Die Winzer fürchten arge Mäuseplage

Die Winzer fürchten arge Mäuseplage

Die Winzer fürchten arge Mäuseplage

Nach der Getreideernte, wo Mäuse in diesem Jahr horrende Schäden angerichtet haben, fürchten auch die Winzer eine arge Mäuseplage in den Rebanlagen. Bereits jetzt sind vielfach Schäden festellbar. Der milde Winter und der Überangebot an Nahrung lässt die Populationen explodieren.

Mäusejahre, so Experten, gibt es schon seit Urzeiten. Ursache sind die von Sonnenfleckenaktivitäten ausgehenden, vom Menschen unbeeinflussbaren Klimaschwankungen. Die Klimaerwärmung aufgrund des weltweit hohen CO2-Ausstoßes verschärft das Phänomen. In solchen Jahren überleben mehr Mäuse als sonst die kalte Jahreszeit und vermehren sich dabei sogar. Eine weibliche Maus kann alle drei Wochen sechs bis sieben Junge werfen. Im Frühjahr dann, wenn die ersten Feldfrüchte reifen, beschleunigt sich die Mäusekonjunktur.

Am ärgsten hat es das Weinviertel in Niederösterreich erwischt, aber im ganzen Land ist es feststellbar: 2019 ist ein Mäusejahr wie es im Bilderbuch steht. Die Felder gleichen einem von Mauslöchern durchsetzten Sieb, die Gemüse- und Getreidebauern berichten von kahlgefressenen Kulturen mit Ernteausfällen von 50 bis im schlimmsten Fall 100 Prozent.

Nicht nur die Nahrungssuche treibt jetzt die Mäuse auch in der Weingärten und auf die Rebstöcke. Mit dem Anfressen der langsam süßer werdenden Trauben stillen die Mäuse Hunger und Durst, können im Schatten der Blätter ihrem Schadwerk nachgehen. Der Schaden entsteht dabei einerseits durch angefressene Beeren, die von schädlichen Pilzen, etwa Penicillium, befallen werden. Solche Trauben dürfen keinesfalls in die Produktion geraten.

Wenn der Wein „mauselt“ - Andererseits scheiden die Mäuse auch Exkremente aus, während sie fressen. Diese kleben an den Beeren und können die Trauben zerstören.

Für Mäusefraß kennzeichnend ist, dass die Beeren nur oberflächlich und nicht vollständig ausgefressen werden. Meist nagen die Mäuse nur die Stellen der Trauben an, die sie leicht über die Bogrebe oder über den Trieb und Traubenstiel erreichen. Dies ist meist der Bereich der Traubenschulter, wo oft auch ihre Hinterlassenschaften (Mäusekot) zu finden sind. Das Problem in den Weingärten steigt mit zunehmender Reife der Trauben.

Abhilfe schafft eigentlich nur besonders tiefe Bodenbearbeitung, bei der möglichst viele Mausbauten zerstört und Tiere vernichtet werden. Diese ist in den Weingärten aufgrund der Vegetation gerade noch möglich. Ein zusätzliches Mittel sind Greifvogelstangen, die in den Weingärten relativ einfach aufzustellen sind: das sind einfache Holzkreuze, die Falke & Co als Sitzplatz dienen und sie in die Weingärten locken sollen. Die Greifvögel sind die natürlichen Feinde der Mäuse und können unglaubliche Mengen vertilgen.

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