Weinregion Weinviertel

Weinregion

Weinviertel
15.892 Hektar Weinanbaufläche
 Die wichtigsten Rebsorten: Grüner Veltliner, Weißburgunder, Chardonnay, Riesling, Welschriesling, Blauer Portugieser, Zweigelt


In jedem dritten Glas österreichischen Weins befindet sich sozusagen ein Weinviertler, denn auf das größte österreichische Weinbaugebiet entfällt nahezu ein Drittel der gesamten österreichischen Rebfläche. Das Weinviertel wird im Westen vom Manhartsberg, im Norden von der Grenze zu Tschechien – ein eher schmaler Streifen Rebland erstreckt sich entlang der Grenze auch auf mährischem Gebiet –, im Osten von March und Thaya und somit der Staatsgrenze zur Slowakei und im Süden von der Donau oder vom sanften Höhenzug des Wagram begrenzt.

Das Weinviertel ist mit rund 80 Prozent Anteil von weißen Rebsorten zwar ausgesprochenes Weißweinland, doch die Rotweinreben, die bislang nur auf einigen wenigen Rotweininseln gepflegt wurden, nehmen stark zu und wurden speziell in Form des Zweigelt auch in Weinbaugemeinden gepflanzt, die bisher praktisch ausschließlich für Weißwein bekannt waren.
Obwohl das Weinviertel also mit Abstand die größte österreichische Weinbaugegend darstellt, darf man es sich als kein unüberschaubares, homogenes Rebenmeer vorstellen, zu unterschiedlich sind nämlich die Bodentypen, die von Lössböden, Schwarzerdeböden, Lehmböden über Sandböden bis zu den sogenannten Urgesteinsböden reichen können. Aber auch die klimatischen Einflüsse – generell dominiert ein gemäßigtes Kontinentalklima – sind doch sehr verschieden, da im Süden und Südosten die aus der pannonischen Ebene einströmenden warmen Luftmassen üblicherweise für frühere Traubenreife sorgen.

Im Allgemeinen werden heute für das Weinviertel drei Subzonen unterschieden: das Veltlinerland im Nordosten, Weinviertel West zwischen Hollabrunn und Retz sowie Weinviertel Süd, das von Korneuburg über Wolkersdorf bis an die March reicht. Ein historisch gewachsenes Weinbauzentrum ist das Veltlinerland bzw. die nördliche Brünner Straße, also der Bereich von Mistelbach bis nach Poysdorf, Falkenstein und Herrnbaumgarten, wo in „Österreichs Champagne“ die Grundweine für die Versektung gedeihen. Über den klassischen „Brünnerstrassler“ oder den DAC- Wein, auf den wir noch zu sprechen kommen, hinaus, werden hier auch Chardonnay, Weißburgunder und Riesling mit gutem Erfolg gekeltert. Als Weinviertel West bezeichnet wird das nordwestliche Weinviertel, das ungefähr von Retz über das Pulkautal bis zum Mailberger Kessel reicht, wobei im Süden eine Kette von Weinbau- orten anschließt. Hier finden sich abgesehen von rassigen Veltlinern und Rieslingen auch einige anspruchsvolle Rotweine.
Den südlichen Abschluss des Weinviertels bilden die im Norden von Wien angrenzenden Bisamberger Rieden sowie die sanften Weinberge rund um Wolkersdorf; östlich an dieses Gebiet schließt das Matzner Hügelland an, das noch weichere, rundere Weißweincharaktere hervorbringt; im äußersten Südosten, entlang der March, werden aufgrund der pannonischen Klimaeinflüsse bereits Weißweine gewonnen, die eher jenen des Nordburgenlandes gleichen als denen des übrigen Weinviertels. Hier haben auch Exoten wie der Traminer, vereinzelt Rotweine, aber auch hohe und höchste Prädikatsweine ihre Heimat gefunden.

Das Regionale Weinkomitee des Weinviertels war das erste, das sich für die Einführung einer DAC (Districtus Austriae Controllatus), und zwar bereits mit dem Jahrgang 2002, für den Grünen Veltliner des Weinviertels entschieden hat – eine logische Wahl, sind doch 52 Prozent der Rebfläche mit dieser Leitsorte bestockt. Die Bezeichnung Weinviertel und den Zusatz DAC dürfen deshalb nur mehr gebietstypische Grüne Veltliner von hellgelber oder grüngelber Farbe tragen, die fruchtig, würzig und pfeffrig im Geschmack sind und ohne Barrique- oder Holzton sowie trocken ausgebaut wurden, der Alkoholgehalt muss dabei mindestens 12 Volumsprozent (Etikettenangabe) betragen. Ausgewählt werden diese DAC-Weine im Zuge einer sensorischen Prüfung, wobei die Prüfnummer für Qualitätswein Voraussetzung für die Zulassung zu diesem Test ist. Beginnend mit dem Jahrgang 2009 wurde die Kategorie „DAC Reserve“ geschaffen, die mindestens 13 Volumsprozent (Etikettenangabe) aufweist. So muss er laut DAC-Verordnung sein: „Dichte Weinstruktur und lang im Abgang; trocken; kräftige Stilistik, wobei ein zarter Botrytis- oder Holzton zulässig ist.“ Wie bei der Bezeichnung „Reserve“ laut Wein- gesetz generell üblich, darf der Antrag auf Prüfnummer frühestens am 15. März nach der Lese gestellt werden.

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