Fête des Vignerons: Das weltgrößte Winzerfest

Fête des Vignerons: Das weltgrößte Winzerfest

Fête des Vignerons: Das größte Winzerfest der Welt

Eine Million Besucher werden zwischen dem 18. Juli und dem 11. August 2019 an den Gestaden des Genfersees erwartet. Das Budget beträgt 100 Millionen Franken (91 Mio Euro), die Schweizer Bundesbahnen (SBB) setzen 1000 Extrazüge ein und die Arena bietet 5500 Laiendarstellern sowie 20000 Zuschauern Platz. Der Bodenin der Arena ist ein gigantischer LED-Schirm. Wer sich das Herzstück des Festes, ein fast dreistündiges Schauspiel unter der Leitung eines Olympia-erprobten Regisseurs, anschauen möchte, muss dafür bis zu 360 Franken hinblättern. Die Fête des Vignerons in Vevey (Schweiz) ist ein Fest der Superlative, das größte Winzerfest der Welt.

Als erste sogenannt lebendige Tradition der Schweiz hat die Unesco die Fête des Vignerons 2016 in die Liste des „immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen. Das Winzerfest findet nur vier bis fünf Mal pro Jahrhundert statt, ein Generationenfest also. Die letzte Ausgabe wurde im Sommer 1999 abgehalten, die vorletzte 1977. Immer in einem ungeraden Jahr, immer im Sommer, aber ohne präzisen Abstand.

Das günstigste Ticket mit eingeschänkter Sicht kostet 79 SFR (72 Euro), die teuersten 360 SFR (327 Euro). In dier Arena stehen bei 20 Vorstellungen des zentralen Spektakels 400.000 Tickets zur Verfügung. Rund 20 weitere Theateraufführungen stehen am Programm, insgesamt 200 Sideevents an den 25 Tagen des Festes. Dabei ist die halbe Stadt Bühne.

Die Ursprünge des Festes gehen weit zurück und sind eng mit der Geschichte der Winzerbruderschaft Confrérie des Vignerons verbunden, die das Fest noch heute organisiert. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde sie 1618. Die Rebbergbesitzer der Region beauftragten die Bruderschaft damals, die Arbeit ihrer Winzer und Rebbauern („vignerons-tâcherons“) nach präzisen Kriterien zu überprüfen. Schliesslich waren die Rebberge zu jener Zeit die wichtigste Einnahmequelle der Region.

Um die Winzer dazu zu animieren, die Fortschritte im Rebbau umzusetzen, begann die Bruderschaft gegen Ende des 18. Jahrhunderts, die vorbildlichsten Rebbauern auszuzeichnen. Die erste öffentliche „Krönung“ fand 1797 auf dem Marktplatz von Vevey statt. Die Fête des Vignerons war geboren. Als erste sogenannt lebendige Tradition der Schweiz hat die Unesco die Fête des Vignerons 2016 in die Liste des „immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen.

Zum ersten Mal in der jahrhundertealten Geschichte der Fête des Vignerons wurde am 18. Juli 2019 anlässlich der feierlichen Eröffnung einer Frau die Krone aufgesetzt: Corinne Buttet. Damit klar war, dass sie eine von insgesamt sechs Nominierten ist, die in diesem Jahr die höchste Auszeichnung erhalten.

INFO - Vevey ist eine Schweizer Stadt am Genfersee. An der Uferpromenade befindet sich das Ernährungsmuseum Alimentarium, in dem kulinarische Objekte ausgestellt und Workshops abgehalten werden. Vor dem Museum ragt eine riesige Gabel aus dem See. Ganz in der Nähe steht eine Statue von Charlie Chaplin, der zeitweise in Vevey gelebt hat. Auf seinem ehemaligen Landsitz ist heute das Museum Chaplin’s World untergebracht. Im Musée Jenisch werden Werke auf Papier von Dürer, Goya, Degas, Picasso und anderen Künstlern gezeigt. Vevey ist auch Sitz des globalen Nahrungs- und Genussmittelriesen Nestlè.

Weltrekord-Gabel - Das beim Bildhauer Jean-Pierre Zaugg aus Neuchâtel (1928-2012) anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Alimentarium in Auftrag gegebene Kunstwerk trägt den Titel La Fourchette (Die Gabel). Die von Georges Favre in Vevey aus Edelstahl errichtete Konstruktion stellt eine 8 Meter hohe und an ihren Zinken 1,3 Meter breite Besteckgabel dar, sie ist 450 Kilogramm schwer. Die Gabel steht in Ufernähe im Genfer See.

www.fetedesvignerons.ch
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