Österreichs beste Premium-Rieslinge 2018

Österreichs beste Premium-Rieslinge 2018

Österreichs beste Premium-Rieslinge 2018

Besser als erwartet: Die Top-Rieslinge Österreichs 2018. Der Hitzesommer 2018 hat für die österreichische Winzerschaft zweifellos große Herausforderungen mit sich gebracht. Andauernde Hitze und damit einhergehende Trockenheit führten vor allem in Jungweingärten sowie Terrassenlagen zu einer starken Stressbelastung der Reben. Wie die österreichischen Riesling-Produzenten diese Schwierigkeiten gemeistert haben, zeigte die jüngste Verkostung der Premiumrieslinge.

Der zweitheißeste Sommer seit Beginn der Messgeschichte – nur 2003 war noch eine Spur heißer – hat schon im Weingarten erschwerte Bedingungen mit sich gebracht. So war es wichtig, die Rieslingtrauben auf der Sonnenseite durch Beschattung vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen, da die Beeren ansonsten als Schutzmaßnahme eine dickere Haut bilden, in der sich von Anfang an eine Menge Gerbstoff einlagert. Im Keller war es sinnvoll, das hochgradige Traubenmaterial rasch und vor allem nicht zu warm vergären zu lassen.

Sensorisch sind die Unterschiede zu den beiden letzten wahren Hitzejahren wie 2003 und 2000 doch signifikant. Rosinige, überreife Töne, wie sie für die beiden vorgenannten Jahre symptomatisch waren, sind im Großen und Ganzen ausgeblieben.

Damit sind wir schon beim Hauptproblem des Jahrgangs angelangt, nämlich den durch übermäßig eingelagerte Gerbstoffe bedingten Bittertönen, die einem das Trinkvergnügen buchstäblich vergällt haben. Diese Fehlerquelle hat rund ein Viertel der verkosteten Rieslinge problematisch erscheinen lassen, während jene Proben, welche die Finalrunde erreicht haben, samt und sonders fruchtbetont, klar und reintönig ausgefallen sind. Positiv aufgefallen ist, dass übertrieben hohe Alkoholwerte ausgeblieben sind.

Exzellente Spitze – In der Kategorie der am besten platzierten Weine fällt auf, dass deren Herkunft breit gestreut ist. Den steirischen Weißweinen kommt zugute, dass die Jahrgangsmerkmale deutlich weniger ausgeprägt waren, was offenbar den häufigeren Niederschlägen und weniger heißen Temperaturen zuzuschreiben ist. Sehr gut reüssiert haben wieder die Kamptaler Rieslinge, insbesondere von Toplagen wie Heiligenstein & Co. Auch das kühle hintere Kremstal hat offensichtlich seine Vorteile ausgespielt, wie die ausgezeichneten Rieslinge der Weingüter Proidl, Nigl und Schmid bewiesen haben.

Die Wachauer Terrassenlagen hatten es trotz Bewässerung in einem derart extremen Jahr sicher nicht einfach. Hier haben offensichtlich jene Spitzenweingüter am besten abgeschnitten, die ihr Können auf dem Rieslingsektor schon seit Jahrzehnten bewiesen haben, wie dies für Produzenten wie F. X. Pichler, Hirtzberger, Knoll, Alzinger, Jamek, Franz-Josef Gritsch und die Domäne Wachau gilt. Das Banner des kleinen Traisentals hat Markus Huber mit einem vor Saft, Kraft und sauberer Frucht nur so strotzenden Riesling von der Lage Berg hochgehalten.

Prächtige „Exoten“ - Von den sehr guten steirischen Repräsentanten hat Gerhard Wohlmuth seine Spitzenstellung untermauert und mit seinem 2017er Edelschuh gezeigt, was auf den steilen Schieferhängen des Sausals alles möglich ist. Dieser Wein begeisterte speziell durch seine Reintönigkeit und klirrende Frische, die ihm nahezu ein Alleinstellungsmerkmal verliehen hat.

Apropos klirrend frisch: Bei diesem Stichwort kommt auch ein anderer „Riesling-Exote“ sofort in den Sinn, nämlich der von der Ried Sätzen in Wien-Mauer stammende, auf Muschelkalk gewachsene Ausnahmeriesling von Michael Edlmoser, der Reintönigkeit mit kühler Eleganz und subtiler Steinobstfrucht verbindet. Vielleicht noch ein wenig extremer in seinem mineralisch-salzigen Grundton gab sich der Vorjahrssieger namens Weißer Marmor, denn der Nussberger Spitzenwein von Mayer am Pfarrplatz benötigt aufgrund des reduktiven Ausbaus noch viel Luft und Geduld.

