Sektkomitee kritisiert Steuerreform scharf

Sektkomitee kritisiert Steuerreform scharf

Sektkomitee kritisiert Steuerreform scharf

Die österreichische Regierung reformiert die Steuern und entlastet kleinere und mittlere Einkommen. Das gaben Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ) in der Vorwoche unter großem Mediengetöse bekannt. Im Zuge dessen wird auch die ebenso umstrittene wie kuriose Sektsteuer ersatzlos gestrichen. Aber erst 2022, was die Sekterzeuger weiter schäumen lässt.

Mit dem geplanten Ende der sogenannten Bagatellsteuern bis zum Jahr 2022 wird auch die ungeliebte Schaumweinsteuer ihr Ende finden. Diese beträgt aktuell einen Euro pro Liter Schaumwein oder 75 Cent pro Flasche 0,75 Liter. Das klingt an sich nach nicht viel und kratzt am oberen Ende der Sektpyramide niemanden, weil dort die Preise deutlich höher liegen als im Basissegment. An der Sektbasis allerdings, wo die Mengen gemacht werden, ist die Schaumweinsteuer mitunter eine drückende Last. Diese Sekte befinden sich im prickelnden Wettbewerb mit billiger ausländischer Importware aus den Segmenten Frizzante und Prosecco. Hier tut die Bagatellsteuer weh, zu der dann noch die Mehrwertsteuer kommt.

Die unselige Schaumweinsteuer entstammt den Zeiten der letzten Großen Koalition SPÖ-ÖVP in Österreich, als da politisch schon gar nichts mehr ging. Und war ein Zugeständnis an die „Roten“, um den „Reichen“ eine Luxussteuer umzuhängen. Verkannt wurde dabei, dass vor allem billige Sekte schon lange ein „most common“ Genussmittel für alle Schichten geworden sind. Wettbewerbsverzerrend wirkt, dass Frizzante & Co von der Steuer ausgenommen sind.

„Die Schaumweinsteuer kennt keinen Gewinner und richtet seit Wiedereinführung ausschließlich Schaden im Markt und für die heimischen Betriebe an. Es ist daher völlig unverständlich, warum man sich mit dieser Korrekturmaßnahme bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 Zeit lässt“, erklärte Benedikt Zacherl, Geschäftsführer des Österreichischen Sektkomitees. „Die Abschaffung der wettbewerbsverzerrenden Schaumweinsteuer hat keine Auswirkung auf den Staatshaushalt, ist aber für die heimischen Sekthersteller und die Weinwirtschaft enorm wichtig, um am heimischen erfolgreich sein zu können.“

Die Verschiebung der Abschaffung auf 2022 wirke eher als eine Provokation der Sekt- und Weinwirtschaft, so das Sektkomitee.
Der Sektmarkt in Österreich ist an der Basis seit der Einführung der Schaumweinsteuer um mehr als 25 Prozent eingebrochen. Dieser Rückgang betrifft vor allem die österreichischen Sekthersteller und die nachgelagerte österreichischen Weinwirtschaft, die die Grundweine für die Sektherstellung produziert.

www.oesterreichsekt.at
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