Weststeiermark DAC: Die besten Schilcher 2018

Weststeiermark DAC: Die besten Schilcher 2018

Weststeiermark DAC: Die besten Schilcher 2018

Mit der Einführung der Weststeiermark DAC wurde im Schilcherland die Herkunft noch mehr als bisher in den Mittelpunkt gerückt. Diesem Anspruch wurde der Rosé aus der autochthonen Rebsorte Blauer Wildbacher in Verbindung mit den meteorologischen Randbedingungen des Jahres 2018 mehr als gerecht.

Die Basis der Qualitätspyramide im System Weststeiermark DAC bilden die Gebietsweine. Der Restzucker ist mit 4 g/l limitiert. Die Gebietsweine sind als Schilcher Klassik zu bezeichnen. Darüber sind die DAC-Weine mit Ortsangabe angesiedelt; man beschränkte sich auf die vier charakteristischen Herkünfte Ligist, Stainz, Deutschlandsberg und Eibiswald. Die Riedenweine bilden die Spitze im DAC-System. Bei der großen Vinaria Verkostung waren fast alle eingereichten Proben als Weststeiermark DAC etikettiert.

Die Böden der Weingärten sind zum überwiegenden Teil aus den sauren, kristallinen Festgesteinen des Ostalpins entstanden, im östlichen Bereich des Schilcherlandes stehen die Reben auf teils groben und vorwiegend lockeren Gesteinen des Steirischen Beckens. Von Flüssen abgelagerte Sande und sandig-tonige Sedimente aus dem flachen Meer der Paratethys, das hier noch vor 16 Millionen Jahren wogte, prägen ebenfalls das bunte Terroir des weststeirischen Weinlandes.

Die Weine haben in der Verkostung gehalten, was die meteorologischen Randbedingungen des Jahrganges versprochen haben. Kein einziger Wein war aggressiv, auch richtig dünn war keiner der Probanden. Von 37 Weinen haben es 23 auf mindestens 15,6 Punkte gebracht, was einen beachtlichen Schnitt darstellt. Was noch aufgefallen ist: Selbst bei den Weinen mit wenig Alkohol waren einige dabei, welche sensorisch unerwartet stoffig ausgefallen sind.

Das Bestreben der Winzer, zugängliche Schilcher zu keltern, ist nicht zu übersehen. Dennoch leidet die Sortentypizität nicht darunter. Einige der Riedenweine bieten sich durchaus als Speisenbegleiter fernab der Brettljause an. Die gegenüber früher viel weniger fordernde Stilistik und der allgemeine Trend hin zu seriösen Rosés sollten zeitgemäß vinifizierten Schilchern zusätzliche Marktanteile bescheren.

Ein gelungenes Beispiel für diese stilistische Weichenstellung ist der Schilcher Ried Burgegg der Domäne Müller. Bis vor wenigen Jahren ein Wein, der durchaus die Zähne gezeigt hat, ist er nun zugänglich und stoffig, die Rebsorte ist aber immer noch klar zu erkennen. Druckvoll und einnehmend mit viel Sortenanimo hat sich auch die Ried Schilcherberg der Familie Jöbstl gezeigt. Für den eleganten Typus hat wiederum das Schilcherweingut Friedrich die Fahne hochgehalten mit seinem zugänglichen und feingliedrigen Ried Kirchberg.

Punktemäßig gleichauf liegt der Schilcher Ried Langegg, der in seiner geradlinigen Art nicht mit seinem Bruder zu verwechseln ist. Wacker geschlagen hat sich zum wiederholten Mal das Weingut Weber. Alle drei Schilcher sind stoffig und dunkelfruchtig ausgefallen, sie sind zugänglich und machen Spaß.

Christian Reiterer bleibt seinem vor einigen Jahren eingeschlagenen, international leichter verständlichen Stil treu. Das beweisen sowohl der Rosé Ried Lamberg als auch der Repräsentant aus der Ried Engelweingarten Alte Reben. Absolut zu überzeugen wusste auch Edi Weber mit der klassischen Ausgabe und dem Ortswein Stainz. Alle drei Weine, die das Weingut Hiden vlg. Höllerhansl ins Rennen geschickt hatte, schafften es unter die Top zwölf.

Eindrucksvoll war die Performance des Schilcher-Altmeisters Stefan Langmann. Der Siegerwein dieser Verkostung, der Ried Hochgrail, steht für eine zukunftsweisende Stilistik. Einen völlig anderen Charakter zeigt der drittplatzierte Ortswein Stainz. Dennoch trennen die beiden Weine nur 0,3 Punkte.

Abo bestellen - Die gesamte Verkostungs-Reportage mit allen Weinbewertungen und -beschreibungen und den Winzer-Interviews finden Sie in der Ausgabe Vinaria 4/2019. Bestellen Sie Vinaria jetzt einfach & bequem zum Erscheinungstermin nach Hause. Das 1-Jahresabo Vinaria inkl. Prämie für Neuabonnenten ist ab € 39,- (EU-Ausland € 55,-) erhältlich. Jetzt im Vinaria Abo-Shop bestellen!

Toplist: Schilcher 2018 (Auszug)

16,9 Langmann vlg. Lex | Ried Hochgrail DAC
16,8 Peiserhof | Ried Sonnleiten DAC
16,6 Langmann vlg. Lex | Stainz DAC
16,4 Hiden vlg. Höllerhansl | Ried Hochgrail DAC
16,3 Patrick Niggas | Klassik 1605 DAC
16,3 Hiden vlg. Höllerhansl | Klassik DAC
16,2 Weingut Weber | Stainz DAC
16,2 Langmann vlg. Lex | Ried Langegg DAC
16,1 Hiden vlg. Höllerhansl | Stainzer Schilcher DAC
16,1 Weingut Weber | Klassik DAC
16,1 Domäne Müller | Ried Burgegg DAC
16,1 Christian Reiterer | Rosé Ried Lamberg DAC

Wolfgang Wachter

Zurück