Grauburgunder-Preis 2019

Grauburgunder-Preis 2019

Grauburgunder-Preis 2019

Jüngst wurde im badischen Breisgau in Deutschland der Internationale Grauburgunder-Preis ausgerichtet, bei dem knapp 590 Sortenvertreter aus vier Ländern, überwiegend Deutschland, verkostet wurden. Fast ein Zehntel der Proben stammten aus dem heurigen Gastland Steiermark; Vinaria-Chefredakteur Peter Schleimer war als Jurymitglied bei der Finalverkostung dabei.

Grauburgunder, Ruländer, Pinot Gris und Pinot Grigio – so vielfältig die Namen dieser Sorte sind, so vielfältig sind auch die daraus erzeugten Weinstile. Nicht nur deswegen hat es die Sorte nicht leicht: Im Widerstreit international renommierter Sortenstars und trendiger lokaler Spezialitäten etwas aufgerieben, kämpft der zwar in vielen Ländern verbreitete, aber nicht häufige Grauburgunder um Anerkennung – von Seite der Konsumenten wie auch Winzer. Um die Sorte qusalöitativ und imagemäßig zu fördern, wurde von der Naturgarten Kaiserstuhl GmbH zusammen mit der Kaiserstühler Weinwirtschaft und dem Badischen Weinbauverband der Internationale Grauburgunder-Preis geschaffen, der seit 2007 von diesen Vereinigungen ausgeschrieben und ausgerichtet wird.

Zum diesjährigen Grauburgunder-Preis wurden mit Ablauf der Anmeldefrist am 24. Mai insgesamt 587 (2018: 468 Weine) gemeldet – die höchste Zahl an Einreichungen seit Bestehen des Wettbewerbs. Die meisten Weinanstellungen kamen erwartungsgemäß aus Deutschland (502 Weine), gefolgt von Österreich (53 Weine), Italien (24 Weine) und der Schweiz (8 Weine).

Neu ist in diesem Jahr, dass die bisherigen vier Wein-Kategorien um eine fünfte Kategorie für „gereifte, trockene Grauburgunder, ab Jahrgang 2013 oder älter“ ergänzt wurden ; hier wurden 37 Proben eingereicht. In den übrigen Kategorien gab es folgende Einreichzahlen: In der Kategorie 1 (frisch, fruchtig, trocken) 125 Weine, in der Kategorie 2 mit gehaltvollen, strukturierten Vertretern 281 Weine, in der Kategorie 3 (Premium und Einzellagen) 113 Weine und in der Kategorie 4 (edelsüß) 31 Weine. Es gab eine Qualifizierungsverkostung, aus der 30 Prozent der höchstbewerteten Weine zur Finalprobe herangezogen wurden. Unter fachkundiger Leitung von Hilmar Czwartek(dem ehemaligen Geschäftsführer der Südglas eG und der WGLaufen) wurden die Verkostungen von einer fachkundigen Jury aus renommierten Weinsachverständigen, Sommeliers, Kellermeistern und Journalisten bewältigt, bei der Finalverkostung nahmen auch etliche Juroren aus dem Ausland teil – so auch Vinaria. Bewertet wurde nach einem 100-Punkte-System.

Die Bekanntgabe der Siegerweine des Grauburgunder-Preises 2019 fand am vergangenen Freitag auf dem Schiff "Weinland Baden" in einer öffentlichen Preisverleihung statt. Die Moderation übernahm der SWR-Moderator Martin Seidler. Erwartungsgemäß gab es eine Dominanz von Preisträgern aus Deutschland, aus der Steiermark konnten sich aber immerhin vier Weingüter in den diversen Toplisten platzieren: Tropper Weine, Krispel und Neumeister – alle aus Straden – sowie das Weingut Glatz aus Bad Waltersdorf; durchwegs Betriebe aus dem Vulkanland Steiermark.

 Die jeweils 10 Erstplatzierten der Kategorien 1-3 sowie die ersten Plätze in den Kategorien 4, 5 und Gastregion Steiermark erhielten bei der Prämierung eine Urkunde. Im Anschluss an die Siegerehrung gab es die Gelegenheit alle 45 Siegerweine zu verkosten. Der Weinstand der 11 Winzer aus der Gastregion Steiermark war ebenfalls stark frequentiert an diesem Abend.

 

Ergebnisse des Grauburgunder-Preises 2019:

Kategorie 1
Frische, fruchtige Grauburgunder, trocken, mit klarer Sortentypizität, ohne Holzfass- oder Barrique-Ausbau, trocken = Säure + 2,0 g/l, max. 9,0 g/l Restzucker, Alkohol bis max. 13,0 vol.%.

1. Weingut Müsel (Worms-Hermsheim, Rheinhessen) 2018 Grauburgunder QbA **** 91,8 P.
2. Weingut Manz (Weinolsheim, Rheinhessen) 2018 Grauburgunder QbA **** 89,9 P.
3. Weingut G. & U. Weinmann (Wörrstadt, Rheinhessen) 2018 Grauburgunder QbA, **** 89,0 P.

