Wiener Nobelrestaurant Aï legt Millionenpleite hin

Wiener Nobelrestaurant Aï legt Millionenpleite hin

Wiener Nobelrestaurant Aï legt Millionenpleite hin


Schon kurz nach der Eröffnung im Oktobert 2017 zogen dunkle Gewitterwolken über dem selbst ernannten Nobel-Asia-Restaurant Aï im Goldenen Quartier in der Wiener Innenstadt auf. So recht wollte das Geschäft nicht anlaufen, schon bald sprang das Schlüsselpersonal ab, allen voran Küchenchef Sören Herzig und Restaurantmanager Mark Khalife. Zuletzt ging Barchefin Isabella Lombardo. Jetzt legte das Aï eine satte Millionenpleite hin. Konkurs mit über 4,0 Mio. Euro Schulden, keine Weiterführung geplant.

Die Kamp Catering GmbH, die das Aï betreibt, schlittert in den Konkurs. 4,7 Millionen Euro hat die Investment Holding in ihr erstes österreichisches Restaurant gesteckt. Das Nobelrestaurant im Goldenen Quartier sollte vor allem gut betuchte Gäste anlocken, hat aber nach acht Monaten Restaurantbetrieb vier Millionen Euro Schulden angehäuft. Von der Pleite sind 61 Dienstnehmer und 120 Gläubiger betroffen, schreiben die Gäubigerschutzverbände AKV und Creditreform.

Eigentlich wollte die in Beirut und auf Zypern beheimatete "Kamp Hospitality Investments Holding" von Wien aus den Siegeszug in ganz Europa antreten. An eine Fortführung des Unternehmens ist nun aber nicht mehr zu denken. Das Unternehmen wird von der renommierten Sanierungsanwältin Ulla Reisch vertreten.

Die Kamp Hospitality Investment Holding betreibt, dem Vernehmen nach erfolgreich, mehrere Restaurants in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens. Nach den ersten Personalwechseln und einem massiven Mitarbeiterabbau wurde auch von Mentalitätsproblemen gesprochen. Vor allem mit dem österreichischen Arbeitsrecht hatten die Manager aus dem Nahen Osten Probleme. Zudem dürfte die Lage ein Problem gewesen sein: Die Seitzergasse ist zwar sehr zentral und kaum 50 Meter vom legendären Schwarzen Kameel und dem Fabios entfernt, ist aber de facto eine Sackgasse ohne Frequenz. Wer dort nichts Konkretes sucht, kommt dort nicht vorbei.

Eigenen Angaben zufolge seien ein extrem hoher Wareneinsatz sowie "zu gut bezahltes, aber unzureichend qualifiziertes Personal" ein Mitgrund für die Pleite. Dem widersprechen ehemalige und betroffene Mitarbeiter naturgemäß vehement. Vinaria wurde im Februar massiv kritisiert, als über den Abgang von Küchenchef Sören Herzig berichtet wurde. Die damals recherchierten Infos erwiesen sich nun einmal mehr als stichhaltig.

Die Betreiber führen den Umsatzeinbruch zum Jahreswechsel, von dem sich das Aï nicht mehr erholte, zudem auf die negative Kritik in Medien, vor allem in den sozialen Medien zurück. Dort schossen sich User und Gäste vor allem auf den zeitweise schlechten Service ein. Ob der Masseverwalter das Lokal verwerten kann, wird sich weisen. Vermieter des fast 600 m2 großen Restaurants auf zwei Ebenen ist die Signa Holding von Rene Benko, die nun ebenfalls zu den Gläubigern zählt.

www.airestaurant.co
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