Die besten Veltliner Österreichs 2016

Die besten Veltliner Österreichs 2016

Die besten Grünen Veltliner Österreichs 2016


Vinaria organisierte, schon traditionell, die größte Veltliner-Verkostung Österreichs mit über 200 Proben. An der Spitze kam es zum Showdown zwischen Kamptal und Wachau. Nicht zeitlos, aber langlebig – diese Einschätzung geben Österreichs beste Veltliner-Winzer zu den Premiumweinen des Jahrgangs 2016. Das hat mit den verhältnismäßig hohen Säure- und guten Extraktwerten zu tun, die man in den besten Weinen findet. „Die Weine waren früh antrinkbar. Der Jahrgang hat nicht die Opulenz des 2015-ers“, betont der Spitzer Winzer Franz Josef Gritsch.

Auch Michael Moosbrugger, Chef von Schloss Gobelsburg, kann dem Jahrgang viel abgewinnen: „Ich persönlich glaube, dass viele Winzer den 16er Jahrgang gerne in zehn Jahren wieder herzeigen werden.“ Moosbrugger ist heuer das Kunststück gelungen, nicht nur bei dem mittelkräftigen Veltlinern 2016 den Siegerwein zu stellen (siehe Vinaria 5/17), sondern auch bei der Vinaria-Prämium-Verkostung. Und das mit einem etwas überraschenden Siegerwein, den nicht alle auf der Liste hatten: dem GV Renner, der oft im Schatten von Lamm und Grub aus dem Hause Gobelsburg steht.

Moosbruggers Ried Renner überzeugte als Siegerwein der Premium-Verkostung durch seine puristische Art: als eleganter Veltliner mit authentischer Schwarzpfefferwürze, enorm viel exotischer Frucht, zarter Röstigkeit aufgrund des Ausbaus im großen Holz, sowie Druck und Länge. Wesentlichen Anteil daran haben die inzwischen schon 55 Jahre alten Rebstöcke, die auch den Stresssituationen so schwieriger Jahre wie 2016 gewachsen sind.

Ganz anders der zweitplatzierte Vertreter, der von Toni Bodenstein vom renommierten Wachauer Weingut Prager stammt: Hundert Prozent ausgebaut im Stahl punktet das Wachstum Bodenstein Smaragd durch filigrane Eleganz, kühle Würze und tollem Säurebiss. Ein außergewöhnlicher Terroirwein von Bodenstein, der vor genau 20 Jahren das Glück hatte, in der oberen Achleiten einen Weingarten von der Kirche zu erhalten, der 100 Jahre nicht bestockt war.

Der dritte Stockerlplatz ging wieder ins Kamptal nach Langenlois: er stammt vom renommierten Weingut Bründlmayer und ist ein Wein, über den heuer schon viel diskutiert wurde: Grund dafür sind die derzeit präsenten Holznoten, die von der Kostjury nicht ganz gleichmäßig hoch bewertet wurden. Es handelt sich um den Veltliner namens Vincents Spiegel, der im kleinen und großen Holz ausgebaut wurde. Dieser aus Erster Lage stammende Wein ist ungemein straff und röstig. Er braucht viel Belüftung und will entdeckt werden – ein athletischer Wein mit enorm viel Fruchtfülle, der sein Potenzial erst ansatzweise aufblitzen lässt.

Das Match Kamptal gegen Wachau wird hinter den Stockerlplätzen fortgesetzt: Die Top-Five werden komplettiert durch den Singerriedel Smaragd von Franz Josef Gritsch aus Spitz und von Bründlmayers Erste-Lagen-Wein Lamm Kamptal Reserve. Dabei geht’s in erster Linie um geschmackliche Vorlieben: wie viel Holz und Röstigkeit man im Wein sucht und wie viel Fruchtopulenz und Würzigkeit man haben will.

