50 Tonnen Périgord- Trüffel aus Spanien

50 Tonnen Périgord- Trüffel aus Spanien
50 Tonnen Périgord-Trüffel aus Spanien

Der Périgord-Trüffel wird von Gourmets verehrt. Sein weltweit größtes Erntegebiet liegt jedoch nicht etwa in Frankreich, sondern in Spanien. Der Landkreis Gúdar-Javalambre liegt eine Autostunde von Valencia entfernt in der Provinz Teruel – ein hügeliges Hochplateau, das zu den ärmsten Landstrichen Spaniens mit der geringsten Einwohnerdichte gehört. Die Sommer sind heiß, die Winter eiskalt. Auf den kargen Böden gedeiht nur wenig. Mitte der 60er-Jahre entdeckte man erstmals den Wert einer Knolle, die sich dort schon immer in der steinigen Erde wohlgefühlt hatte, den Bauern aber ungenießbar erschienen war.

Damals wusste niemand, dass es sich bei der Knolle um Schwarze Trüffel handelte. Heute ist die Gegend der größte Produzent weltweit. Zwischen November und März werden jede Saison 50 Tonnen Schwarzer Trüffel geerntet. In Gúdar-Javalambre dauerte es lange, bis man dem Geheimnis des Trüffels auf die Spur kam. Dabei ist Tuber Melanosporum, weltweit als Périgord-Trüffel bekannt, schon lange als Delikatesse begehrt.

Trüffeln zu finden oder gar anzubauen ist nicht einfach. Menschen können den Pilz weder sehen noch riechen, ihn also nicht orten. Denn er versteckt sich gut 20 Zentimeter tief in der Erde, lebt nur in Symbiose mit wenigen Baumarten, am liebsten den in Spanien weit verbreiteten Steineichen. Und die Einflussnahme durch den Menschen ist sehr beschränkt. Nur zwei Dinge kann er tun: ideale Umweltbedingungen schaffen und Geburtshelfer spielen, sprich die Pilzsporen an den richtigen Ort bringen. Die Voraussetzung für den Trüffelanbau ist Mykorrhiza – so heißt die Verbindung zwischen Pilz und Baumwurzel, beim Trüffel meist die der Steineiche.

Wie die Zucht von Trüffeln gelingen kann, erklärt Juan María Estrada einem Reporter des deutschen Nachrichtenportals www.welt.de, der Onlineplattform der renommierten Tageszeitung Die Welt. Der Agraringenieur der Firma Inotruf arbeitet in einem Industriepark in Sarrión. „Im Labor impfen wir die Baumwurzeln mit den Pilzsporen. Die Setzlinge der Steineichen entwickeln dann ein in seiner Form typisches Myzelgeflecht. So wissen wir, der Trüffelpilz hat angedockt.“ Nach zwei Jahren in der Baumschule kommen die jungen Pflanzen dann auf die Felder. „Dort breitet sich das Myzel aus und kolonisiert den Boden, der oberirdisch dann wie verbrannt aussieht, weil der Pilz das Wachstum anderer Pflanzen unterdrückt. Sobald er das zweite Wachstumsstadium erreicht hat, wird er dann Trüffel produzieren.“ Erst nach sieben Jahren werden die Hunde der Bauern die ersten Knollen finden.


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