Neuer Kempinski-CEO: Österreicher im Rennen

Neuer Kempinski-CEO: Österreicher im Rennen

Neuer Kempinski-CEO: Österreicher im Rennen

Nach dem überraschenden Abgang des obersten Kempinski-Chef Markus Semer und seines Finanzchefs Colin Lubbe – Vinaria berichtete – ist das Rennen um die Nachfolge an der Spitze des Luxushotel-Konzerns voll entbrannt. Der Österreicher Rupert Simoner, Chef von Vienna House Hotels, soll Außenseiterchancen haben. Dies spekulieren deutsche Fachmedien seit einigen Tagen. Demnach soll die Entscheidung über die Nachbesetzung der Nummern 1 und 2 in der Hierarchie von Kempinski in den kommenden Wochen bevor stehen.

Rupert Simoner war bereits länger bei Kempinski, galt dort als einer der Ziehsöhne von Reto Wittwer, des vor einigen Jahren geschassten Konzernchefs, der Kempinski am Rande des Bankrotts übernahm und in lichte Erfolgshöhen führte. Seit 2014 lenkt Simoner die Geschicke der jungen Kette Vienna House. Die größte österreichische Hotelgruppe, die nicht im Luxussegment tätig ist, besitzt und betreibt mehr als 30 Hotels mit dem Schwerpunkt auf Geschäfts- und Stadthotels in Europa. 2017 wurde das Unternehmen an den thailändischen Immobilienentwickler und Investor U City PCL verkauft. Simoner ist also geübt im Umgang mit asiatischen Investoren.

Die besten Karten, so die Spekulationen, für den Sprung an die Kempinski-Spitze dürfte Martin R. Smura haben, aktuell Aufsichtsratsvorsitzender der deutschen Dorint-Hotelgruppe, international bestens vernetzt, eine ganz große Nummer mit Erfahrung in Konzernen auf allen Kontinenten. Ein weiterer Deutscher an der Gerüchtebörse soll Carsten K. Rath sein, einst Vizechef im Adlon Kempinski und General Manager im The Bentley Kempinski London. Er wechselte dann aber zu Erzfeind Ritz-Carlton, ist seit Jahren freiberuflich tätig als Konsulent, Autor und Speaker.

Genannt wird weiters Ex-Konzernchef Reto Wittwer, der nach gewaltigen Erfolgen das Opfer einer Schmutzkübel-Kampagne wurde, verklagt und rehabilitiert. Im Konzern hat er noch viele Fans, vor allem unter jenen, die hoffen, dass der oder die Neue ein gestandener Hotelier sein wird, kein Controller.

Die arabischen und thailändischen Eigentümer möchten das Interregnum rasch beenden und wieder für Ruhe in der Gruppe sorgen. Kempinski hat als älteste Luxus-Hotelkette Europas 78 Hotels und Residenzen der Kategorie 5 Sterne in 34 Ländern unter seiner Flagge. Darunter globale Aushängeschilder wie das Adlon in Berlin, das Grand Hotel in Genf und das riesige Emirates Palace in Abu Dhabi (die Immobilie gehört dem Emir).

Kempinski ist eine klassische Management-Gesellschaft, die die Hotels managt, aber nicht besitzt. Daher kommt es immer wieder auch zu schmerzlichen Verlusten von Managementverträgen und zum Ausscheiden einzelner Häuser aus der Gruppe. Zuletzt sorgten die nicht verlängerten Verträge mit deutschen Besitzern für Aufsehen, in deren Folge auch das Flaggschiff Atlantic in Hamburg nicht mehr zu Kempinski gehört. In Wien zählt das formidable Palais Hansen Kempinski am Ring zum Konzern.

Zudem ist der Wettbewerb in der absoluten Luxushotel-Kategorie beinhart. Kempinski ist da mit 78 Häusern bestenfalls fein & klein. Big Player wie Marriott, Accor und IHG legen mit ihren gewaltigen Loyality-Programmen für deren Nobelmarken Großes vor. Da darf bei Kempinski keine lange Führungskrise walten. Das 1897 gegründete Unternehmen mit Headoffice in Genf (Schweiz) gehört nach dem Wechsel vom thailändischen Königshaus inzwischen mehrheitlich den Scheichs von Bahrain in Arabien. Dort und bei den thailändischen Finanziers wird die Nachfolge-Entscheidung für CEO und CFO fallen.

Die Vorgabe: Kempinski darf in Zukunft keine weiteren Häuser verlieren. Der künftige Chef muss die Kempinski-Präsenz ausbauen und die Unternehmensstrategie umsetzen: Jeder einzelne Aspekt der Marke Kempinski ist auf Gäste ausgerichtet, die Exzellenz erwarten und Individualität zu schätzen wissen. Unabdingbar ist, dass er oder sie mit dem Eigentümer am Persischen Golf zurechtkommt und vor allem auch mit den unterschiedlichen Inhabern der Hotelimmobilien. Nicht nur aber auch mit dem gewaltigen neuen Haus auf der jüngsten „Palme“ in Dubai, wo an Auslastung und Ertrag noch viel zu tun sein soll.

www.kempinski.com
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