Die besten Grünen Veltliner 2018 bis 12,5%

Die besten Grünen Veltliner 2018 bis 12,5%

Die besten Grünen Veltliner 2018 bis 12,5%

Die allerbesten Grünen Veltliner 2018 bis 12,5% machen aber viel Trinkfreude, kommen diesmal aus der Wachau und dem Kamptal. Das ergab die große Vinaria Verkostung. Gold und Bronze für Franz-Josef Gritsch aus Spitz.

„Es war ein heißer Jahrgang“, fasst der Spitzer Winzer Franz Josef Gritsch den Vegetationsverlauf von 2018 zusammen. Die Trauben dennoch länger hängen zu lassen, war für Gritsch im Vorjahr „das Um und Auf“. Der einzige maßgebliche Niederschlag kam erst Anfang September – er war intensiv und stellte die Winzer in den wärmeren Regionen, wo viele Trauben schon reif waren, vor Probleme.

Wie immer war Gespür wichtig und auch ein bisschen Glück, den richtigen Erntezeitpunkt zu erwischen. Am Ende des Tages ernteten die Winzer – zumindest beim Grünen Veltliner – quantitativ eine gute Menge, und auch qualitativ war’s ordentlich. Ob es ein neuer großer Jahrgang ist, wird man erst bei den kräftigen Veltlinern beurteilen.

Das preisattraktive gesuchte Mittelgewicht der Weine mit 12,5 Volumprozent Alkohol zeigt sich trinkvergnüglich. Jene Weingenießer, die mit Säure von Haus aus etwas mehr Probleme haben, werden mit 2018 besonders viel Freude haben: Denn die Säurewerte sind durch das beständig warme Wetter beim Veltliner relativ niedrig. Viele Winzer haben daher gleich am Anfang dem Most Säure zugesetzt, um den Weinen mehr Frische zu verleihen.

Was in der Vinaria Verkostung besonders aufgefallen ist: Einige Weine wirkten ziemlich CO2-aufmunitioniert, was vordergründig die Weine mit prickelnder Frische aufgeblasen hat, doch die Weine gingen relativ schnell in die Knie – nach hinten blieb oft kaum Temperament übrig.

Versucht man die Verkostung der 167 Veltliner kompakt zu fassen, so verlief die „15-Punkte-Marke“, wo Vinaria schon gute bis sehr gute Weine attestiert, quasi mittendurch. Etwas mehr als die Hälfte der angestellten Weine konnte zumindest diese 15 Punkte erreichen – und mit ausgesprochenem Trinkvergnügen für den Augenblick punkten. Aber nur wenige – genau sechs Weine – schafften es auf oder über die schon beachtliche 16-Punkte-Marke.

Cool Climate gewinnt - Die allerbesten 2018er-Weine machen Riesenspaß – und fast alle dieser Top-Weine kommen aus den kühleren Weinecken des Landes, nämlich aus der Wachau und dem Kamptal. Klarer Sieger unter den mittelkräftigen Veltlinern war der Spitzer Winzer Franz Josef Gritsch mit seinem Federspiel von der Weißenkirchner Ried Klaus. Die exponierte Lage am Waldesrand hat der Winzer seit einigen Jahren. Von Anfang an hat er entschieden, dort ein Veltliner Federspiel zu machen – und keinen Smaragd-Wein oder beides.

Warum sich Gritsch „in der Klaus“ für ein Federspiel entschieden hat? Weil er beim Veltliner schon vier Smaragde hat mit seinem Singerriedel, Loibenberg Hochrain und Steinporz – und ein fünfter Smaragd-Veltliner weniger in seine Weinpalette passt, als wenn er das Mittelgewicht mit einem dritten Federspiel (abseits der Kalmuck-Weine) stärkt.

Dass die Federspiele 2018 Gritsch bestens von der Hand gegangen sind, zeigte der Winzer gleich noch mit seinem puristischen Schwarzpfeffer-würzigen Axpoint-Federspiel, mit dem er den dritten Platz gemacht hat. Zwischen den Gritsch-Weinen am zweiten Platz gab es eine tolle Überraschung mit dem Langenloiser Martin Steiner, der einen ungemein facettenreichen Kamptaler Ortswein lieferte: „Vinum terra optimum Langenlois Kamptal DAC“, so der lange Name – aber in der Flasche steckt ein reichhaltiger Wein mit großem Fruchtmix, passabler Säure und überzeugender Länge.

