Russische Investoren kaufen Gault&Millau

Russische Investoren kaufen Gault&Millau

Russische Investoren übernehmen Gault&Millau

Beim französischen Gastronomieführer Gault&Millau sind nach Angaben des bisherigen Eigentümers Come de Cherisey russische Investoren zu 100 Prozent eingestiegen. Sie hätten die nötigen Finanzmittel, um den Gourmetratgeber weiterzuentwickeln, sagte er gegenüber Medien in Paris. Ein Kaufpreis wurde nicht geannt, dieser dürfte allerdings erheblich sein, zumal es sich um eine wertvolle Marke handelt.

Die Übernahme durch die russische Familie betrifft die Holdinggesellschaft, die Eigentümerin der Marke und Lizenzgeberin für die einzelnen Ausgaben des Restaurantführers. Eine russische Ausgabe des Gault&Millau exisitiert bereits. Vladislav Skvortsov vertritt im Unternehmen ab sofort die neuen Eigentümer. Neuer Präsident des Gault Millau wird Jacques Bally, der davor unter anderem für die „Groupe Ducasse“ tätig war.

Neben dem Heimatland Frankreich werden G&M-Ausgaben in 20 weiteren Ländern jeweils selbstständig in einem Lizenzsystem geführt, woran sich vorerst nichts ändern soll. In Österreich ist das Unternehmen von Karl und Martina Hohenlohe Lizenznehmer für die Ausgabe Gault&Millau Österreich. Die Hohenlohes haben die Lizenz vor etlichen Jahren vom Verlagshaus Kurier übernommen, der den Guideverlag samt Lizenz seinerseits vom legendären G&M Österreich-Pionier Michael Reinartz gekauft hatte.

Christian Millau und sein Journalistenkollege Henri Gault hatten 1969 ihr eigenes Magazin gegründet, zu dem dann ein jährlicher Restaurantführer hinzukam. Mit diesem erkämpften sie sich einen Platz neben dem berühmten „Guide Michelin“. Mit ihrem 1973 veröffentlichten Manifest prägten Millau und Gault den Begriff der „Nouvelle Cuisine“ – und trugen maßgeblich dazu bei, diese neue Kochbewegung von Frankreich aus weltbekannt zu machen. Gault starb im Jahr 2000, Millau 2017.

Der „Gault&Millau“ bewertet Restaurants nach dem französischen Schulnotensystem mit 0 bis 20 Punkten, wobei die Höchstwertung praktisch nie vergeben wird. Daneben gibt es Haubensymbole ab 13 Punkten (1 Haube), vier Hauben dann ab 19 Punkten. In Österreich hat sich der Begriff „Haubenkoch“ zudem im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.

www.gaultmillau.com
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