Die besten Rotweine 2017 bis 12 Euro

Die besten Rotweine 2017 bis 12 Euro

Die besten Rotweine 2017 bis 12 Euro

Der Jahrgang 2017 hält für praktisch alle Sorten und Herkünfte überzeugende Rotweine bereit. Neben vielen Klassikern aus den etablierten Sorten Zweigelt und Blaufränkisch finden sich jede Menge trinkanimierende Komplementäre. Der Sieger jedoch besteht aus der international gefeierten Sorte Merlot – ein absolutes Novum bei dieser Vinaria-Verkostung.

Nach dem eher heterogenen Jahrgang 2016 war 2017 wieder ein Jahr mit genügend Reife und Menge. Dennoch war der Wetterverlauf durchwegs herausfordernd, vor allem das Auf und Ab Trockenperioden und Niederschlagsfenster betreffend war 2017 in Summe gar nicht so einfach zu bewältigen. Die Verkostung der 2017er gibt einen ersten Einblick in die Qualitäten des Jahrgangs. Umso mehr, als ausschließlich gefüllte Weine zugelassen waren.

Blaufränkisch und Zweigelt als regelmäßige Protagonisten in den Vinaria-Toplisten sind wir gewohnt, dass aber gerade ein Merlot als Glanzstück alle anderen Weine überstrahlt, ist dann doch eine Überraschung. Es ist der authentische, in seiner Machart erstaunlich hochwertige Merlot Ried Gabarinza von Markus Iro aus Gols (Burgenland), der diesmal überzeugte.

Der zweite Platz geht mit dem Weingut Lang aus Neckenmarkt an einen ausgewiesenen Rotweinspezialisten, der offensichtlich das Blending exzellent beherrscht. Den dritten Platz holt sich überraschenderweise das Weingut Grenzlandhof Reumann aus Deutschkreutz, dessen Zweigelt Hölzl läuft in seiner 2017er Machart zur Hochform auf.

Der Jahrgang 2017 zeigt sich qualitativ durchwegs homogen, was die Durchschnittsnoten der Herkünfte betrifft. Immerhin hat deutlich mehr als die Hälfte der eingereichten Weine 15 Punkte oder mehr erreicht und ist somit als sehr gute Qualität eingestuft worden.

Vielfalt an der Spitze - Blaufränkisch stellt gut ein Drittel der Spitze der Verkostung, die Sorte überzeugt einmal mehr als Lagenwein ebenso wie als Klassik-Ware, wobei in letzterem Fall der gelungene Blaufränkisch Classic von Josef und Maria Reumann aus Deutschkreutz besonders hervorzuheben ist. Ob Iby, Schreiner, Prieler, Gesellmann oder Triebaumer: Hier geben sich die Sortenspezialisten die Klinke in die Hand; positiv aufgefallen ist das Weingut Prickler.

Interessant ist die Tatsache, dass diesmal immerhin zwei Pinot Noir in den Spitzenplätzen zu finden sind, aber kein einziger Sankt Laurent. Wenig überraschend sind mit Schwertführer 47er und Alphart zwei erfahrene Pinot-Spezialisten aus der Thermenregion erfolgreich mit der kapriziösen Sorte in den Ring gestiegen.

Korkprobleme - Ein wenig Sorgen bereitete die teilweise oxidative Tendenz mancher Weine, wobei es sich dabei nicht um Einzelflaschen-Phänomene handelte. Auch die Korkrate ist ein Desaster: Jetzt sind praktisch fast alle Weine in dieser Preiskategorie alternativ veschlossen und dann zeigen 8 (!) von 10 mit Kork verschlossene Flaschen in dieser Verkostung einen eindeutigen Korkfehler. Wenn man also beim Weineinkauf doppelt pro Flasche kalkulieren muss, so ist dann der vermeintlich günstige Wein ein teurer Tropfen. Stilistisch ist immer noch festzustellen: In Österreich ist beim Rotwein (nicht nur) in der preiswerten Kategorie im Zweifelsfall der Hausstil gut wiederzuerkennen, der Herkunfts- oder Lagenausdruck aber nicht unbedingt.

Ein sehr guter Rotweinjahrgang mit guten Erträgen und einem guten Image kennzeichnet 2017, was gewisse Vergleiche mit 2015 zulässt; dennoch ist gerade 2017 als sehr eigenständiger Rotweinjahrgang zu sehen. Im Vergleich mit den Jahrgängen 2011, 2012, 2013 und 2015 dürfte sich 2017 wiederum dazwischen positionieren. Der Nachfolgejahrgang 2018 wird in der breiten Masse wiederum deutlich unter den Qualitäten des 2017ers liegen.

Abgesehen von den Qualitäten zeigt der auch quantitativ durchaus zufriedenstellende Jahrgang seine kleinen Schattenseiten, vor allem die auf Halde liegenden Rotweinmengen sind es, die den heimischen Winzern mehr Kopfzerbrechen bereiten als die Qualität des Jahrgangs per se. Denn so günstig sind die Rotweine aus Österreich im internationalen Vergleich auch wieder nicht, hier dreht sich die Gunst der Konsumenten derzeit, was einige heimische Winzer in Zukunft unter Zugzwang stellen könnte.

