Traditionswein Falkensteiner Berggericht

Traditionswein Falkensteiner Berggericht

Falkensteiner Berggericht: Weinviertler Traditionswein


Nach Falkenstein im oberen Weinviertel, bereits nahe der tschechischen Grenze, kommt man nicht zufällig. Sondern man kommt bewusst nach Falkenstein – wegen der bezaubernden hügeligen Landschaft, der markanten weithin sichtbaren Burgruine – oder wegen des Weines, der dort ein ganz spezieller ist. Das Falkensteiner Berggericht hat als Wein eine bereits 40-jährige Tradition – und gilt damit als eine der ältesten Weinmarken Österreichs. Die damaligen örtlichen Winzer haben sich 1986 zusammengetan, gleich nach dem österreichischen Weinskandal. Da ist der Qualitätsaufbruch gekommen.

Als Falkensteiner Berggericht wurde ein regionaltypischer, leichter Grüner Veltliner definiert, der durch seine Säure hervorsticht. Heute kann man sagen, die Falkensteiner Winzer haben mit Weitblick den Vorläufer eines Weinviertel-DAC-Weins geschaffen. Erfolgreiche Jahre folgten. Der Rückschlag kam in den 1990er-Jahren, wo dieser Markenwein eingeschlafen war – und für 15 Jahre praktisch in der Versenkung verschwand. Doch der Klang – Falkensteiner Berggericht – war nach wie vor gut: Und so kam es mit dem Jahrgang 2012 zur Wiederauferstehung – mit neuem Design und Auftritt.

Die neun jungen Weingüter Bayer, Fehlmann, Philipp Jauk, Kramer, Luckner, Pesau, Salomon, Stadler und das Weingut Tor zur Sonne haben sich zusammengeschlossen, weil sie sich einer doppelten Idee verpflichtet fühlen: Zum einen wollen sie ihrem Ort Tribut zollen, der wie kaum ein anderer die Geschicke des Weinbaus im Weinviertel mitgeprägt hat und von dessen berühmtester Lage, dem Rosenberg, seit mehr als 700 Jahren kontinuierlich Wein gekeltert wird. Gleichzeitig wollen sie aber mit neuen Interpretationen demonstrieren, was für ein Potenzial in den steilen Terrassen und steinigen Böden von Falkenstein steckt. „Das Ergebnis sind authentische und terroirgeprägte Weine, die in ihren besten Momenten nicht nur ihre Geschichte, sondern auch die Geschichte Falkensteins erzählen“, lautet das Falkensteiner-Winzer-Credo.

Ein Wein, der unter dem Namen Falkensteiner Berggericht vermarktet wird, soll ein gehaltvoller, harmonischer und lagerfähiger Wein sein – er muss 13 Volumprozent Alkohol laut Etikettangabe haben, soll aber nicht zu alkoholreich und schwermütig sein. Die Voraussetzungen sind bestens, da Falkenstein auf einer „Kalkinsel“ liegt. Der karge Muschelkalk bringt spannungsgeladene, feingliedrige Weine hervor. Mit diesem speziellen Muschelkalk-Terroir in Falkenstein, wo nicht nur Veltliner gedeiht – der in der Bedeutung die erste Geige in der Weingemeinde spielt –, sondern sich auch die Burgundersorten und der Riesling wohlfühlen, wollten sich die Winzer möglichst wenig Zwänge auferlegen und beim Weinmachen so frei wie möglich agieren.

So ist es auch erlaubt, neben dem Grünen Veltliner, als Berggericht Weißburgunder, Riesling, Gemischter Satz und als Cuvée zu etikettieren, alles Sorten, die auch Tradition in Falkenstein haben. Auch in der Ausbauart sind die Winzer weitgehend frei – im Fokus soll aber immer die Gebietstypiziät von Falkenstein und dem Weinviertel stehen. Eine Vorgabe für alle ist aber, dass für das Berggericht eine Burgunderflasche verwendet werden muss, der Verschluss ist ein Schrauber – und jeder Berggerichts-Winzer muss vorne am Etikett mit seiner sichtbaren Unterschrift dafür einstehen, dass da sein Herzblut drinsteckt: „Das Beste des Weinguts“. Als Herkunft ist Niederösterreich definiert, obwohl die Veltliner alle als DAC-Reserve durchgehen würden.

