Hofer-Mutter Aldi Süd startet in China

Hofer-Mutter Aldi Süd startet in China

Hofer-Mutter Aldi Süd startet in China

Der deutsche Mutterkonzern des führenden österreichischen Diskonters Hofer, Aldi Süd, ist vor wenigen Tagen auch in China an den Start gegangen. Konkret mit zwei Märkten in der Multimillionen-Metropole Shanghai. Die beiden Filialen finden sich im Jing'an Sporteinkaufszentrum im Jing'an Bezirk sowie im Gumei Life Shopping Plaza im Minhang Bezirk. Der Eröffnungstag war mit dem Drachenbootfest ein Feiertag, der ein langes Shopping-Wochenende einläutet. Einzelhandels-Geschäfte in China haben sieben Tage die Woche geöffnet.

In China präsentiert sich Aldi anders als in Europa: Es gibt Schweinshaxe mit Sauerkraut und Bratkartoffeln, Krebse nach scharfer Sichuan Art und ein „Berliner Bao“, eine Kombination aus deutscher Wurst mit Sauerkraut in einer chinesischen Dampfnudel. Neben solch typischen Fertiggerichten bieten die ersten zwei Filialen des deutschen Einzelhändlers in Shanghai hochwertige Importwaren wie Rindfleisch und Milch aus Australien, Wein aus Bordeaux, Bioprodukte oder auch trendiges Craftbeer aus dem nahe gelegenen Hangzhou.

Aldis Zielgruppe in China ist die zahlungskräftige Mittelklasse, die gerade in dem 30 Millionen Menschen zählenden Ballungsraum Shanghai zu finden ist. Hier wird von dem im deutschen Mülheim ansässigen Konzern das stationäre Geschäft über Filialen getestet. Im Onlinehandel ist Aldi über die Handelsplattform Tmall bereits seit zwei Jahren aktiv. Der mittelfristige Plan sieht dem Vernehmen nach bis zu 100 Filialen vor. Qualität steht im Sortiment im Vordergrund: Keine Billigware, sondern ausgesuchte, höherwertigere Produkte. Damit möchte sich Aldi vom Preiswettkampf mit lokalen Anbietern fernhalten. Zudem gelten die Chinesen als süchtig nach europäischen, vor allem auch deutschen Marken. Aldi steht dabei für solide Qualität.

Bei Aldi China können Kunden auch mit einem Miniprogramm in der in China stark verbreiteten Allzweck-App WeChat online im Laden bestellen und werden im Umkreis von drei Kilometern sofort beliefert. Im Geschäft kann der Kunde mit dem in China sehr populären WeChat- oder Ali-Pay auf dem Handy mobil bezahlen oder auch selbst Waren scannen, ohne lange an der Kasse stehen zu müssen.

Das Potenzial ist groß. China dürfte nach den Erwartungen der Marktforscher in wenigen Jahren die USA als größter Lebensmittelmarkt abgelöst haben. Der chinesische Markt hat aber in vielen Branchen spezifische Tücken, gilt als schwierig für ausländische Einzelhändler. Aldis deutscher Konkurrent Lidl hat sich gerade aus dem Online-Geschäft in China zurückgezogen. Der spanische Discounter Dia hat im Vorjahr seine 450 Filialen an die chinesische Suning-Gruppe verkauft, weil die Verluste zu groß wurden. Auch der britische Einzelhändler Tesco war 2014 in China gescheitert.

Aldi Süd ist in elf Ländern auf vier Kontinenten mit 6240 Filialen aktiv. Zu den Ländern zählen neben Deutschland und Österreich auch Großbritannien, Irland, die Schweiz, Italien, Slowenien, Ungarn, die USA, Australien und China. Einige Länder werden von Österreich aus gesteuert unter Führung der Hofer KG mit Sitz in Sattledt (Oberösterreich). CEO hier ist seit Jahresbeginn Horst Leitner.

www.hofer.at
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