cool“ ist halt auch recht eindimensional.

Welschriesling – Die zweitgrößte Gruppe stellten die Welschrieslinge (33 Weine) und die in einem Aufwasch mitgekosteten Sorten (16). Im letzten Jahr konnten etliche Welsch weit oben mitmischen, viele landeten im trinkanimierenden Bereich jenseits der 15 Punkte. Dort sind heuer deutlich weniger anzutreffen, ganz nach oben hat es keiner geschafft.

Große Überraschung waren dafür ein paar „Exoten“, Weine, die nicht mehr so nachgefragt werden. Mustergültig mit feinen Nussaromen präsentierte sich der Frührote Veltliner von Englhart-Schoderböck aus dem Traisental; um € 4,50 darüber hinaus ein Schnäppchen. Knapp dahinter ein deutlich kühler angelegter Frühroter aus dem Kremstal vom Weingut Buchecker. Auch der immer noch Rivaner genannte Müller-Thurgau hat als charmanter Durstlöscher seine Berechtigung: Zart aromatisch, wie es sich gehört, vom Weingut Pröll im Weinviertel, zitrusfrisch und kühler vom Weingut Sax in Langenlois. Überraschend präsentierte sich der Grüne Sylvaner vom Weingut Haiden in Oggau.

Cuvées & Gemischte Sätze - Von den beiden Wiener Gemischten Sätzen konnte einer geschmacklich nicht überzeugen, der andere scheiterte schon an der 12-%-Klausel. Fast ein Gemischter Satz ist der Pepino von Josef Schmid, der uns in dieser Kategorie am besten geschmeckt hat. Beim Zweitplatzierten Summertime von Stefan Potzinger ist der Name Programm, darüber hinaus gab es mit ihm ein erstes Lebenszeichen der steirischen Mitstreiter. Ex aequo auf dem dritten Platz landeten mit dem REBhuhn von Julius Klein und dem Early Bird von Taubenschuss zwei wohlschmeckende Vögel aus dem Weinviertel. Wer es besonders leicht wünscht und vor deutlichem Restzucker nicht zurückschreckt, der wird mit dem zart aromatischen „nine & fine“ vom Weingut Schwarzböck viel Freude haben.

Sauvignon Blanc & Sämling - Wer bei dieser Gruppe an die Steiermark denkt, liegt nicht ganz verkehrt, 12 der 20 Weine kamen aus der Grünen Mark, das Ergebnis ist hingegen noch deutlich ernüchternder als im Vorjahr. Die ersten beiden Plätze gingen an Toni Eitzinger und Rudi Rabl, beide Langenlois, Julius Klein musste sich wieder den dritten Platz teilen, diesmal mit einem zart aromatischen, fast filigranen Sämling vom Weingut Felberjörgl. Ab hier waren aber dann die Steirer in ihrem Element, nur kurz unterbrochen von einem etwas polarisierenden Exemplar der Weingärtnerei Engelbrecht, mit dem auch die 15-Punkte-Grenze erreicht war.

Toplist Sommerweine Österreich 2018 (Auszug)

16,3 Weingut Steininger | Grüner Veltliner Grünschnabel
16,2 Weingut Gschweicher | Grüner Veltliner Urkristall
16,1 Josef Schmid | Grüner Veltliner Stratzing
16,0 Winzerhof Haiderer | Grüner Veltliner Federspiel Pülnhof
16,0 Weingut Eitzinger | Sauvignon Blanc vom Urgestein
15,9 Weingut Rabl | Sauvignon Blanc
15,8 Weingut Schwarzböck | Grüner Veltliner Vier Zeiten
15,8 Josef Schmid | Cuvée Pepino
15,7 Julius Klein | Sauvignon Blanc
15,7 Weingut Eichberger | Grüner Veltliner Classic
15,7 Stefan Potzinger | Summertime Cuvée
15,7 Wolfgang & Sylvia Groll | Grüner Veltliner Hohes Eck
15,7 Weingut Lagler | Grüner Veltliner Steinfeder

Toplist Sommerweine 2018: Grüner Veltliner (Auszug)

16,3 Weingut Steininger | GV Grünschnabel
16,2 Weingut Gschweicher | GV Urkristall
16,1 Josef Schmid | GV Stratzing
16,0 Winzerhof Haiderer | GV Federspiel Pülnhof
15,8 Weingut Schwarzböck | GV Vier Zeiten
15,7 Weingut Eichberger | GV Classic
15,7 Wolfgang & Sylvia Groll | GV Hoheneck
15,7 Weingut Lagler | GV Steinfeder
15,6 Weingut Urban | URBAN DAYS GV
15,5 Herwald Hauleitner | GV Wagramer Terrassen TR
15,5 Günter Wenzl | GV Ried Auflangen WV

Toplist Sommerweine 2018: Weiße Cuvée & Gemischter Satz (Auszug)

15,8 Josef Schmid | Cuvée Pepino
15,7 Stefan Potzinger | Summertime Cuvee
15,6 Julius Klein | REBhuhn Gemischter Satz
15,6 Taubenschuss | EARLY BIRD Cuvee
15,5 Peter Skoff | Steirische Vielfalt
15,3 Oskar Hager | Vinoskar
15,3 Erich & Walter Polz | Steirischer Spiegel
15,3 Weingut Schwarzböck | Franzi nine & fine
15,3 Weingut Trabos | der Steirer

Toplist Sommerweine 2018: Welschriesling & Neutrale Sorten (Auszug)

15,6 Englhart-Schoderböck | Frühroter Veltliner
15,5 Weingut Buchecker | Frühroter Veltliner
15,3 Weingut Stift Klosterneuburg | Chardonnay
15,2 Franz & Elisabeth Lentsch | Welschriesling
15,2 Julia Roth | Weißburgunder
15,2 Weingut Trabos | Welschriesling

Toplist Sommerweine 2018: Aromasorten (Auszug)

16,0 Weingut Eitzinger | Sauvignon Blanc vom Urgestein
15,9 Weingut Rabl | Sauvignon Blanc
15,7 Julius Klein | Sauvignon Blanc
15,6 Weingut Felberjörgl | Sämling 88
15,6 Weingut Sattlerhof | Sauvignon Blanc

Toplist Sommerweine 2018: Best Buys (Auszug)

16,2 Weingut Gschweicher | GV Urkristall € 6,–
15,7 Weingut Wolfgang & Sylvia Groll | GV Hohes Eck € 4,70
15,7 Weingut Eichberger | GV Classic € 5,80
15,6 Weinhof Englhart-Schoderböck | FV € 4,50
15,6 Weingut Urban | GV URBAN DAYS € 5,50
15,5 Günter Wenzl | GV Ried Auflangen WV € 5,50
15,5 Weingut Buchecker | FV € 5,90
15,5 Herwald Hauleitner | GV Wagramer Terrassen TR € 6,–
15,4 Winzerhof Haiderer | GV Steinfeder Antonius € 5,50
15,4 Weingut Hirtl | GV Classic € 5,90
15,3 Kurt & Beatrix Hummel | GV Selection € 5,50


Zurück