Trump droht Frankreich mit „Weinkrieg“

Trump droht Frankreich mit „Weinkrieg“

Trump droht Frankreich mit „Weinkrieg“

Einmal mehr griff der POTUS (President of the United States) zu seinem Lieblings-Kommunikationsmittel Twitter und drohte Frankreich mit einem Weinkrieg, sollte die EU nicht ihre Zölle für Weineinfuhren aus den USA senken. Rund um den nicht ganz konfliktfreien Besuch des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron setzte Donald Trump am 13. November 2018 einen seiner gefürchteten Tweets ab, der stets –zig Millionen von Followern erreicht.

„The problem is that France makes it very hard for the US to sell its wines into France, and charges big Tariffs, whereas the US makes it easy for French wines, and charges very small Tariffs. Not fair, must change!“, so der POTUS im Wortlaut. Trump übersah dabei, dass es sich um weitgehend einheitliche Zölle der EU handelt und hätte damit seine Attacke wieder einmal gegen Brüssel richten müssen. Aber solche Kleinigkeiten kümmern einen großen Präsidenten nicht.

Ein Faktencheck ergab, dass die EU auf Importe von US-Weinen gestaffelte Zölle von 11 bis 29 US-Cent pro Flasche 0,75 einhebt. Umgekehrt macht der US-Zoll auf Importe von Weinen aus der EU 5 US-Cent für Weine und 14 US-Cent für Schaumweine aus. Trumps Problem sind aber eher die Mengen, die weit auseinander klaffen: 2017 exportierten US-Winzer Weine im Wert von 553 Mio Dollar in die EU, um 19 % weniger als noch ein Jahr davor. Umgekehrt wurden aus der EU in die USA Weine im Wert von rund 4 Milliarden Dollar (3,6 Mrd. Euro) exportiert, also etwa die siebenfache Menge. Der Großteil davon stammte aus Frankreich, gefolgt von Italien und Spanien.

Peinlich betreten waren zeitgleich eine Reihe von US-amerikanischen Importeuren, die an einem Dinner in der französischen Botschaft in Washington teilnahmen. Diese reagierten indisponiert, machen doch französische Weine einen Großteil ihres Geschäfts aus und sind wegen der latenten Preissteigerungen ohnehin schon an preislichen Schmerzgrenzen angelangt. „Strafzölle“ Trumps auf französische Weine könnten den Markt nachhaltig ruinieren. Dazu kommt das zwingend vorgeschriebene dreistufige Import- und Handelsmodell des US-Weinhandels. Dort sind Importeure in der Regel nicht die Inlands-Händler und müssen sich Händler meist noch eines zwischen geschalteten Großhandels bedienen. Das macht importierte Weine in den USA meist unglaublich teuer gegenüber den Ursprungsländern.
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