Berggerichts-Weine dürfen erst ein Jahr nach der Ernte in den Markt – traditionellerweise ist der Präsentations- und Verkaufsstart immer das Falkensteiner Kellergassenfest „Wein-Kunst-Kultur“, das immer am dritten Septemberwochenende stattfindet. Die Winzer verlangen für ihren Markenwein zwischen acht und zwölf Euro. Im Verkauf sind derzeit die Weine aus den Jahrgängen 2016 und 2015.



Verkostung: Falkensteiner Berggericht

Weingut Bayer, www.weingut-bayer.at
2016 Grüner Veltliner, 13%, € 8,–
Dezente Rauchigkeit, zarte Würze, Linsen, bisschen blumig, Senfsaat, eher sanft; viel Zitronenschalen, Blutorange, feinherbe Noten, getrocknete Kräuter, mittlere Tiefe, hinten viel Säurebiss.

Fehlmann Weine, www.fehlmann.at
2016 Grüner Veltliner, 13%, € 8,–
Anfangs schüchtern, bisschen exotische Noten, mehr Kräuter wie Würze, dezent nussig, wirkt relativ weich; mollige Noten, rote Beeren, Erdbeerjoghurt, ab der Mitte straffer, Zitronenzesten und etwas Gerbstoff.

Weingut Philipp Jauk, www.wein-p-jauk.at
2015 Weißburgunder, 13,5%, € 9,–
Heu und Seetang, viel getrocknete Kräuter, auch sämlinghafte Noten, schotig; weich und mollig, wirkt dezent restsüß, wenig Sorte, deutlich sauvignoneske Züge, aber geschmeidig und unkompliziert trinkig.

Weingut Kramer, www.weingut-kramer.com
2016 Grüner Veltliner, 13,5%, € 9,–
Viel Würze, weißer Pfeffer, rassig und authentisch; sehr frisch, kernig, viel Nuss, genügend Würze, straffe, fast kalkige Noten, gebietstypisch, roter Apfel, Quitte, viel Grapefruit im Finish, harmonisch.

Weinhof Luckner, www.weinhof-luckner.at
2015 Grüner Veltliner Ried Rosenberg, 13%, € 8,80
Füllig, nussig, Weißbrot, burgundische Anmutung, samtig, dezente Waldhonignoten; ruhig strömend, hinten einiges an Würze, brotige Noten, bleibt auch am Gaumen füllig mit schönem Charakter, gute Länge.

Weingut Pesau, www.pesau.at
2016 Grüner Veltliner, 13%, € 12,–
Viel Veltliner-Würze, roter Pfeffer, etwas Paprika, apfelige Frucht, mittlere Tiefe; rassig, enorm nach schwarzem Pfeffer, sehr sortentypisch, Apfelkompott, Zitronenzesten, herzhafter Charakter, sehr harmonisch.

Weingut Salomon (Bio), www.weingut-salomon.at
2016 Gemischter Satz, 14%, € 13,–
Getrocknete Kräuter, bisschen Rosenblätter, wirkt reichhaltig, Stroh, Dörrobst; am Gaumen sperriger, noch kantig und nur wenig Spiel, aber markante Säure, eher grün-würzige Frucht, läuft relativ schlank aus.

Weingut Stadler, www.weingut-stadler.com
2016 Grüner Veltliner, 13%, € 11,–
Etwas zurückhaltend von der Frucht, weiche Noten, Nusscreme, mehliger Apfel; mollig, weißer Nougat, Karamell, bisschen Joghurtnoten, wenig Sorte, aber burgundische Noten, hinten kompakte Säure, Zitronenschnitten.

Weingut Tor zur Sonne (Bio), www.torzursonne.at
2015 Premium-Cuvée, 13,5%, € 10,50
Schön nussig, sehr brotig, Mandeln, feinherbe Noten, bisschen gelbfruchtig; viel Würze, rassig, Mandarine und Grapefruit, Zitronenzesten, Kletzen, Kernobst, mittleres Gewicht, rassiges Finish.

www.falkensteiner-berggericht.at

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