Pitnauer-Jubi: 30 Jahre Cuvée „Franz Josef“

Pitnauer-Jubi: 30 Jahre Cuvée „Franz Josef“

Weingut Pitnauer: 30 Jahre Cuvée „Franz Josef“

Das Göttlesbrunner Paradeweingut von Hans und Johannes Pitnauer ist als Rot- und Weißweinbetrieb profiliert. Bei den „Roten“ feiern die Pitnauers in diesem Jahr ein stolzes Jubiläum: die Premium-Cuvée „Franz-Josef“ wird mit dem aktuellen Jahrgang 2017 zum 30. Mal gefüllt. Johannes Pitnauer, der das Weingut im Vorjahr von seinem Vater Hans übernahm, schreibt dazu in der jüngsten Pitnauer-Zeitung, die der Vinaria-Ausgabe 1/19 beilag:

„Das Jahr 1988 war ein sehr turbulentes Jahr. In Erinnerung blieben die Diskussion um den Eisernen Vorhang, dessen Ende bereits greifbar war, die 24. Olympischen Sommerspiele in Seoul, die ersten Klimaforscher, die von Erderwärmung sprachen. Aber wir persönlich erinnern uns an die Betriebsübergabe des Familienweinguts an Hans und Edith. Eine unglaubliche Aufbruchsstimmung führte neben der Kreation des hauseigenen Parade-Zweigelts „Bienenfresser“ auch zu einem weiteren neuen Wein, eine Cuvée sollte es werden. Die beiden Sorten St. Laurent und Zweigelt (damals auch bekannt als Rotburger), die zwei Jahre im kleinen Eichenholzfass gereift waren, überzeugten und wurden im Verhältnis 1:2 gefüllt. Inspiriert von den Weinen, tauften wir diese besondere Cuvée „Franz Josef“, zum Andenken und in Dankbarkeit an Vater und Großvater von Hans Pitnauer.

Nach weiteren Verbesserungen und geschmacklichen Veränderungen wird der „Franz Josef“ seit dem Jahrgang 1990 mit ca. 50% Cabernet Sauvignon und 50% Zweigelt gekeltert. Eine Sortenpartnerschaft, die sich mehr als bewährt hat. Als besonders interessant erweist sich das Verhältnis von Zweigelt und Cabernet Sauvignon im Rahmen der Reife. So dominiert in den Jugendjahren des Weines der Geschmack des Zweigelts, erst nach einigen Jahren der Reife werden die Johannisbeer-Aromen des Cabernet Sauvignon dominanter.

Im Laufe der Jahre wurden die Erträge in den Weingärten zugunsten der Qualität reduziert. Auch die schonende Vinifizierung hat sich weiterentwickelt. Handlese und genaue Auswahl der zu verarbeitenden Trauben sowie die schonende Vergärung ermöglichen damals wie heute hohe Extrakt-, Alkohol- und Farbgehalte sowie den unverkennbaren Geschmack des aussagekräftigen Weins, der durch die langsame und edle Reife seine Wertigkeit unter Beweis stellt. Es ist die intensive und dennoch unaufdringliche Art, die noble Eleganz, die die Liebhaber des „Franz Josef“ über die Jahrzehnte hinweg zu schätzen gelernt haben.

Weine dieser Art treten mit würdig dunklem granatroten Ornat auf und verströmen ernsten und erregenden Duft zugleich. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der DNA des noch immer jungen Weinbaugebietes Carnuntum (offizielles Weinbaugebiet seit 1992) und erfreuen sich – allen internationalen Trends zum Trotz –großer Beliebtheit. Die imposante Kraft, die in ihnen steckt, wird oft wegen ihrer Eleganz und dem charmant-verspielten Trinkfluss unterschätzt. Man denke an einen Franz Josef 2008 mit 15%vol. Alkohol, der alles andere als offensiv oder gar stechend in Erinnerung bleibt.

Charmant nehmen solche Weine besonderer, oft überaus bedeutungsvoller Jahre den Weintrinker für sich ein, mit ihren Aromen nach saftigen Kirschen, nach Malz und Karamell, dann wieder Wald- und Johannisbeeren, milde Würze und feinen Röstaromen. Es sind liquide Memoiren, an die sich der Weintrinker noch lange nach dem letzten Schluck lächelnd zurückerinnert. Wer heute noch ein paar Flaschen aus den 90er-Jahren im Keller lagernd hat, ist beneidenswert. Diese 20 bis 30 Jahre alten Weine haben sich erstaunlich gut gehalten und sind noch immer ein Genuss; sie sind stille Zeitzeugen des vergangenen Jahrtausends.

Aber auch in jungen Jahren können solche Cuvées Größe zeigen. Der „jüngere“ Franz Josef 2013 beispielsweise macht uns jetzt schon große Freude und damit sind wir nicht die Einzigen – erzielt er doch neben vielen anderen Auszeichnungen auch 4 Sterne im Vinaria Weinguide inklusive „TIPP“-Bewertung (=„ausgezeichneter Wein, exemplarisch für seine Kategorie“).“


Beste Lagen - Die Cuvée „Franz Josef“ des Weinguts Pitnauer wird aus Trauben der besten Göttlesbrunner Lagen gekeltert, der Cabernet-Sauvignon aus der Ried Hagelsberg, der Zweigelt aus der Ried Kräften. Die Trauben werden ausnahmslos händisch gelesen und selektioniert. Der Wein reift 24 Monate in neuen französischen Barriques und sollte danach noch in der Flasche weiter reifen. In besonders guten Jahrgängen werden auch kleine Mengen einer Großen Reserve gefüllt.

Die Familie Pitnauer bewirtschaftet 22 Hektar Rebflächen in den besten Lagen in und um Göttlesbrunn. Bei den Weißweinen stechen der stets hervorragende, sortentypische und mit endlosem Trinkvergnügen gesegnete Muskateller hervor und der Grüne Veltliner aus der Toplage Hagelsberg. Für den Sommer ein Tipp ist der Sekt Pitnauer Brut Rosé, überwiegend vom Zweigelt mit kleinen Teilen Cabernet Sauvignon und Merlot, 30 Monate auf der Feinhefe. Hans Pitnauer meint dazu: „Unsere kleine Überraschung für Champagner-Fans!“

Bei den Rotweinen haben sich die Pitnauers neben den Legenden „Bienenfresser“ (100 % Zweigelt) und „Franz Josef“ sowie dem Basis-Zweigelt Rubin Carnuntum auf sortenreinen Ausbau fokussiert. Kleinode sind der Cabernet Franc Reserve und der Merlot Quo Vadis. Verkostet können alle Pitnauer-Weine am Weingut werden, jeweils samstags von 13.00-17.00 Uhr oder gegen Voranmeldung.

Hier finden Sie die aktuelle Pitnauer-Zeitung, die der Vinaria-Ausgabe 1/19 beilag, zum Nachlesen (das Original kann vom Weingut bezogen oder beim nächsten Besuch dort mitgenommen werden). 

www.pitnauer.com
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