Stil- und Preisfragen - Einige Wachauer Weingüter neigen nach wie vor dazu, Riesling-Monumente im Stil einer trockenen Auslese auszubauen. Auch diese haben aus 2018 keine spürbare Botrytis aufgewiesen, sind aber so alkoholschwer und opulent ausgefallen, dass sich kaum Harmonie einstellen kann. Zwar erscheinen diese rundlichen „Barockengerl“ auf den ersten Blick recht anmutig, der zweite oder dritte Schluck fällt dann aber auch hartgesottenen Weinfreunden schon recht schwer.

Dass 2017 trotz des ebenfalls sehr heißen Halbjahres als Jahrgang wesentlich einfacher handzuhaben war, ist eine Tatsache, und dieser Umstand hat sich unter anderem auch in Rieslingen sehr guter bis ausgezeichneter Qualität niedergeschlagen, wie wir schon im Vorjahr zu dieser Jahreszeit mit Zufriedenheit konstatiert haben. Daran hat sich nichts geändert und die guten 2017er-Rieslinge scheinen sich auch langsam und kontinuierlich zu entwickeln. In der Spitzengruppe befanden sich ja mit den Weingütern Edlmoser und Wohlmuth zwei herausragende Exponenten dieses „Siebenerjahres“.

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Toplist Riesling Premium 2018 (Auszug)
18,6 F. X. Pichler | Kellerberg Smaragd WA
18,3 Schloss Gobelsburg | Ried Heiligenstein KA 1ÖTW

18,1 Mayer am Pfarrplatz | Weißer Marmor Nussberg
17,9 Bründlmayer | Ried Heiligenstein Lyra KA-R 1ÖTW 
17,9 Hirtzberger | Ried Singerriedel Smaragd WA 

17,9 Knoll | Ried Schütt Smaragd WA
17,8 Eichinger | Ried Heiligenstein KA-R
17,8 Huber | Ried Berg TR-R
17,5 Allram | Ried Heiligenstein KA 1ÖTW
17,5 Proidl | Ried Ehrenfels KR-R
17,5 Proidl | Ried Hochäcker KR-R 1ÖTW
17,4 Alzinger | Steinertal Smaragd WA
17,4 FJ Gritsch | Ried Kalkofen Smaragd WA
17,3 Buchegger | Ried Moosburgerin KR-R
17,3 Domäne Wachau | Ried Kellerberg Smaragd WA
17,3 FJ Gritsch | Dürnsteiner Burg WA Riesling Reserve
17,3 Knoll | Ried Kellerberg Smaragd WA
17,3 Rabl | Ried Schenkenbichl Alte Reben KA-R

Toplist Riesling Premium Reserve 2017
18,4 Edlmoser | 2017 Ried Sätzen Kalkstein 1ÖTW
18,3 Wohlmuth | 2017 Ried Edelschuh SST
17,5 Jamek | 2017 Ried Klaus Smaragd WA
17,2 Müller | 2017 Ried Hollenburger Goldberg KR-R
17,0 Thomas Leithner | 2017 Ried Steinhaus Privat KA-R

Best Buy Riesling 2018 bis € 15,– (Auszug)
17,0 Aichinger | 2018 Ried Rosenberg KA-R € 13,20
17,0 Hofstätter | 2018 Ried 1000 Eimerberg Smaragd WA € 15,–
16,8 Müller | 2018 Ried Leithen KR € 13,90
16,7 Edlinger | 2018 Mauterner Ried Silberbühel € 10,–
16,5 Felberjörgl | 2018 Riesling Kitzeck-Sausal € 8,70
16,5 Vorspannhof Mayr | 2018 Ried Kremser Marthal KR-R € 15,–
16,5 Schmid | 2018 Ried Steiner Pfaffenberg KR-R € 13,50
16,5 Winzer Krems | 2018 Riesling Kremser Kreuzberg KR-R € 15,00
16,3 Dockner | 2018 Ried Rosengarten KR € 12,50
16,3 Sigl | 2018 Ried Kirnberg Smaragd WA € 14,–
16,2 Lambauer | 2018 RI von den Terrassen Ried Gaisriegel SST € 14,–
16,1 Aumann | 2017 Ried Hofbreite Gumpoldskirchen € 9,90
16,1 Eder Wachau | 2017 Riesling Smaragd WA € 12,00
16,1 Edlinger | 2018 Ried Neuberg KR € 8,–
16,0 Pichler | 2018 Riesling Laura KR-R € 9,50
16,0 Pratsch | 2018 Ried Heiligenberg NÖ € 11,–
16,0 Winzerhof Stift | 2018 Riesling vom Urgestein NÖ € 8,70

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