Die besten Zweigelt aus dem Burgenland

Die besten Zweigelt aus dem Burgenland

Die besten Zweigelt aus dem Burgenland


Wahrhaft ein weites Feld beschreiten die burgenländischen Rotweine der Sorte Zweigelt aus den Jahrgängen 2017, 2016 und 2015, denn die Bandbreite der verschiedenen Interpretationen ist groß. Dies gilt insbesondere auch für die kontrollierte Herkunft Neusiedlersee, die mit großem Abstand die meisten Proben im neuen Vinaria Zweigelt Cup Burgenland gestellt hat.
Die Ära, in der Zweigelt als eher anspruchslose, preisgünstige Ergänzung des Rotweinsortiments angesehen wurde, ist glücklicherweise schon länger vorüber. Auch waren die aktuellen Jahrgänge 2017 bis 2015 dazu angetan, aus der Zweigelt-Rebe durchaus anspruchsvolle Tropfen zu keltern, wobei der durch Spätfröste und andere ungünstige Witterungsbedingungen mengenmäßig stark reduzierte Jahrgang 2016 die burgenländische Winzerschaft vor schwierige Aufgaben gestellt hat.

Klassik & Reserven - Die Aufgabenstellung war bei dieser Verkostung je nach Jahrgang sehr unterschiedlich. So waren aus 2017 die sogenannten klassischen Repräsentanten am Prüfstand, die schon recht früh ihren Weg in die Flasche genommen haben und für unkomplizierten, jugendlich-erfrischenden Trinkgenuss sorgen sollen. Für diese Vertreter hat sich das sehr gute Rotweinjahr 2017 mit seinem Jahrhundertsommer und gesegneten Herbst selbstverständlich positiv bemerkbar gemacht. Hier waren in erster Linie klares Fruchtspiel, ein leichtfüßiger und animierender Charakter und frühzeitiger Trinkfluss gefragt.

So etwa der ungemein dunkelbeerige Ruster Zweigelt von Günter und Regina Triebaumer, der tiefe Fruchtfülle mit erstaunlicher Eleganz zu verbinden versteht, und die etwas leichter strukturierte, ebenfalls sehr erfrischende und balancierte Zweigelt Selection des Golser Winzers Markus Iro, dessen glockenklare Zweigelt-Interpretationen immer wieder für Spitzenplätze gut sind. Ebenso gelungen ist der Zweigelt Heideboden von Gerhard Pittnauer, dessen aparte Fruchtakzente und markanter Säurebogen die überaus eigenständige Handschrift dieses Golser Spitzenwinzers verraten.

In der Spitzengruppe anzusiedeln sind der Zweigelt der Standardqualität des Mönchhofer Weingutes Pöckl, der sich nahezu filigran und doch ausdrucksstark sowie nuanciert über den Gaumen bewegt, sowie der Zweigelt Classic des Lutzmannsburger Rotweingutes Prickler, der besonders ungekünstelt und fordernd erscheint und mit kerniger Fruchtnote und viel Biss überzeugt.

Tolle 2016 Reserven - Für die positive Überraschung im Premiumbereich haben die 2016er-Reserven gesorgt. Speziell die blitzsauber akzentuierten Fruchtnoten und die gehörige Rasse lassen diesen Jahrgang hervorstechen, den beispielsweise „The Butcher“ Johann Schwarz aus Andau zu einem Schwarz-Rot genutzt hat, der ein wahres Fruchtfeuerwerk am Gaumen abbrennt und sich bei aller Kraft vor allem über seine Finesse definiert – zweifellos ein Zweigelt der Extraklasse, ja ein Rotwein von internationalem Format und vermutlich auch der bislang beste Repräsentant in der langen schwarz-roten Historie.

Ein hübsches, herbes Duftspiel sowie unterkühlte Eleganz und dunkelfruchtiger Charme waren nur einige der positiven Eigenschaften des Zweigelt Classique des Weingutes Pöckl, der vor allem mit seinem Trinkfluss überzeugte. In das gleiche Horn stieß gewissermaßen der Ungerberg von Markus Iro, der ebenfalls in eine sehr pointierte und elegante Richtung weist. Ganz anders gelagert waren beispielsweise die ebenfalls hervorragenden Zweigelt-Ausformungen des Golser Betriebes Allacher – Vinum Pannonia – ausgereift und opulent, gebündelt und substanzreich, beschreibt am Gaumen einen weiten Bogen – und vom Deutschkreutzer Weingut Kirnbauer, dessen Reserve von der Ried Girmer springlebendig und fruchtsüß sowie mit samtigen Tanninen ausgestattet über den Gaumen rollt.

