„Traditioneller Weinbau soll Weltkulturerbe werden!“

„Traditioneller Weinbau soll Weltkulturerbe werden!“

„Traditioneller Weinbau soll Weltkulturerbe werden!“

Eine ehrwürdige Institution tagte kürzlich in Wien: Die Académie Internationale du Vin ist eine Vereinigung von führenden Weingütern und Weinexperten aus aller Welt. Klingende Namen wie Angelo Gaja, Gérard Chave, Bruno Prats, Michel Bettane, Dominique Lafon, Maurizio Zanella oder Michael Silacci u.v.m. kamen unter österreichische Begleitung von Edwige und Willi Bründlmayer, Kurt Feiler, Emmerich Knoll, sowie Eva und Michi Moosbrugger zu einer Konferenz in Wien zusammen und besuchten die Weinberge entlang der Donau.

Im Jahr 1970 wurde die Académie gegründet. „Es waren schwierige Zeiten damals“, sagt Präsident Bruno Prats, der als ehemaliger Eigentümer des Bordelaiser Château Cos d’Estournel jedem Weinliebhaber ein Begriff ist. „Der Weinbau entwickelte sich dramatisch in Richtung Chemie: Pestizide und Herbizide wurden zur Selbstverständlichkeit. Hohe Erträge wurden durch Chaptalisation (Zusetzen von Zucker) kaschiert.“

Eine Gruppe von Weinproduzenten, die in dieser Entwicklung eine Bedrohung von anspruchsvollen Weinen sahen, bildete deshalb die Académie: als Forum für Winzer, die Weine mit authentischer Herkunft und Persönlichkeit produzieren wollten, mit althergebrachten Traditionen und dem Wunsch nach immer mehr Finesse.

Neue Herausforderungen - Längst hat sich die gesamte Weinbranche gewandelt, der Anteil an Bio- und biodynamischen Produzenten ist im Weinbau enorm hoch, und es gilt heute als Selbstverständlichkeit, dass nur ein gesunder Boden hervorragende Qualität bringen kann. Die Gesellschaft ist global geworden. Jeder Konsument hat jederzeit Zugriff auf jede Ware und jedes Wissen. Die Wünsche und Marken der Millennials sind auf der ganzen Welt die gleichen. Wein bietet diesen globalen Generationen die Möglichkeit, ein Verständnis für Herkunft zu entwickeln. „Wein kann Konsumenten helfen, ihre eigenen Wurzeln zu finden.“, erklärt Bruno Prats philosophisch und forderte: „Das Handwerk des Winzers hat ganze Regionen zu Kulturlandschaften gestaltet. Weinbau und traditionelle Methoden der Weinbereitung ganz allgemein müssten zum UNESCO Weltkulturerbe erhoben werden!“

Mehr als 80 Weinkoryphäen aus aller Welt waren nach Wien gekommen. Unter ihnen Michael Schuster, Claude und Lydia Bourguignon, Hans Oliver und Carolin Spanier, Carl von Schubert, Jorge Lucki (Brasilien), Christopher Cannan (Clos Figueras), Angelo Gaja, Raoul Cruchon, Gérard Chave, Pierre Henri Gagey, Josh Jensen (Calera Kalifornien), Willi Klinger, Michel Bettane, Eva Moosbrugger, Pierre Tari, Maurizio Zanella, Claude Geoffray, Reinhard Löwenstein, John Olney (Ridge), Dominique Lafon, Maria José Lopez de Heredia, Stephen Spurrier, Jasper Morris, Raymond Paccot, Bruno Prats, Alexander van Beek (Giscours), Jean-Pierre Perrin (Beaucastel), Edwige und Willi Bründlmayer, Anthony Hanson, Fiona Morisson, Jacques Thienpont, Alois Lageder, Raoul Salama, Diana Snowdon Seysses, Kurt Feiler, Guillaume d’Angerville, László Meszaros, Juan Carlos Lopez de Lacalle, Pietro Ratte, Michael Silacci, Michael Moosbrugger.

Österreichische Mitglieder - Österreich ist derzeit mit Willi Bründlmayer und Kurt Feiler (Weingut Feiler-Artinger) in der Académie vertreten, das nächste Mitglied soll Eva Moosbrugger (Weingut Schloß Gobelsburg) werden, danach hofft man auf Mitgliedschaft von Emmerich Knoll. „Die Reise durch Österreich hat vielen von uns die Augen geöffnet“, sagt Raymond Paccot. „Seit unserem letzten Besuch hier vor etwa 15 Jahren hat sich das Weinbauland Österreich enorm verändert. Herkunftsweine haben Bedeutung erlangt.“

www.academievin.org
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