Braucht die Waldviertler Küche ein Update?

Braucht die Waldviertler Küche ein Update?

Symposium: Braucht die Waldviertler Küche ein Update?

Fünf hochkarätige ReferentInnen sowie knapp 100 Touristiker, Gastronomen, Landwirte und Genussproduzenten machten Schloss Ottenstein im Waldviertel zum kulinarischen Mittelpunkt des Landes.

Braucht die Waldviertler Küche ein Update?“ fragte Barbara A. Schmid in ihrem Vortrag. Ihre Antwort: „Ja!“ Das Gesundheitsbedürfnis der Menschen – so die Ernährungsmedizinerin – habe sich auch beim Essen zu einer gesellschaftlichen Bewegung verdichtet. Wichtige Komponenten wie Regionalität und Vertrauen seien in der Waldviertler Küche bereits vorhanden, bei der Gesundheit ließe sich noch einiges entwickeln: kleinere Portionen, veränderte Gewichtung der Essensbestandteile, fundierte Beratung bei der Erstellung der Speisekarte und einiges mehr. Von liebgewonnen Klassikern müsse sich das Waldviertel deshalb nicht trennen, so Schmid: „Nehmen wir das Beispiel Schweinsbraten mit Waldviertler Knödel. In einer neueren Form nehmen wir einfach weniger Fleisch, nur einen statt zwei Knödel und eine größere Portion Rotkraut. Außerdem kann man dann begleitend ja auch eine entsprechend leichte Vor- und Nachspeise wählen. Es müssen ja nicht Fleischstrudelsuppe und Schoko-Palatschinken sein.“

Barbara A. Schmids Vortrag fand Mitte November beim 2. Kulinarik-Symposium „Dem Geschmack auf der Spur“ auf Schloss Ottenstein statt. Die wirtschaftstouristische Initiative „Waldviertel - ganz mein Geschmack!“ hatte Mitglieder und Interessenten geladen, um sich angeregt von Vorträgen von fünf hochkarätigen ReferentInnen Gedanken über den „Geschmack einer Region“ zu machen und wie dieser Geschmack wirtschaftstouristisch genutzt werden kann. Neben Barbara A. Schmid standen auch Judith Deutschbauer-Rabeder, Bäuerin und Ölproduzentin in Niederwaldkirchen/OÖ, Andrea Heistinger, Agrarwissenschaftlerin und überaus erfolgreiche Sachbuchautorin, Kulinarik-Journalistin und Kochbuch-Autorin Katharina Seiser und der „strawanzende“ Koch Karl Schwillinsky auf dem Podium.

Judith Deutschbauer-Rabeder erzählte, wie sich ihr Unternehmen „Farmgoodies“ mit hochwertigen Bio-Ölen in wenigen Jahren zu einem erfolgreichen Projekt entwickelte, von dem auch rund 30 zuliefernde Landwirte der Region profitieren. Andrea Heistinger verschaffte den rund 100 Symposium-TeilnehmerInnen Einblicke in ihr faszinierendes Projekt „Kaffee vom Südtiroler Bergdorf“. Gemeinsam mit örtlichen Bäuerinnen entwickelte Heistinger dort aus einer uralten Kulturpflanze ein Produkt und veränderte damit ein ganzes Dorf. Kulinarik-Journalistin und Kochbuch-Autorin Katharina Seiser zeigte auf, dass Produkte, Zutaten, Rezepte und Speisen weit mehr können, als „nur“ satt machen. Seiser nahm die Symposium-TeilnehmerInnen auf eine Reise durch kulinarische Höhepunkte im Norden Europas mit. Den Reigen der Vortragenden beendete der Koch Karl Schwillinsky, der es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, scheinbar alltäglichen Speisen und Zutaten einen neuen Dreh zu verleihen und damit neue Kundenschichten anzusprechen.

Andreas Schwarzinger, Geschäftsführer von Waldviertel Tourismus und Initiator von „Dem Geschmack auf der Spur“: „Ziel unserer Initiative und damit auch des Symposiums ist es, Impulse zu liefern für alle, die die kulinarischen Schätze des Waldviertels aufspüren, entwickeln und zu erfolgreichen Angeboten machen wollen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Symposium diesem Ziel ein Stück näher gekommen sind!“

www.waldviertel.at

Fritz Gillinger
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