Domäne Wachau und „ihre“ Toplage Achleiten

Domäne Wachau und „ihre“ Toplage Achleiten

Domäne Wachau und „ihre“ Toplage Achleiten

Der Lohn für Handarbeit, Muskelkraft und Schweiß: Die Ried Achleitenin Weißenkirchen ragt unter den gefeierten Wachauer Lagen noch ein Stück hervor und bringt selbst Heinz Frischengruber, den überaus sachbezogenen Kellermeister der Domäne Wachau, ins Schwärmen. Hier lesen Sie ein Interview mit ihm:

Was macht die Ried Achleiten so besonders?
Heinz Frischengruber: Diese Lage hat einfach den stärksten Herkunftscharakter von allen. Und zwar deshalb, weil sie eine immense Vielfalt und Unterschiedlichkeit im Gestein und innerhalb der Parzellen aufweist.

Aus welchen Gesteinsarten ist die Achleiten zusammengesetzt?
Den oberen Teil bestimmen karge Oberböden, dann kommen Gföhler Gneis, Paragneis und schließlich Amphibolit (schiefrig-gneisiges Gestein, dunkelgrün bis schwarz; Anm. d. Redaktion). Speziell der Amphibolit bringt Rauchigkeit und Feuerstein-Charakteristik in die Weine. Manchmal steigt mir schon beim Verkosten eine Art „Gesteinsduft“ in die Nase.

Und wie äußert sich dieser starke 
Herkunftscharakter im Glas?
Die Weine von der Achleiten streben nie nach Fruchtigkeit, nach Sorteninterpretation, sondern gehen in die Tiefe. Achleiten lebt von Puristik, Komplexität, Mineralität und Spannung am Gaumen. Dabei bewahren diese Weine aber immer ihren wunderschönen Trinkfluss.

Ein Typ wie die Achleiten wird wohl seinen Charakter nicht so rasch verlieren?
Nein. Ob Grüner Veltliner oder Riesling – die Lage Achleiten bietet bestes Reifepotential. Ausgangspunkt ist immer eine wunderbare Finesse. Der Sortencharakter wird mit den Jahren mehr und mehr von der Herkunft, der Mineralität und dem Terroir übertrumpft. Ein starker Charakter setzt sich eben durch!

Ein für den Konsumenten anspruchsvoller Wein?
Auf jeden Fall! Das sind Weine, 
die sehr viel Spaß machen!

Über acht der insgesamt 22 Hektar der Achleiten werden von Winzern der Domäne Wachau bewirtschaftet. Stellt die Lage besondere Ansprüche an die Bearbeitung?
Die Reben in der Achleiten sind durchschnittlich 50 bis 70 Jahre alt, die Lage ist extrem steil und schwierig zu bewirtschaften. Um das volle Potential auszuschöpfen, sind Handarbeit, Muskelkraft und Schweiß angesagt. Vor einigen Jahren haben wir die Wachauer Begrünungsmischung zusammengestellt und seitdem ist die Ried Achleiten, wie fast alle Weingärten in der Wachau damit begrünt. Um die Biodiversität zu unterstützen arbeiten wir insektizidfrei, verzichten auf Glyphosat. Zudem sind wir seit dem Jahrgang 2018 „Nachhaltig Austria“ zertifiziert.

In Summe ein Knochenjob, den die Ried Achleiten fordert?
Ja, sie gibt dafür aber auch eine Menge, denn sie zählt sicher zu den landschaftlich schönsten Lagen der Wachau: ein grandioser Ausblick, markante Felsformationen und die bis zu 1.000 Jahre alten Steinterrassen ... ein Erlebnis!

INFO: Spitzenlage seit Jahrhunderten - Achleiten ist eine legendäre Riede am Ortsrand von Weißenkirchen. Der Namensteil „Ach-“ bezieht sich auf die Bezeichnung eines fließendes Gewässers (lat. aqua), die „-leiten“ auf den abschüssigen Hang. Die Böden weisen eine unterschiedliche Entstehungsgeschichte auf. Es finden sich klassische Verwitterungsböden vom Paragneis und der besonders hier vorkommende Migmatit-Amphibolit. Im oberen Teil finden sich auch die letzten Ausläufer Gföhler Gneis, die in der Dürnsteiner und Loibner Gegend vorherrschen. Zur Komplexität der Lage tragen auch die großen Höhenunterschiede bei. Die Achleiten befindet sich in der Mitte der Wachau und unterliegt dort dem Einfluss eines kühlen, aber ausbalancierten Klimas. Der Donauknick kurz nach Dürnstein reduziert dabei bereits spürbar den pannonischen Klimaeinfluss. Zudem wirken die von der Donau aufsteigenden kräftigen Winde. Böden und Klimawechselbäder lassen sehr elegante, puristische, geradlinige und salzige Weine entstehen.


Domäne Wachau
A-3601 Dürnstein 107 | T. +43 2711-371-0 | www.domaene-wachau.at

Öffnungszeiten Vinothek
April bis Oktober:
Mo-Sa: 10 bis 17 Uhr
November bis März:
Mo-Fr: 10 bis 17 Uhr
(an Feiertagen geschlossen)

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