Die besten Weine unserer Verkostung zeigen aber einmal mehr: Köstlicher Rotwein aus Österreich muss nicht teuer sein, Trinkfluss, Anspruch und günstiges Preisniveau schließen sich gerade beim 2017er nicht aus.

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Toplist Rotweine 2017 (Auszug)

17,2 Markus Iro | ME Ried Gabarinza BG
17,0 Rotweingut Lang | CU Fusion One BG
16,6 Rotweingut Iby | BF Ried Hochäcker MB
16,6 Grenzlandhof Reumann | ZW Ried Hölzl BG
16,4 J. u. M. Reumann | BF Classic MB
16,3 Leo Aumann | ME Reserve
16,2 Gesellmann | BF Vom Lehm BG
16,2 Gernot Schreiner | BF Rhodolith BG
16,2 Schwertführer 47er | PN Exklusiv TH
16,1 Rotweingut Prickler | BF Ried Alt Satz BG
16,1 Prieler | BF Johannishöhe BG
16,0 Philipp Grassl | ZW Rubin Carnuntum

Toplist Blaufränkisch 2017 (Auszug)

16,6 Rotweingut Iby | BF Ried Hockäcker MB
16,4 J. u. M. Reumann | BF Classic MB
16,2 Gesellmann | BF Vom Lehm BG
16,2 Gernot Schreiner | BF Rhodolith BG
16,1 Rotweingut Prickler | BF Ried Alt Satz BG
16,1 Prieler | BF Johannishöhe BG
15,9 Ernst Triebaumer | BF Rusterberg
15,8 Gerhard Markowitsch | BF CA
15,8 Johannes Strudler | BF Selektion
15,7 Michael Auer | BF WL

Toplist Cuvèe 2017 (Auszug)

17,0 Rotweingut Lang | CU Fusion One BG
15,9 Schaller vom Se | CU Heideboden BG
15,8 Erich Sattler | CU Heideboden BG
15,7 Weingut Artner | CU Barrique CA
15,7 Weingut Gmeiner | CU Patritus BG
15,7 Hans & Christine Nittnaus | CU Famos BG
15,7 Schaller vom See | CU Red Fred BG
15,7 Weingut Taferner | Carnuntum Cuvée CA

Toplist Merlot & Co 2017

17,2 Markus Iro | ME Ried Gabarinza BG
16,3 Leo Aumann | ME Reserve
15,7 Hannes Reeh | ME Haus & Hof BG
15,6 Winkler-Hermaden | ME Kapfensteiner VL
15,5 Schwertführer „47er“ | ME Exklusiv TH

Toplist Pinot & Sankt Laurent 2017

16,2 Schwertführer 47er | PN Exklusiv TH
15,9 Alphart | PN Vom Berg TH
15,6 Taferner | SL CA
15,4 Gesellmann | SL BG

Toplist Zweigelt 2017 (Auszug)

16,6 Grenzlandhof Reumann |ZW Ried Hölzl BG
16,0 Phillip Grassl | ZW Rubin Carnuntum
15,9 Johannes Strudler |ZW Selektion BG
15,8 Wagentristl |ZW BG
15,7 Robert Goldenits |Heideboden BG
15,7 Pitnauer Rubin |Carnuntum
15,5 Weingut Alphart |Classic TH
15,5 Anton Eitzinger |Tonori NÖ
15,5 Lentsch |ZW BG
15,5 Weber | ZW BG

BEST BUY Rotweine 2017 bis 6,50 Euro (Auszug)

16,2 Schwertführer „47er“ | PN Exklusiv TH € 6,20
16,1 Rotweingut Prickler | BF Ried Alt Satz BG € 6,–
15,5 Weingut Alphart | ZW Classic TH € 6,20
15,5 Weinbau Pelzmann | BF CA € 5,50
15,4 Meinrad Markowitsch | ZW Classic CA € 6,50
15,1 Weingut Conrad | BF BG € 6,10
15,1 Die Schwertführerinnen | RÖ TH € 5,20
15,1 Die Schwertführerinnen | ZW Chapeau! TH € 5,20

BEST BUY Rotweine 2017 bis 8,00 Euro (Auszug)

16,4 J. u. M. Reumann | BF Classic MB € 8,–
16,0 Johannes u. Claudia Strudler | ZW Selektion BG € 7,–
15,9 Ernst Triebaumer | BF Rusterberg € 7,50
15,8 Gerhard Markowitsch | BF CA € 7,70
15,8 Johannes Strudler | BF Selektion BG € 6,80
15,8 Rudi Wagentristl | ZW BG € 7,20
15,7 Weingut Gmeiner | Patritus BG € 7,–
15,7 Schaller vom See | Red Fred BG € 6,90
15,7 Weingut Taferner | Carnuntum Cuvée CA € 7,50
15,6 Winkler-Hermaden | ME Kapfensteiner VL € 8,–


Rüdiger Pröll
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