Die allermeisten Proben kamen aus dem ausgezeichneten Rotweinjahr 2015, in dem die hohe Reife alles in allem für sehr kräftige und saftige Weine mit überschwänglichem Fruchtspiel und seidigen Tanninen gesorgt hat. Zahlreiche dieser substanzreichen und strukturierten Weine haben ihren Zenit noch gar nicht erreicht.

2015 mit viel Potenzial - Eine tolle 2015er-Reserve hat beispielsweise der Illmitzer Seewinkelhof der Familie Salzl mit seinem Sacris realisiert, der großzügig und ausgereift mit liköriger Fruchtfülle und viel Charme über den Gaumen gleitet, aber nach und nach auch Vielschichtigkeit und Tiefgang ausspielt. Zweifellos ein Zweigelt, der für längere Lagerung prädestiniert ist. Dies gilt mit freilich anderen Vorzeichen auch für den Distelwiese-Zweigelt des Halbturner Weingutes Unger, wo Kellermeister Andreas Unger einen Wein mit ausgedehntem, kräftigem Eicheneinsatz ausgebaut hat, dessen herzhafte Waldbeerenfrucht und feine Struktur sowie rahmige Fülle aber schon frühzeitig für Einklang und Harmonie in selten schöner Ausprägung sorgen.

Wiederum eine Bank ist auch der Schwarz-Rot von Altmeister Johann Schwarz, wenn er auch bei aller Opulenz und rosiniger Reife nicht an die Strahlkraft und Finesse des 2016er-Nachfolgers heranreicht. Andi Kollwentz vom Großhöfleiner Weingut zeigt, dass er nicht nur mit Blaufränkischen und Cuvées bestens umgehen kann, sondern offensichtlich auch seinem dunkelbeerigen und einschmeichelnden Zweigelt genügend Beachtung und Wertschätzung zollt. Sehr interessant präsentiert sich auch der Zweigelt sixty-eight des Golsers Georg Preisinger, der ungekünstelt und kraftvoll erscheint, aber wohl noch einige Reifezeit zur weiteren Verfeinerung benötigt.

Seinen ersten Höhepunkt erreicht hat hingegen die Zweigelt Reserve von Paul Rittsteuer, die herb und zupackend, ja nahezu Blaufränkisch-affin beginnt und Körperreichtum mit Fruchtcharme und Vitalität verbindet. Ebenfalls der prononciert im kleinen Fass ausgebauten Richtung gehört die noble und fein verwobene Zweigelt Reserve des Weingutes Berger Leginthov aus Mönchhof an, das für uns noch ein unbeschriebenes Blatt dargestellt hat. Schon öfter gelobt haben wir hingegen die roten Gewächse von Artisan Wines aus Halbturn, von Erich und Claudia Giefing aus Rust und von Juliana Wieder, die ebenso wie der überaus kraftvolle und traubige Illmitzer Römerstein des Apetloner Winzers Münzenrieder und die Luckenwald Reserve des bekannten Golser Betriebes Hans Nittnaus für apartes Trinkvergnügen auf hohem Niveau stehen.

Alles in allem gibt es also keinen Grund, derart erfreuliche Gewächse aus der Zweigelt-Rebe etwa gegenüber Blaufränkisch oder St. Laurent geringzuschätzen, wobei die allerbesten Repräsentanten auch über genügend Potenzial für die zumindest mittelfristige Lagerung verfügen.

Die gesamte Verkostungs-Reportage mit allen Weinbewertungen und -beschreibungen und den Winzer-Interviews finden Sie in der aktuellen Ausgabe Vinaria 4/2018. Bestellen Sie Vinaria jetzt einfach & bequem zum Erscheinungstermin nach Hause. Das 1-Jahresabo Vinaria inkl. Prämie für Neuabonnenten ist ab € 39,- (EU-Ausland € 55,-) erhältlich. Jetzt im Vinaria Abo-Shop bestellen!


