Preisverfall. Ein Kilo Trauben um 30 Cent!

Preisverfall. Ein Kilo Trauben um 30 Cent!

Preisverfall. Ein Kilo Trauben um nur 30 Cent!


Immer, wenn in einem Weinjahr eine gute Erntemenge absehbar ist, sinken schon zu Beginn der Lese die Traubenpreise. Das stete Spiel von Angebot und Nachfrage. Nachdem in den vergangenen Jahren die Traubenpreise tendenziell stabil waren, seit dem miesen Jahr 2014 sogar etwas angezogen haben, werden derzeit im freien Handel wieder Preise bezahlt, von denen Traubenproduzenten nicht leben können. Der Weinbauverband befürchtet daher weitere Stillegungen von kleinen Weinbaubetrieben, die nur vom Traubenverkauf leben müssen.

Hat ein Nebenerwerbswinzer einmal seinen Betrieb stillgelegt, fehlen diese Traubenmengen dem Handel und den Winzern in den Folgejahren. Schmerzlich dann, wenn es mengenmäßig kleine Jahre sind. Josef Glatt, Geschäftsführer im Bundes-Weinbauverband erläutert: „Der Handel sägt wieder einmal an dem Ast, auf dem er sitzt.“

Besonders schmerzlich angemerkt wird, dass schon Anfang August zu Beginn der Lese im Burgenland Trauben um nur 30 Cent pro Kilogramm auf den Markt kamen beziehungsweise zu diesem Preis verkauft werden mussten. Zwar handelte es sich dabei um keine besonderen Qualitäten und um Trauben der sehr früh reifenden Sorten, die für Moste und Säfte verwendet werden, aber die Tendenz war damit vorgegeben.

Viele Winzer, die Trauben zukaufen, und Genossenschaften, die Trauben ihrer Mitglieder verarbeiten, haben sich im Laufe der Zeit Vertrags-Traubenlieferanten heran gezogen. Diese erhalten – etwa bei der Domäne Wachau und von vielen namhaften Winzern in ganz Österreich – klare Vorgaben hinsichtlich der Arbeit im Weingarten, der Produktionsmengen und der Lesezeitpunkte. Der Lohn der Mühe ist dann ein attraktiver Traubenpreis, der auch kleinen Nebenerwerbswinzern ein tragfähiges Einkommen sichert.

Topwinzer setzen überhaupt auf enge Bindung ihrer Traubenlieferanten. Je nach Sorte, Qualität und Lage (Riede) sind dann Traubenpreise von drei Euro pro Kilo keine Seltenheit. In gefragten Toplagen etwa in der Wachau, im Kamptal oder in Wien können die Traubenpreise für Spitzenqualitäten noch deutlich darüber liegen. Freilich sind die Mengen, um die es dabei geht, österreichweit betrachtet nicht von Relevanz.
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