Domäne Wachau zeigt den „Mythos Kellerberg“

Domäne Wachau zeigt den „Mythos Kellerberg“

Domäne Wachau zeigt den „Mythos Kellerberg“


Die Domäne Wachau griff tief in die Schatzkiste und stellte eine spannende Vertikale der Wachauer Paradelage Kellerberg auf die Beine, Rieslinge und Grüne Veltliner aus fünf Jahrzehnten, tocken und süß. Weingutsleiter Roman Horvath MW und Kellermeister Heinz Frischengruber legten beim „Mythos Kellerberg“ besonderes Augenmerk auf die Vielseitigkeit der Jahrgangstypizitäten.

Am Kellerberg dominiert der Gföhler Gneis, ein sehr poröser Boden, den die Wurzeln der alten Reben ausgezeichnet durchdringen und so enorme Mineralität aufnehmen können. In Kombination mit den sehr steilen Lagen, die nach Süden und Südosten ausgerichtet sind, entstehen extrem dichte und mineralische Weine. Kühle Luftmassen wandern nächtens aus dem Waldviertel über die Rebflächen und sorgen dafür, dass die Weine kühl und straff geraten. Mit etwas Fantasie schmeckt ein guter Kellerberg wie ein flüssiger Stein. Mineralität pur.

Zum Aufwärmen wurde der aktuelle Jahrgang 2017 frisch vom Fass in Form von Grüner Veltliner Smaragd und Riesling Smaragd unter die Lupe genommen. 2017 zählt zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen, wenn man die Durchschnittstemperatur als Vergleichswert heranzieht. Dementsprechend befanden sich zwei mächtige Weine im Glas, die vor Schmelz und Fruchtextrakt nur so strotzten. Nachdem Riesling generell mehr Säure hat und diese auch in warmen Jahren gut behält, hatte der Riesling in diesem Flight am Gaumen die Nase vorn.

Ganz spannend die 2. Serie, in der ein warmer, trockener Jahrgang mit Bilderbuch-Altweibersommer (2011), ein kühler Jahrgang (2010) und ein feuchter Jahrgang (1996) mit viel Botrytis gegenübergestellt wurden. In der derzeitigen Form überzeugte der 2010er.

In der 3. Serie standen sich 1983 mit seinem Jahrhundertsommer, 1979 mit warmem Frühjahr und Herbst und 1977, wo es ähnlich wie 2016 durch Spätfrost verzögerte Reife gab, gegenüber. Der 1983er präsentierte sich grandios und bestätigte, dass sich auf lange Sicht sonnige Jahrgänge durchsetzen.

Grenzgenial dann die 4. Serie, als sich die Trockenbeerenauslesen der sonnigsten Jahre 2015 und 2009 gegenüberstanden. Der Riesling TBA 2015 bot einen krönenden Abschluss für eine äußerst gelungene Vertikale.

www.domaene-wachau.at
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