Toplist Zweigelt Reserve 2016 (Auszug)
17,7 Johann Schwarz | Schwarz-Rot 1. Platz
16,6 Allacher | Zweigelt Salzberg
16,3 Kirnbauer | Girmer Zweigelt Reserve
16,2 Pöckl | Zweigelt Classique
16,1 Iro | Zweigelt Ungerberg
15,8 Kummer | Zweigelt NSS Ried Zeiselberg
15,8 Unger | Zweigelt Kaiserberg
15,6 Pasler | Franz Blauer Zweigelt
15,6 Franz Schindler | Zweigelt Neuland
15,6 Weinhäusel | Zweigelt Gunderitsch
15,5 Gober | Zweigelt
15,5 Goldenits | Blauer Zweigelt Select
15,4 Goldenits | Zweigelt NSS Classic zweigold
15,4 Haider | Zweigelt Reserve Juckon
15,4 Kiss | Red Kiss Zweigelt Selektion


Toplist Zweigelt Reserve 2015 (Auszug)
17,3 Salzl | Sacris 2. Platz
17,2 Unger | Distelwiese Zweigelt 3. Platz
16,6 Johann Schwarz | Schwarz-Rot
16,3 Kollwentz | Zweigelt Föllikberg
16,2 Berger Leginthov | Zweigelt Reserve
16,1 Rittsteuer | Zweigelt Reserve NSS
16,0 Georg Preisinger | Zweigelt sixty-eight
15,9 Artisan Wines | Zweigelt Reserve NSS
15,9 Giefing | Zweigelt Reserve
15,9 Münzenrieder | Zweigelt NSS Ried Illmitzer Römerstein
15,9 Winzerhaus Nittnaus | Zweigelt Spiegelluss
15,9 Salzl | Zweigelt
15,9 Wieder | Zweigelt Glimmerschiefer
15,7 Hans Nittnaus | Zweigelt NSS Reserve Luckenwald
15,6 Lentsch | Blauer Zweigelt Ried Großfeld
15,6 Schaller vom See | Uferlos Zweigelt
15,5 Keringer | Zweigelt 100 Days
15,5 Ziniel | Hutweide Zweigelt


Toplist Zweigelt Klassik 2017 (Auszug)
16,0 G. & R. Triebaumer | Zweigelt Rust
15,7 Iro | Zweigelt Selection
15,7 Pittnauer | Zweigelt Heideboden
15,6 Pöckl | Zweigelt
15,4 Prickler | Zweigelt Classic
15,2 Thell | Zweigelt NSS
15,1 Lentsch | Blauer Zweigelt
15,0 Temer | Zweigelt NSS


Best Buy Zweigelt (Auszug)

Zweigelt Reserve 2015 bis € 12,00
15,9 Artisan Wines | Zweigelt Reserve NSS € 12,–
15,9 Salzl | Zweigelt € 9,20
15,6 Lentsch | Blauer Zweigelt Ried Großfeld € 9,50
15,6 Schaller vom See | Uferlos Zweigelt € 9,90
15,4 Lentsch | Markus Zweigelt Reserve € 12,–

Zweigelt Reserve 2016 bis € 12,00
16,2 Pöckl | Zweigelt Classique € 10,20
15,6 Pasler | Franz Blauer Zweigelt € 6,–
15,6 Weinhäusel | Zweigelt Gunderitsch € 6,–
15,5 Gober | Zweigelt € 5,50
15,4 Goldenits | Zweigelt NSS Classic zweigold € 7,50
15,4 Haider | Zweigelt Reserve Juckon € 8,50
15,4 Kiss | Red Kiss Zweigelt Selektion € 9,–

Zweigelt Klassik 2017 bis € 9,00
16,0 G. & R. Triebaumer | Zweigelt Rust € 8,30
15,7 Iro | Zweigelt Selection € 7,70
15,7 Pittnauer | Zweigelt Heideboden € 9,–
15,6 Pöckl | Zweigelt € 7,20
15,4 Prickler | Zweigelt Classic € 6,–
15,2 Thell | Zweigelt NSS € 6,50
15,1 Lentsch | Blauer Zweigelt € 6,–
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