Münchner Wiesn: Poker um Löwenbräu-Zelt

Münchner Wiesn: Poker um Löwenbräu-Zelt

Münchner Wiesn: Weiter Poker um Löwenbräu-Zelt

Ludwig „Wiggerl“ Hagn, nach über 40 Jahren dienstältester Wiesn-Wirt beim Münchner Oktoberfest, hat bei der Abrechnung der Umsatzpacht einen Fehler zu seinen Gunsten gemacht und dann die Stadt München selbst um Überprüfung gebeten. Seither spekulieren Medien, ob Hagn dafür als Wirt des beliebten Löwenbräu-Zeltes von der Wiesn fliegen könnte. Den Schaden von 110.000 Euro hat Hagn der Stadt mittlerweile erstattet.

Wiggerl Hagn (80) hat nach Neujahr selbst Druck von der Sache genommen und sich nicht mehr um das Löwenbräu-Zelt beworben. Aber nicht, weil er Schuldgefühle habe, sondern weil er nicht wolle, dass die Stadtverwaltung über seinen Verbleib auf der Wiesn entscheiden müsse, wie er der Münchner Abendzeitung sagte. Zudem wolle er dadurch verhindern, dass die Wiesn Schaden nehme. Stattdessen hätte er die Lizenz gerne für seine Tochter Steffi, selbst Wirtin, und seinen Enkel Lukas, immerhin gelernter Koch und Kellner, wie Hagn anmerkt.

Hagn scheidet nach fast 40 Jahren als Wirt und Geschäftsführer des Löwenbräuzelts aus. 1979 hatte er das Zelt gemeinsam mit seiner Mutter übernommen. Wiesn-Wirt war Hagn bereits seit 1956. Zum Oktoberfest kam Hagn nach dem überraschenden Tod seines Vaters, der seit 1953 Wirt im Schützenfestzelt war. Hagn war somit seit 65 Jahren auf der Wiesn.

Hinter den Kulissen wird wie wild ums Löwenbräuzelt gepokert. Freie Wiesn-Zelte sind sehr selten zu haben. Das letzte Wort hat die Stadt München als Veranstalter des Oktoberfestes. Vor allem eine prominente Wirte-Familie aus München soll ein Auge auf das Löwenbräuzelt geworfen haben. Nach Medien-Informationen gebe es eine Vereinbarung zwischen der Brauerei und der Wirte-Familie in der angeblich steht, dass bei Neuvergabe des Zelts ein Mitglied dieser Wirte-Familie bei der Punktevergabe fürs Löwenbräuzelt besonders zu berücksichtigen sei.

In München rechnet man mit einer Reihe von qualifizierten Bewerbungen für das Löwenbräuzelt, eines der Herzstücke des Oktoberfests. Auch Sterne- und Fernsehkoch Alfons Schuhbeck möchte „als Krönung meiner Karriere“ ein Zelt auf der Wiesn haben. Ob klein oder groß sei ihm egal, Hauptsache es klappt, meinte der für seine Gewürzküche international bekannte bayrische Küchenstar. Seine Bewerbung hat er bei der Stadt München bereits abgegeben. Im Rennen um das Löwenbräuzelt sehen ihn Insider aber nicht.

Das diesjährige Münchner Oktoberfest steigt von 21. September bis 6. Oktober 2019.

www.oktoberfest.de
Zurück