Im Riesling-Himmel an der Mittelmosel

Im Riesling-Himmel an der Mittelmosel

Im Riesling-Himmel an der Mittelmosel

Die Mittelmosel bildet das Herzstück des ältesten Weinbaugebiets Deutschlands, der Mosel. Im Juni Ziel der Vinaria-Weinreise. Imposant ist der Anblick auf die steilen Weinterrassen entlang des Flusstales, das von der alten Römerstadt Trier auf 120 Kilometer Länge stark schlängelnd bis zur Stadt Zell verläuft, wo die Wein-region Terrassenmosel anschließt.

Die besten – was nicht heißt, die teuersten – Mosel-Rieslinge zeigen richtig Drive und Finesse, Fruchtwürze anstelle von vorlauter Frucht. Und das bei moderaten Alkoholwerten, die im trockenen Bereich die 12,5 Vol.-% nicht übersteigen. Zudem sind die Weine nach vielen Jahren der Reife noch ungemein vital und verfügen über ein lebendiges Fruchtspiel.

Nicht zu vergessen ist, dass die jüngere Mosel-Erfolgsstory einigen wenigen Winzer-Solitären geschuldet ist, die Mitte der 1980er-Jahre durch mutiges Investment, konsequentes Betriebsmanagement und Know-how in Weingarten und Kellertechnik sich pionierhaft dem absoluten Qualitätsprinzip verschrieben hatten: Egon Müller III., Markus Molitor, Ernst Loosen, Wilhelm Haag, Clemens Busch, Theo Haart und Reinhard Löwenstein in der Terrassenmosel sind hier vorrangig zu nennen.

Dennoch, das Qualitätssegment an der Mosel ist äußerst schmal: Von den rund 8.800 Hektar umfassenden Mosel-Gesamtrebflächen sind annähernd 3.530 Hektar Rebflächen in den steilen Toplagen vorzufinden. Der größte Anteil an Moselwein wandert weiterhin wie eh und je in die industrielle Massenproduktion.

Weinstilistik an der Mittelmosel - Die Weinstilistik an der Mittelmosel unterscheidet sich nicht grundsätzlich von jener der gesamten Mosel. Die Weine an der Obermosel, Saar und Ruwertal weisen aufgrund der höher gelegenen, kühleren Lagen eine etwas „strammere“ Säure auf. Und in der Terrassenmosel, dem letzten Teilabschnitt von der Stadt Zell bis zum Mündungsdelta der Mosel in den Rhein in Koblenz, fallen die Weine aufgrund des höheren quarzitischen Sandsteinanteils etwas kräftiger und körperreicher aus.

Je nach Mostgewicht verlaufen die Prädikatsstufen von Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese oder Eiswein. Da die meisten Winzer an der Mittelmosel – mit Ausnahme von Markus Molitor – Mitglieder des Verbands Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) sind, werden die hochwertigsten Weinberge als VDP.Grosse Lage bezeichnet.

An der Mittelmosel findet man vorrangig den berühmten blau schimmernden Schiefer, der ca. 400 Millionen Jahre alt ist und geologisch als Devon bezeichnet wird – eine nach der englischen Grafschaft benannte geologische Formation des Paläozoikums. Der devonische Schiefer ist kalkarm und gibt den Weinen je nach Zusammenspiel von Wasserspeicherung, Kleinklima und Lagenposition einen ausgeprägten „schiefrigen“ Geschmack. Weitere unterschiedliche Formationen, die durch geologische Verwerfungen und Mäandrieren des Flusses entstanden sind, sind roter und grauer Schiefer und vulkanische Böden (u. a. in Ürzig).

Viel Geschmack, wenig Alkohol - Riesling aus der Mosel ist heute für seine spielerische Leichtfüßigkeit, für Trinkfluss und Bekömmlichkeit bekannt. Nirgendwo sonst gelingt es, so viel Geschmack bei so geringem Alkoholgehalt auf die Flasche zu bekommen. Dies gilt für den trockenen Bereich, der meist mit Apfel- und Grapefruitnoten besticht, ebenso wie auch für den restsüßen Bereich (bis ca. 40 g/l). Letztere Weine betören mit zarter Gelbfrucht, Pfirsich, Honigmelone und Quitte in der Reife.

