Veggie: Tian München verliert Sterne-Koch

Veggie: Tian München  verliert Sterne-Koch

Veggie: Tian München verliert Sterne-Koch

Für ein Erdbeben sorgt in Münchens Fine-dining-Szene der Abgang von Sterne-Küchenchef Christian Schagerl vom Spitzen-Veggie-Restaurant „Tian“. Der Österreicher wird neuer Küchenchef im geplanten Gourmettempel des Baumagnaten Urs Brunner in der noblen Maximilianstraße.

Das Tian in Wien war das weltweit erste vegetarische Restaurant mit einem Michelin-Stern, führt dazu 4 Hauben von GaultMillau. Sein jüngerer Ableger in München an der Frauenstraße nahe dem Viktualienmarkt zog im Vorjahr gleich und wurde ebenfalls mit einem Stern ausgezeichnet. Das Lokal lebt sehr vom Konzept seines Wiener Mutterhauses, das dessen Küchenchef Paul Ivic entwickelt hat. Insofern dürfte es seinen Stern wohl behalten, auch wenn Küchenchef Christian Schagerl das Tian nach nur eineinhalb Jahren wieder verlässt. Ivic kümmert sich ohnehin intensiv um den Münchner Ableger.

Christian Schagerl (33) stammt aus St. Pölten in Niederösterreich und kann trotz seiner Jugend auf eine steile Karriere verweisen: Er werkte in den 3-Sterne-Restaurants von Klaus Erfort in Saarbrücken und Christian Jürgens in Rottach-Egern am Tegernsee, bei Heinz Winkler in Aschau am Chiemsee (2 Sterne) war er Sous-Chef. Seine erste Chefkoch-Stelle im Berliner „Richard“ krönte er 2017 gleich mit einem Michelin-Stern. Diesen Erfolg wiederholte er im Münchner Tian.

Das Potenzial, das in dem jungen Kochstar steckt, ist wohl auch der Grund für ein äußerst lukratives Angebot des Baumagnaten Urs Brunner. Er holt den Österreicher als Küchenchef für sein Projekt in der Maximilianstraße 6. Das historische Gebäude aus dem Jahr 1863 wurde ausgehöhlt, 18 Meter in die Tiefe gebaut und elf neue Ebenen eingezogen. Noch im Frühjahr soll hier der Testbetrieb in Form eines Bistros starten, ab September dann Münchens neuer Gourmettempel mit Schagerl an der Spitze eröffnen.

Nur vegetarisch wird Schagerl dort sicher nicht kochen. Noch dazu, wo er bei seinem Lieblingsgericht ganz bodenständig bleibt: Gulasch. Und für den Hunger zwischendurch tut es ab und an ein Butterbrot mit Schnittlauch. Über Kochsendungen will er sich auch nicht äußern, wie er in einem Interview verriet, weil er selbst gar keinen Fernseher hat.
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