Keine Zufälle - Generell zeigt sich beim 2016-er Jahrgang, dass es wenige Zufälle gibt: Erfahrung und Können war in diesem Jahr gefragt. An der Spitze finden sich ausschließlich höchst renommierte Betriebe aus vor allem klassischen Herkünften. In den Top-Ten der Premiumverkostung folgt mit Karl Stierschneider aus Weißenkirchen mit seinem Ultimo Smaragd noch ein Wachauer, gleichauf mit dem diesmal besten Traisentaler Markus Huber und seinem Erste-Lagen-Veltliner Berg sowie drei der besten Kremstaler Winzer mit ihren beeindruckenden Vertretern, ebenfalls aus 1ÖTW-Lagen, die alle erhielten klar über 17 Punkte erhielten: Franz Proidl mit seinem Ehrenfels, Walter Buchegger mit seinem Vordernberg und Martin Nigl mit seinem Pellingen Privat.

Ebenfalls im Klub „17-Plus“ sind die Wachauer Leo Alzinger mit seinem puristischen Steinertal Smaragd und Paul Stierschneider mit seiner Dürnsteiner Schütt Smaragd. Während der Langenloiser Rudolf Rabl für seinen Käferberg Alte Reben den Vinaria-Top-Wein bestätigt bekommt, ist der Lusthausberg, vom Winzerhof Dockner aus Höbenbach im Kremstal in bemerkenswerter Weise ins Spitzenfeld geschossen – ein exzellenter Wein, der seine auf großem Trinkvergnügen basierende Klasse erst jetzt so richtig aufblitzen lässt.

Wie immer gab es – teils auch sehr renommierte – Weine, die entweder wegen Flaschenfehler ausgeschieden werden mussten oder unpässlich waren; diese wurden aus der Wertung genommen. Das betraf leider gleich zwei Mal die Domäne Wachau, deren Kellerberg Smaragd und Achleiten Smaragd dem Korkteufel zum Opfer fielen, genauso wie Franz Hirtzbergers Honivogl Smaragd und Ludwig Neumayers Ikon – alles Weine, die wir dieses Jahr schon mehrfach in großartiger Form verkostet haben. Auch die Premiumveltliner von Pollerhof und Mayer am Pfarrplatz waren in einer derart schwierigen Verfassung, dass eine seriöse Beurteilung unmöglich war.

Der 2016er zeigte sich in der Vinaria-Verkostung bei weitem nicht so homogen wie der 2015-er. Unter den rund 200 eingereichten Proben reichte die Bandbreite von einer überschaubaren Zahl von hervorragenden Weinen bis zu gar nicht wenigen mäßigen Proben. Dazwischen lag entsprechend viel Mittelmaß: Etwa ein Drittel aller 2016-er Weine erreichten zwischen 14 und 15 Punkte – sind also laut Vinaria-Bewertung als „gute Weine“ eingestuft, ein Reihe von Weinen erreichte diese Grenze nicht. Insgesamt für uns zu wenig für einen tollen Jahrgang.

Zu den Problemen zählten etwa (allzu) deutliche Gerbstoffeinlagerungen – nicht wenige Male waren Weine vom Gerbstoff zugedeckt sodass sie ein uncharmantes Bitterl auwiesen, teils kombiniert mit etwas unterreifen Noten. Bei manchen Weinen mag das Plus an Gerbstoff an längeren Maischestandzeiten liegen, wodurch zwangsläufig mehr Bitterstoffe aus den Beerenschalen ausgelaugt werden. Wieder auffallend war die Anzahl an Weinen, die deutliche laktische Noten aufwiesen – herrührend vom biologischen Säureabbau (BSA).

Blick auf 2015 - Der immer wieder kurz angesprochene – reifere und üppigere – Jahrgang 2015 war bei der Verkostung auch vertreten mit rund 20 aktuellen Weinen. Klarer Jahrgangsbester der war vom Zöbinger Gerhard Kirschner der Veltliner Alte Reben, eine im Stahltank ausgebaute, schmelzige Kamptal-Reserve. Auch mit viel Verve ausgestattet war der zweitbeste 15-er: Ried Stiegelstal Alten Reben von Maria Hick. Und an der dritten Stelle fanden sich ex-aequo der Veltliner Setzen vom aufstrebenden Traisentaler Leopold Figl, andererseits der Cape Diem Reserve von der Weinkellerei Lenz Moser aus den Weingärten in Mailberg.