Die steilen Weinterrassen entlang des Moselufers sind imposant. Besonders die Paradelagen sind extrem steil und erinnern an alpine Klettersteige, die zu den historischen Terrassen führen, wo die Weingartenarbeit und Ernte in reiner Handarbeit durchgeführt werden muss. Das durchschnittliche Rebalter liegt in den Toplagen bei rund 30 Jahren. Über 120 Jahre alte, wurzelechte Rebstöcke in Einzelpfahlerziehung haben erfolgreich die Reblauskatastrophe der vorletzten Jahrhundertwende überstanden und stehen heute noch im Ertrag.

Auf der Vinaria-Verkostungstour durch die Mittelmosel standen folgende renommierte Winzer auf dem Programm, flussabwärts gelistet: Johannes Haart in Piesport, Weingut Fritz Haag in Brauneberg, Dr. Loosen in Bernkastel-Kues, Markus Molitor in Bernkastel-Wehlen und Clemens Busch in Pünderich. Von der Terrassenmosel wurde das Weingut Heymann-Löwenstein in Winningen in Augenschein genommen.

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Uwe Schögl

HOTEL-TIPPS

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54486 Mühlheim, Hauptstraße 81 - 83
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Diese stilvolle 4-Sterne-Hotelanlage mit Park ist ein umgewidmeter, historischer Weingutshof am Fuße der Weinberge. Entspannte Atmosphäre, bestens ausgestattete Zimmer, ein weitläufiges Areal, das zum Erholen einlädt. Strategisch sehr günstig gelegen, mit nur kurzen Anfahrtszeiten zu den Top-Winzern der Umgebung.

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www.bellevue-hotel.de, info@bellevue-hotel.de

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GOURMET-TIPPS

Waldhotel Sonnora
54518 Dreis, Auf’m Eichelfeld 1
www.hotel-sonnora.de, info@hotel-sonnora.de

3 Michelin-Sterne-Restaurant mit Kulinarik auf höchstem Niveau, zählt zu den besten Restaurants der Region. Nur Abendessen, SO auch mittags, Tischreservierung empfohlen.
Küchenlinie: Höchste Produktqualität bildet den Fokus für harmonische Kompositionen mit Raffinesse. Wohlsortierte, internationale Weinkarte mit ausgewählten (reifen) Mosel-Juwelen und Burgund-Schwerpunkt. Fazit Küche: Top mit solider Kreativität, das Menü ist ein großartiges Erlebnis (ab € 195,-).

Restaurant Schanz
54498 Piesport, Bahnhofstraße 8A
www.schanz-restaurant.de, info@schanz-hotel.de

Elegantes, modern eingerichtetes Restaurant mitten im Ortsgebiet von Piesport. Familienbetrieb, geradliniger Küchenstil und spezialisiert auf Fischgerichte in kreativer Machart. Umsichtiger Service, Reservierung empfohlen.

Heim’s Restaurant im Hotel Reiler Hof
56861 Reil/Mosel, Moselstraße 27
www.reiler-hof.de, info@reilerhof.de

Beliebtes Restaurant wenige Kilometer von Pünderich entfernt und direkt an der Mosel gelegen. 300 Jahre altes Haus mit herrlicher Terrasse samt Moselblick. Angenehm entspannte Atmosphäre, sehr aufmerksamer Service und klassische Küche mit vorzüglicher Produktqualität.

Restaurant „Belle Epoque“
Jugendstilhotel Bellevue
56841 Traben-Trarbach, An der Mosel 11
www.bellevue-hotel.de, info@bellevue-hotel.de

Entspannte Atmosphäre im großteils original Jugendstil eingerichteten Ambiente. Modernisierte Küchenlinie mit klassischem Einschlag und gutem Preis-Qualitäts-Verhältnis. Internationale Weinkarte.

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