Amadors 3 Sterne lösen Kritiker-Schlacht aus!

Amadors 3 Sterne lösen Kritiker-Schlacht aus!

3 Sterne für Juan Amador lösen Kritiker-Schlacht aus!

Volle Wäsch‘ geben sich die Gourmetkritiker aus Österreich und Deutschland in der Diskussion um die 3 Michelin-Sterne für Juan Amador (51), der erstmals diese 3 Sterne nach Österreich holen konnte. Die Kernfrage: Ist das gerecht gegenüber Steirereck & Co? Die Deutschen werfen den Ösis Kleinkariertheit vor.

Hauptziel der deutschen Kritiker-Angriffe ist der führende Gourmetkritiker Österreichs, Severin Corti, der die einschlägigen Ressorts bei Standard und News aufgebaut hat, bei zahlreichen anderen Medien mitarbeitet. In der Tageszeitung „Der Standard“ setzte sich Corti vor wenigen Tagen sehr analytisch mit den Hintergründen der Auszeichnung für Juan Amador auseinander. Dabei stellt der Autor die hohe Kompetenz Amadors und seine „regional und saisonal unabhängige Küche, die mit internationalen Luxusprodukten arbeitet“ nicht infrage. Ganz im Gegenteil: Amador holte vor seinem Erfolg in Wien mit zwei Restaurants in Deutschland (Nähe Frankfurt, Mannheim) acht Mal in Folge 3 Sterne.

Severin Corti warnt aber, dass die ausgezeichneten österreichischen Spitzenköche nun diesem „Fingerzeig von Michelin,….. welcher Weg zur Höchstwertung führt“ folgen könnten. Und das wäre laut Corti fatal, womit er vielen Gourmets hierzulande aus der Seele spricht: „Jetzt hat ausgerechnet Juan Amador, der einen auf (teilweise jahrzehntealten) "Signature-Dishes" fokussierten Küchenstil aus importierten Luxusprodukten pflegt, als Erster in Österreich drei Michelin-Sterne bekommen. Das geht offenbar gar nicht, noch dazu, wo er Deutscher ist: Von so einem wollen wir uns nicht zeigen lassen müssen, wie man preiswürdig kocht“, so Corti launisch in einem ersten Kommentar im „Standard“.

Das brachte nicht nur Juan Amador in Wallung, sondern auch die deutschen Kritiker, zu denen Amador enge Kontakte pflegt. Nur weil Amador ein Deutscher mit spanischen Wurzeln ist, der der Liebe wegen nach Wien kam (die Visagistin Berghild Amador ist die Ex-Frau von Reinhard Gerer), kämen die Österreicher nicht mit der hohen Auszeichnung zurecht, lautete der Tenor in deutschen Medien.

Großkritiker Jürgen Dollase etwa ortet ein „Ganz kleines Karo in Wien“, wirft den österreichischen Journalisten vor, mit der Auszeichnung von Amador nicht zurecht zu kommen: „Eigentlich müsste sich jeder, der irgendetwas mit gutem Essen zu tun hat, über den dritten Stern für Juan Amador in Wien freuen. Es trifft schließlich einen Koch, der das Kunststück vollbracht hat, in drei verschiedenen Restaurants dieses Niveau zu realisieren..…. Den Kollegen in Österreich passt das aber offensichtlich gar nicht. Die Reaktionen zeigen teilweise ein überraschend niedriges Reflektionsniveau, sind unsachlich, unlogisch, auch aufgeregt und verraten zudem im Hintergrund erstaunlich autoritäre Positionen.“

Die Basis des Küchenstils von Juan Amador bilden seit jeher die klassischen Küchen Kataloniens, Frankreichs und des Baskenlandes. Amador betonte selbst mehrfach, sich in einer Reihe mit den spanischen Legenden Ferran Adrià und Juan Mari Arzak zu sehen. Nach Auffassung von Jürgen Dollase unterscheidet sich Amador von diesen dadurch, dass es „bei ihm oft wesentlich besser schmeckt als bei der spanischen Konkurrenz.

Den gesamten Beitrag von Severin Corti im „Standard“ finden Sie hier
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