Engpass: Weinflaschen sind Mangelware

Engpass: Weinflaschen sind Mangelware

Engpass: Weinflaschen sind Mangelware

Die Rekordernte 2018, die Lagerbestände und monatelange Wartungsarbeiten bei großen Glasherstellern samt Stillständen in den Fabriken sind die Gründe für akuten Mangel an neuen (leeren) Weinflaschen in Mitteleuropa. Wer nichts reserviert hat, muss warten, heißt es bei den Herstellern.

Die Rekordernte ist der eine Grund, war aber im Vorfeld der Lese 2018 absehbar. Ein weiterer Grund für den aktuellen Flaschenmangel sind Wartungsarbeiten bei einigen großen Glasherstellern in Deutschland. Deutsche Winzer sind daher besonders betroffen. Diese Arbeiten an den riesigen Glasschmelz-Wannen dauern Wochen. Die Anlagen müssen langsam herunter und dann wieder hochgefahren werden. Einige Wannen werden überhaupt erneuert.

Dazu kommt, dass im Zuge der Nachhaltigkeits-Diskussionen auch flüssige Lebensmittel vermehrt in Glasgebinde gefüllt werden, etwa Milch und Fruchtsäfte. Dort ersetzt Glas meist PET-Gebinde. Obwohl die Prozentsätze noch klein sind, werden verhältnismäßig große Kapazitäten in der Glasindustrie gebunden.

In Österreich ist das Problem virulent, aber nicht so akut wie beim großen Nachbarn. Die Lagerhäuser (RWA) und die großen Händler haben sich rechtzeitig mit Ware eingedeckt. Der größte heimische Flaschenerzeuger, Vetropack, ist von Wartungsarbeiten und damit verbundenen Produktionsausfällen kaum betroffen. Aber, so ein Händler: „Freie Mengen gibt es am Markt nicht. Wer seine Lieferungen nicht rechtzeitig geplant hat, wird im Moment nichts bekommen.“

Hält der Trend zu Glasgebinden in Lebensmittel- und Getränkeindustrie quer durch Europa weiter an, wird sich auch in den kommenden Jahren am Engpass nichts ändern. Kapazitätsausbauten in den Glasfabriken sind teuer und aufwendig, haben lange Vorlaufzeiten.
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