Top-Ten weitere:
Weingut Emil Bauer + Söhne (Pfalz), Weingut Markus J. Keller (Rheinhessen), Winzergenossenschaft Königschaffhausen-Kiechlinsbergen (Baden) – 2 x, Weingut Peter Stolleis (Pfalz), Weingut Weegmüller (Pfalz), Weingut Zotz (Baden).

Kategorie 2
Gehaltvolle, strukturierte Grauburgunder, trocken, ausdrucksstark und mit Burgunderprägung. Ausbau im großen Holzfass möglich, trocken = Säure + 2,0 g/l, max. 9,0 g/l Restzucker, Alkohol über 13,0 vol.%.

1. Weingut Zotz (Heitersheim, Baden) 2018 Grauburgunder QbA **** 90,0 P.
2. Weingut Geiger + Söhne (Thüngersheim, Franken) 2018 Spätlese, **** 88,2 P.
3. Fellbacher Weingärtner (Fellbach, Württemberg) 2018 Grauburgunder QbA **** 88,0 P.
3. Weingut Lorenz Keller (Erzingen, Baden) 2018 Grauburgunder QbA **** 88,00 P.

Top-Ten weitere:
Weingut Huff-Doll (Rheinhessen), Winzergenossenschaft Königschaffhausen-Kiechlinsbergen (Baden), Weingut Manz (Rheinhessen), Staatsweingut Meersburg (Baden), Winzergenossenschaft Waldulm Baden (Baden), Weingut Alfons Ziegler (Pfalz).

 

Kategorie 3
Charaktervolle trockene Premium-Grauburgunder mit Komplexität und Lagerpotential, Flaggschiffe der einzelnen Produzenten (Grand Cru), trocken = max. 4g/l Restzucker, Ausbau in Edelstahl, großem Holzfass oder im neuen Barrique möglich.

1. Weingut Alde Gott Winzer (Sasbachwalden, Baden) 2017 Grauburgunder Spätlese, ***** 93,2 P.
2. Weingut Köbelin (Eichstetten, Baden) 2017 Grauburgunder Spätlese ***** 93,0 P.
3. Tropper Weine (Straden, Vulkanland Steiermark) 2015 Grauburgunder QbA **** 92,6 P.

Top-Ten weitere:
Weingut Carl Adelseck (Nahe), Winzergenossenschaft Britzingen (Baden), Weingut Clauß (Baden), Alde Gott Winzer (Baden), Weingut Villa Heynburg (Baden), Weingut Neumeister (Vulkanland Steiermark), Winzergenossenschaft Oberbergen (Baden).

 

Kategorie 4
Edelsüße Ruländer- und Dessertweine

1. Winzergenossenschaft Achkarren (Vogtsburg, Baden) 2010 Grauburgunder Eiswein ***** 93,2 P.
2. Weingut Herbert Meßmer (Burrweiler, Pfalz) 2017 Grauburgunder Auslese **** 89,8 P.
3. Kaiserstühler Winzerverein Oberrotweil (Vogtsburg, Baden) 2017 Grauburgunder TBA **** 89,6 P.
3. Winzerkeller Auggener Schäf (Auggen, Baden) 2016 Grauburgunder Beerenauslese **** 89,6 P.

Top-Fünf weitere:
Winzergenossenschaft Bötzingen am Kaiserstuhl (Baden).

 

Kategorie 5
Gereifte, trockene Grauburgunder, ab Jahrgang 2013 oder älter, trocken = Säure + 2,0 g/l, max. 9,0 g/l Restzucker, keine Einschränkung beim Alkoholgehalt

1. Badischer Winzerkeller (Breisach Baden) 2008 Grauburgunder QbA ***** 93,6 P.
2. Winzergenossenschaft Achkarren (Vogtsburg, Baden) 2001 Grauburgunder Spätlese, **** 91,6 P.
3. Weingut Glatz (Bad Waltersdorf, Vulkanland Steiermark) 2012 Grauburgunder QbA **** 89,0 P.
3. Tropper Weine (Straden, Vulkanland Steiermark) 2011 Grauburgunder QbA **** 89,0 P.

Top-Fünf weitere:
Badischer Winzerkeller eG (Baden).

 

Gastregion Steiermark Topweine
Die besten Steiermärker Weine aus dem Wettbewerb wurden nochmals separat prämiert.

1. Tropper Weine (Straden, Vulkanland Steiermark) 2011er Grauburgunder QbA ****
2. Weingut Krispel (Straden, Vulkanland Steiermark) 2017 Grauburgunder QbA ****
3. Weingut Glatz (Bad Waltersdorf, Vulkanland Steiermark) 2012er Grauburgunder QbA ****

Eine Top Ten-Urkunde erhielten:
Weingut Neumeister (Straden, Vulkanland Steiermark) und Tropper Weine (Straden, Vulkanland Steiermark)

 

 

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