Frontal-Attacke gegen „50 Best Restaurants“

Frontal-Attacke gegen „50 Best Restaurants“
Frontal-Attacke gegen „The World’s 50 Best Restaurants“

Kürzlich wurde das viel zitierte Ranking „The World’s 50 Best Restaurants“ in Bilbao (Nordspanien) veröffentlicht. Während Köche aus aller Welt zittern, gehen Kritiker hart ins Gericht. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) nennt das Listing gar die „albernste Rangliste der Welt“.

Die ganze Veranstaltung zur „unwürdigsten Gastro-Liste aller Zeiten“, habe sich endgültig zu einer Mode- und Promi-Show entwickelt, die mit guter Küche nur noch am Rande zu tun habe, schreibt die Zeitung. Für jeden seriösen Journalisten verbiete es sich, die Ergebnisse der „Bewertungen“ zu analysieren, die von 1.000 „Experten“ abgegeben würden, die niemand kenne.

Dass die deutschen, österreichischen und Schweizer Köche wieder kaum Beachtung fanden liege vermutlich daran, dass die internationale Gastroshow namens „50 Best“ wieder einfach lärmend an den stillen oder nicht ganz trendigen Stars vorbeigezogen sei, resümiert die NZZ. Österreich ist mit dem Steirereck weit vorne (14. Rang) vertreten, die Schweiz mit Andreas Caminada. Alle anderen Toplokale beider Länder schauen durch die Finger. Bester Deutscher Chef ist Tim Raue auf Rang 37. An Größen wie Thorsten Michel (Schwarzwaldstube), Joachim Wissler, Christian Jürgens, Sven Elverfeld, Kevin Fehling und vielen anderen zieht das Ranking kommentarlos vorüber.

Die NZZ weiter: Ein Händchen für Show haben sie auch, die Organisatoren des Wettbewerbs. Es geht zu wie bei den Oscar-Feierlichkeiten in Hollywood, aber statt der Schauspieler posieren Köche, Köchinnen und Begleiter vor der Sponsorenwand. Manche haben sich in Schale geschmissen, ein paar Journalisten sind auch da, der Wein fliesst in Strömen. Nur die Gastronomie bleibt auf der Strecke, denn es geht in Wirklichkeit eben kaum ums Essen. Was nicht bedeutet, dass man den Ausgezeichneten ihren Rang nicht gönnen sollte.

In Wirklichkeit ist jedem, der sich mit der Materie beschäftigt, sonnenklar, dass das gesamte Ranking eine sehr dünne Basis hat. Eine Horde von über 1000 „Experten“, die namentlich nicht öffentlich bekannt sind und deren Kompetenz deshalb auch nicht beurteilt werden kann, gibt Tipps, am Schluss wird zusammengerechnet. Bis heute müssen die Influencer nicht nachweisen, dass sie tatsächlich in den bewerteten Restaurants gegessen haben und zu welchen Bedingungen, sie müssen dies nur behaupten.

Den gesamten Beitrag der Neuen Zürcher Zeitung finden Sie hier.

Lesen Sie Details zum Ranking  und zum Steirereck.
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