Das Tasting war die Domäne der Wachauer und Kamptaler – die sich mit einer Ausnahme auf den Spitzenplätzen befinden. Die Ausnahme: Gotthard und Doris Eichberger aus Eibesbrunn. Die Weinviertler brillieren mit ihrem „simplen“, enorm gebietstypischen Weinviertel DAC – und ein Wein, wo Kollege Adi Schmid freudig ausrief: „Da kann ich mindestens ein zweites Glas trinken!“ Dass Eichberger noch mehr kann, zeigte er mit seinem zweiten DAC-Wein – von der Lage Kirchthal.

Drei weitere Wachauer konnten sich ganz vorne platzieren: Der Spitzer Karl Lagler reüssierte mit seinem kühl-würzigen Federspiel von der Ried Burgberg – eine Lage, die vor allem in heißen Jahren ihre Hochform ausspielt, denn sie liegt an der Rückseite des 1000-Eimer-Berg und gilt als eine spät reifende kühle Lage. Noch einmal Ried Klaus heißt es durch Karl Stierschneider aus Weißenkirchen, der ebenfalls mit dieser kargen hochmineralischen Lage ganz vorne glänzte. Und auch Mathias Hirtzberger von der Weinhofmeisterei in Wösendorf zeigte mit seinem Treu Federspiel einen anschmiegsamen strukturvollen Wein mit viel Veltliner- und Terroir-Typizität.

Drei weitere Kamptaler Winzer komplettierten das Feld der Big Ten. Einerseits der Veltliner Ried Pfeiffenberg Urgestein, Herkunft Niederösterreich, von Manuel Winkler in Lengenfeld, das bei den mittelkräftigen Weinen oft im Vinaria-Spitzenfeld landet. Immer wieder vorne mit dabei ist auch Karl Steininger aus Langenlois mit seinem Veltliner Kamptal DAC. Dritter Kamptaler in der Top-Liste: der „Stephanus Kamptal DAC“ von Heinz Weixelbaum aus Straß im Straßertale.

Die besten Kremstaler Weine kommen von Josef Dockner in Höbenbach mit seinem Ried Himmelreich KR sowie vom Vorspannhof Mayr aus Droß mit der Point KR und vom Weinhof Edlinger. Josef Fischer aus Rossatz zeigte den besten Wachauer Veltliner von der rechten Donauseite mit seinem Federspiel von der Ried Zanzl. Und der Traisentaler Top-Winzer Markus Huber aus Reichersdorf hielt mit seinem Wein Obere Steigen TR die Fahnen seines Weingebiets hoch.

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Toplist Grüner Veltliner 2018 bis 12,5 % vol. Alk (Auszug)

16,6 FJ Gritsch | Ried Klaus Weißenkirchen Federspiel WA
16,4 Winzerfamilie Steiner | Vinum terra optimum Langenlois KA
16,3 FJ Gritsch | Ried Axpoint Federspiel WA
16,2 Winkler | Ried Pfeiffenberg Urgestein NÖ
16,1 Steininger | KA
16,0 Lagler | Ried Burgberg Federspiel WA
15,9 Gotthard Eichberger | WV
15,9 Weinhofmeisterei Hirtzberger | Treu Federspiel WA
15,9 Karl Stierschneider – Kartäuserhof | Ried Klaus Federspiel WA
15,9 Weixelbaum | Stephanus KA
15,8 Josef Dockner | Ried Himmelreich KR
15,8 Gotthard Eichberger | Ried Kirchthal WV
15,8 Renate & Reinhard Greilinger | Klassik WV
15,8 Hirtl | Ried Waldberg WV
15,8 Humer | Maissau WV
15,8 Vorspannhof Mayr | Point KR
15,8 H & H Steinschaden | Langenlois Selektion KA

Toplist Grüner Veltliner 2018 bis 12,5 % Best Buy bis € 6,00 (Auszug)

15,9 Gotthard Eichberger | WV € 6,–
15,8 H & H Steinschaden | Langenlois Selektion KA € 5,90
15,6 Josef Lentsch | BG € 6,–
15,5 Dombi-Weiss | BG € 5,–
15,5 Schachinger | Ried Hochrain WG € 6,–
15,4 Josef Edlinger | Ried Höhlgraben KR € 6,–
15,3 Blaha | Ried Marktweg WV € 5,80
15,3 Leopold Figl | Vom Löss TR € 6,–
15,0 Hochmeister | WV € 5,–
15,0 Pass | Nr. 11 NÖ € 6,–
15,0 Richard Walzer | Ried Wolfsgraben NÖ € 6,–

Hans Pleininger


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