Krutzler: Blaufränkisch-Ikone „Perwolff“ wird 25

Krutzler: Blaufränkisch-Ikone „Perwolff“ wird 25

Krutzler: Blaufränkisch-Ikone „Perwolff“ wird 25

2017 ist der 25. Jahrgang einer österreichischen Blaufränkisch-Ikone: des Perwolff aus dem Weingut Krutzler im Südburgenland. Nur wenige Weine haben das Weinverständnis eines Landes dermaßen nachhaltig geprägt. Der Jubiläums-Wein stammt zudem aus einem ganz großen Blaufränkisch-Jahrgang.

Winzerlegende Hermann Krutzler (80) wurde zu Jahresbeginn 2019 von Vinaria mit der selten vergebenen Lebenswerk-Trophy geehrt. Vinaria zeichnet damit Persönlichkeiten aus, die sich herausragend und weit über das eigene Weingut hinaus um den Weinbau verdient gemacht haben.

Das Weingut Krutzler wird von Vinaria als eines von nur 28 Weingütern in ganz Österreich mit der höchsten Betriebs-Wertung von fünf Kronen ausgezeichnet. Der 2017 Perwolff ist – wie viele seiner Vorgänger – mit der höchsten Weinwertung von fünf Sternen und dem Attribut „Top“ ausgezeichnet.

HINWEIS: Vinaria bringt in der kommenden Ausgabe 6/19 Anfang Oktober eine große Verkostungs-Reportage über 25 Jahrgänge Perwolff.

1992 wurde der erste Perwolff vinifiziert – damals ein gewagtes Unterfangen des südburgenländischen Winzers Hermann Krutzler. Die Rebsorte Blaufränkisch war gelinde gesagt unpopulär, der Ausbau im Barrique eine Novität. Doch Hermann Krutzler macht alles richtig, und der Wein schlug ein wie eine Bombe, als er 1994 das erste Mal präsentiert wurde. Seit damals hat sich Perwolff stetig weiterentwickelt – vom Avantgardisten zum österreichischen Kultwein.

Bis zum Jahrgang 2011 war Perwolff stets eine Cuvée aus Blaufränkisch und einem geringen Anteil Cabernet Sauvignon. Seit 2012 wird Perwolff zu 100 % aus Blaufränkisch Trauben vinifiziert. „Für uns ist Blaufränkisch jene Sorte, die den mineralischen Schieferboden des Gebietes mit seinem hohen Eisenanteil am präzisesten auszudrücken vermag“, erklärt Reinhold Krutzler, in zweiter Generation für die Vinifikation des Kultweins verantwortlich.

Anfang der 1990er Jahre stammten die Trauben für den Perwolff ausschließlich aus Deutsch Schützen, wo eine hohe Lehmauflage über dem prägnanten Schieferboden liegt und dem Wein seine Kraft und die maskulinen Tannine verleiht. Mit der Zeit ergänzte den Wein ein immer größerer Anteil von Blaufränkisch-Trauben vom Eisenberg selbst, wo die Reben teils auf blankem Schiefer wurzeln, und dem Perwolff so seine mineralische Geradlinigkeit und unbändige Strahlkraft verleihen. Das Alter der Blaufränkisch Rebstöcke liegt heute zwischen 30 und 50 Jahre.

Im Südburgenland war 2017 der Sommer überwiegend trocken und heiß, jedoch mit der perfekten Dosis an regulierenden Niederschlägen. Unter solchen Bedingungen liefen die Blaufränkisch-Trauben zur Höchstform auf, sodass der Wein heute eine vollreife Aromatik mit viel Eleganz aufweist und an die ganz großen Blaufränkisch-Jahrgänge 1999, 2009 und 2015 anschließt. Der Perwolff 2017 kostet rund 55,00 Euro und kam dieser Tage aktuell auf den Markt.

Das Weingut Krutzler wird seit längerem von Sohn Reinhold Krutzler geführt. Der zweite Sohn, Erich, führt mit seiner Frau Elisabeth Pichler-Krutzler das gleichnamige Weingut in Loiben in der Wachau, vielfach ausgezeichnet für dessen hervorragende Veltiner und Rieslinge aus Wachauer Toplagen.

Den Beitrag von der Vinaria Lebenswerk-Preisverleihung an Hermann Krutzler finden Sie hier.  

www.krutzler.at 

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