Vinaria Tipps: Bordeaux 2017 en primeur

Vinaria Tipps: Bordeaux 2017 en primeur

Vinaria Tipps: Bordeaux 2017 en primeur


Mittlerweile scheint schon fast jeder Weinjahrgang durch Extreme auffallen zu wollen: So auch der 2017er in Bordeaux, in dem wieder einmal heiß und kühl, trocken und nass abwechselten. Dazwischen gab es Spätfröste mit teils katastrophalen Auswirkungen. Entstanden ist ein heterogener Jahrgang, der durch Frische und Pikanz gekennzeichnet ist. 80 Prozent der Top-Châteaux konnten eine mehr oder weniger normale Ernte einbringen.

Generell wurden eher kurze Maischestandzeiten gewählt, die Weine bestechen im idealen Fall durch klirrend frische, eher rotbeerige Frucht (besonders die Merlots), knackige Säure und straffe, wenn auch nicht übermäßig kräftige Tannine – vielfach hörte man im Zusammenhang mit den 2017ern das Wort „energetisch“. Folglich gibt es viele bildhübsche, frische wie saftige und elegante Weine, die in absehbarer Zeit antrinkbar sein werden, dafür mehrheitlich nicht für die allzu lange Lagerung geeignet sind. Tolle Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Ausschläge nach unten gibt es aber auch – und das nicht zu knapp: oft handelt es sich um eher schlanke Weine mit welker Frucht und trockenen Tanninen.

Aus der Vielzahl empfehlenswerter Weine eine kleine Selektion von Vinaria: In Saint Émilion gefiel Ausone hervorragend, ebenso wie das unter neuer Leitung stehende Château Troplong-Mondot, dazu u.a. Pavie Decesse, Larcis-Ducasse, Valandraud, Magrez Fombrauge und Beauséjour Duffau Lagarosse sowie der exzellente Neipperg-Wein von Canon La Gaffelière. Im preiswerteren Bereich zum Beispiel La Clotte, Lynsolence, La Prade oder Pressac.

In Pomerol strahlt Vieux Chateau Certan erneut besonders hell, Petrus ist erwartungsgemäß ausgezeichnet, dazu die weiteren üblichen Verdächtigen Trotanoy und Evangile. Unter den nicht ganz so Renommierten sind etwa Gazin, Nenin, La Clemence und Bon Pasteur zu nennen.

Aus Pessac-Leognan und Graves gibt es wenige Überraschungen, wobei es auch etliche tolle Weißweine gibt. Haut-Brion, La Mission und Smith Haut Lafitte sind hervorragend, dazu Pape Clément und Domaine de Chevalier sowie Haut-Bailly. Von den weniger prestigiösen Gütern Latour-Martillac, Malartic-Lagravière und Rahoul sowie als Trinkgenuss in Weiß der Zweitwein von Smith Haut Lafitte namens Hauts de Smith.

In Saint Éstèphe gefiel der Cos d’Estournel am besten, auch Calon Ségur ist sehr empfehlenswert, im etwas günstigeren Bereich stechen Meyney sowie Le Bosq, Tronquoy-Lalande, Les Pagodes de Cos und Le Pez heraus. Von den Premiers in Pauillac gefielen der kräftige Latour und der feine Lafite am besten, der grandiose Pontet-Canet sowie die wunderbare Comtesse de Lalande sind ebenfalls top; dazu Lynch-Bages und der verspielte d’Armailhac. Im günstigeren Bereich etwa Fonbadet.

Die Léovilles zählen wie immer zur Spitze in Saint Julien, wobei Las Cases und Barton großartig sind, aber auch Ducru Beaucaillou. Wieder bemerkenswert gut sind Gruaud Larose sowie Langoa-Barton und Beychevelle, günstig und gut Lalande Borie. Margaux scheint etwas heterogener, Palmer gefiel wieder mit feinen Linien, sehr gut wie fast immer Rauzan-Segla, dazu Lascombes, im günstigeren Bereich auch Siran und Malescot St. Exupery. Aus dem südlichen Haut-Médoc schließlich der gediegene La Lagune, als preiswerte Variante Cambon la Pelouse, aus dem Norden etwa der Preis-Leistungs-Wein von Greysa.

Die gesamte Bordeaux 2017-Reportage mit rund 220 Weinbewertungen und -beschreibungen von Vinaria-Chefredakteur Peter Schleimer finden Sie in der aktuellen Ausgabe Vinaria 3/2018. Bestellen Sie Vinaria jetzt einfach & bequem zum Erscheinungstermin nach Hause. Das 1-Jahresabo Vinaria inkl. Prämie für Neuabonnenten ist ab € 39,- (EU-Ausland € 55,-) erhältlich. Jetzt im Vinaria Abo-Shop bestellen!

Peter Schleimer
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