Toplist Grüner Veltliner Premium 2016 (Auszug)

18,0 Schloss Gobelsburg | 2016 Ried Renner 1ÖTW
17,8 Prager | 2016 Wachstum Bodenstein Smaragd
17,7 Bründlmayer | 2016 Vincent Ried Langenloiser Spiegel 1ÖTW
17,6 Bründlmayer | 2016 Ried Kammerner Lamm 1ÖTW
17,6 FJ Gritsch | 2016 Ried Singerriedel Smaragd
17,4 Walter Buchegger | 2016 Ried Vordernberg 1ÖTW
17,4 Markus Huber | 2016 Getzersdorfer Ried Berg 1ÖTW
17,4 Proidl | 2016 Senftenberger Ried Ehrenfels 1ÖTW
17,4 Kartäuserhof K. Stierschneider | 2016 Ultimo Smaragd
17,2 Wein-Gut Nigl | 2016 Privat Ried Pellingen 1ÖTW
17,1 Alzinger | 2016 Ried Steinertal Smaragd
17,1 Pichler-Krutzler | 2016 Ried Dürnsteiner Kellerberg Smaragd
17,1 Urbanushof P. Stierschneider | 2016 Ried Dürnsteiner Schütt Smaragd
17,0 Walter Buchegger | 2016 Ried Moosburgerin 1ÖTW
17,0 Winzerhof Dockner | 2016 Ried Lusthausberg
17,0 F. X. Pichler | 2016 M Smaragd
17,0 F. X. Pichler | 2016 Ried Steinertal Smaragd
17,0 Rudolf Rabl | 2016 Ried Käferberg Alte Reben



Toplist Grüner Veltliner Premium 2016 - BestBuy ab 10 bis 12 Euro - (Auszug)

16,6 Richard Walzer | 2016 Ried Gebling € 12,–
16,1 Maria Hick | 2016 Ried Glauberkreuz € 10,50
15,9 Familie Alex.Siedler | 2016 TR-R Final Select € 10,20
15,8 Winzer Krems | 2016 Kremser Wachtberg € 12,–
15,7 Wilhelm Eminger | 2016 Simon Reserve Obersulzer Baumleiten € 12,–
15,7 Winzer Krems | 2016 Edition Cremisa € 11,–
15,6 Lenz Moser | 2015 Reserve Carpe Diem € 11,40
15,5 Winzerhof Dockner | 2016 Ried Gottschelle € 10,–


Toplist Grüner Veltliner Premium 2016 - BestBuy bis 10 Euro - (Auszug)

16,3 Völkl | 2016 Ried Fuchsloch € 8,80
16,2 Kirschner | 2016 Ried Zöbinger Pfaffenberg € 8,60
15,9 Erbhof Bayer | 2016 Ried Bergweingarten € 7,–
15,8 Gschweicher | 2016 Ried Königsberg € 9,–
15,8 Maria Hick | 2015 Alte Reben Reserve Ried Stiegelstal € 9,50
15,8 Hindler | 2016 Ried Unternalber Steinparz € 7,20
15,8 H&H Steinschaden | 2015 Vollendung € 8,60
15,6 Leopold Figl | 2015 Ried Setzen € 8,–
15,6 Franz Sauerstingl | 2016 Ried Scheiben € 9,50
15,5 Weinhof Englhart-Schoderböck | 2016 Riede Zwirch € 7,50
15,5 Weinhof Grill | 2016 Runa € 9,50
15,4 Winzerhof Rudolf Müllner | 2016 Urgestein Reserve € 7,50
15,4 Richard Walzer | 2016 Alte Reben € 8,50


Die gesamte Verkostungs-Reportage mit allen Weinbewertungen und -beschreibungen sowie die Winzer-Interviews finden Sie in der aktuellen Ausgabe Vinaria 6/2017. Bestellen Sie Vinaria jetzt einfach & bequem zum Erscheinungstermin nach Hause. Das 1-Jahresabo Vinaria inkl. Prämie für Neuabonnenten ist ab € 39,- (EU-Ausland € 55,-) erhältlich. Jetzt im Vinaria Abo-Shop bestellen!
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