Weinregion Südsteiermark

Südsteiermark
1.739 Hektar Weinbaufläche Die wichtigsten Rebsorten: Welschriesling, Weißburgunder, Chardonnay (Morillon), Sauvigon Blans, Gelber Muskateller


Das österreichische Weinwunder hat hier seinen Ursprung gehabt. Nach der Krise Mitte der 1980er-Jahre hat eine gut ausgebildete Generation ehrgeiziger junger Winzer in den führenden Betrieben das Ruder herumgerissen und mit trockenen, sehr fruchtbetonten Weinen die Gaumen der österreichischen Weinliebhaber erobert. Ausgegangen ist dieser Prozess vom „magischen Viereck“ zwischen Gamlitz, Ehrenhausen, Spielfeld und Ratsch, wo die innovativsten südsteirischen Weingüter ihre Heimstatt haben. Auch die Legende von der angeblich so kurzen Lagerfähigkeit der südsteirischen Weißweine wurde durch spät gelesene Sauvignons und Morillons, die zum Teil in Barriques, zum Teil im großen Holzfass ausgebaut wurden, bald entkräftet. Eine schwarz-weiß malende Differenzierung zwischen Weinen der steirischen Klassik, die also reduktiv im Stahltank ausgebaut werden, und den der internationalen Stilistik verpflichteten, in neuen oder gebrauchten Barriques ausgebauten Weinen ist nicht mehr ganz angebracht, ist doch der schmeckbare Holzanteil in den letzten Jahren merklich zurückgegangen. Mit einiger Verzögerung haben sich auch an der südsteirischen Weinstraße rund um Leutschach und Glanz, die an sich einige der besten südsteirischen Lagen überhaupt aufweist, manche Betriebe dazu entschlossen, das Potenzial eben dieser Rieden zu niveauvollen Weinen zu nützen – wenn nicht alle Anzeichen trügen, sollte man von diesem Landstrich mittelfristig noch einiges zu schmecken bekommen. Die allersteilsten Weinhänge befinden sich westlich von Leibnitz im malerischen Sausal. Es sind nur die süd- und südwestlich exponierten Weingärten, die überdies über der Nebel- oder Frostgrenze gelegen sein müssen, mit Reben bestockt, ansonsten dominiert der Mischwald. Die in dieser Weinbaugegend vorherrschenden schieferhaltigen Böden bringen besonders feingliedrige und mineralische Weißweine hervor, die mitunter auch erstaunliche Lagerfähigkeit besitzen. Das offenkundige Potenzial wird von immer mehr qualitätsorientierten Erzeugern genützt. Was die Sortenpalette betrifft, so ist die Dominanz des Welschrieslings für die leichten, spritzigen Sommerweine ungebrochen, während sich im sogenannten Mittelbau die Weißburgunder gut etabliert haben. Im Spitzenfeld haben die Sauvignons – unabhängig von ihrer Ausbauweise – den Morillons (Chardonnays) den Rang abgelaufen. Ungebrochen ist der Trend zum blumig- intensiven Muskateller, der, wie nicht zuletzt die Auspflanzzahlen belegen, offenbar immer mehr Liebhaber findet.

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