Im Demel: Beste Weine zu Wiener Mehlspeisen

Im Demel: Beste Weine zu Wiener Mehlspeisen

Im Demel: Beste Weine zu Wiener Mehlspeisen


Seelenwärmer für graue Tage. Schokoladig-schmeichelnde Noten beherrschen sie genauso wie zarte Strudel oder flaumige Knödel: warme Wiener Mehlspeisen. Wie sie perfekt schmecken sollen, zeigen die Zuckerbäcker von Demel in Wien seit mehr als 200 Jahren. Vinaria bat um einige Gänge – vom Mohr im Hemd bis zum Topfensoufflé. Dazu testeten wir zehn Weine auf ihre Beziehungsfähigkeit mit den süßen Köstlichkeiten: Sekt, Traminer, Auslese, Schilfwein, Eiswein und TBA.

Klassische Mehlspeisen wie Palatschinken, Germ,- Marillen-, Zwetschken- oder Topfenknödel, Mohr im Hemd, Kaiserschmarren, böhmische Liwanzen, Powidltascherln oder Apfelradeln. Eine Auswahl, die ganz ohne Cupcakes, Cakepops & Co. auskommt – österreichisch-traditionell eben. Wenn es um warme Wiener Mehlspeisen geht, poppt sofort ein Name im Kopf auf: der Demel. Die Traditionskonditorei blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück, im Jahr 1786 wurde eröffnet. Immer schon war der Demel ein beliebter Treffpunkt der Aristokratie und des Bürgertums.

Das sieht man auch am Ambiente der wunderbaren Demel-Salons im Rokokostil. Wie damals genießt man auch heute noch Dobostorte, verführerische Cremeschnitten, Teebäckereien, Gugelhupf und Strudel, alles von Hand geformt, gebacken und verziert. Für Vinaria an den Herd begaben sich Geschäftsführer und Chefzuckerbäcker Oliver Csapo sowie die beiden Produktionsleiter Markus Taferner und Alexander Jusits.

Zehn Weine waren diesmal als Begleiter dabei. Zum Einstieg hatten wir zwei Sekte: einmal Traminer-Welschriesling Extra Brut von Christina Hugl (frisch, lebendig, fruchtig mit Pfirsich- und Nektarinennoten) und einmal von Christian Madl eine gereifte Cuvée von Chardonnay und Pinot Noir mit ordentlich Körper. Vom Weingut Strablegg-Leitner kam ein lieblicher Gewürztraminer mit angenehmer Süße, Litschi und Gewürzstrauß. Der Angerhof Tschida steuerte eine leichtfüßige, muskatwürzige Muskat-Ottonel Auslese bei, der Salomon Undhof eine Gelbe Traminer Reserve mit Räuchernase, intensivem Extrakt, Eibischwürze und schöner Länge. Von Jöbstl gab es einen Schilcher-Schnürlwein mit Erdbeerbowle- und Rote-Ribisel-Noten.

In der noch süßeren Abteilung war ein saftiger Eiswein mit feiner Säure und Honig-Nuss-Noten vom Ruster Weingut Hammer dabei, außerdem von Christoph Neumeister eine Saziani TBA mit deutlicher Tropenfrucht und einer Opulenz und Weichheit, die gebündelt auftrat. Der Schilfwein vom Weingut Esterházy zeigte Madeira-artige Noten. Im Finale kam von Kracher die gereifte TBA No. 9 Welsch-riesling Zwischen den Seen mit großer Vielschichtigkeit, Länge und weichem Körper.

Mohr im Hemd - Sehr schöne Kombination aus intensiver Nuss und geschmeidiger Schokolade. Die Sekte waren zum Einstieg gleich einmal voll da. Der Hugl-Sekt stellte sich mit sympathisch schlankerer Art vor, brachte außerdem viel Frische ein und auch die floralen Noten passten. Der reife Madl-Sekt konnte mit seiner Fülle vor allem mit den dunklen Schokoladenoten gut umgehen. Das Zusammentreffen mit der Tschida-Auslese war harmonisch, aber nicht die Idealkombination. Ganz okay die TBA von Neumeister, auch recht frisch, gab aber noch nicht alle Facetten frei. Die Kracher-TBA hatte viel Tiefgang, auch die Säure gefiel. Die beste Begleitung hatte der Traminer von Salomon zu bieten. Ein Feuerwerk an Aromen, der höhere Alkohol war das Rückgrat.

Mohnnudeln mit Apfelmus - Sehr zart, diese Schupfnudeln, trotzdem hatten sie auch genügend Biss. Bei den Sekten passte jetzt der von Christian Madl besser, er brachte mehr Frische mit. Besonders gut in Szene setzte sich der Schilcher. Die Aromatik passte, vor allem die rotbeerige Frucht und der Mohn konnten gut mit-einander. Schön auch der Eiswein von Hammer: weich, saftig, angenehme Fülle. Der Schilfwein von Esterházy warf seine Madeira-Noten in die Waagschale.

Milchrahmstrudel - Ein Gedicht aus Flaumigkeit, Ei und Obers. Wenn man auf eine leichte Begleitung steht, war der Hugl-Sekt mit frischem, fruchtigem Auftritt passend, auch die lebendige Perlage fügte sich gut ein. Ein bisschen unauffällig zeigte sich die Auslese von Tschida, gleichzeitig bestach sie mit sehr viel Harmonie. Diesmal spielte sie weniger Süße aus. Sehr gut wieder der Schilcher, wenn auch ein bisschen süß. Sehr intensiv die TBA von Kracher.

Topfenknödel - Der zarte Teig, die Butterbrösel mit ordentlich Substanz und der fruchtige Zwetschkenröster verstanden sich bestens. Diesmal die Nummer eins als Begleitung war die TBA von Kracher. Mit super Frucht und Fülle stellte sich der Madl-Sekt ein. Bei diesem Gang zeigte auch der Neumeister-Wein auf. Die TBA war auf Augenhöhe mit der Molligkeit des Knödels, brachte außerdem Frische und einen Hauch Exotik ein. Tadellos auch der Eiswein von Hammer, der viel Struktur bewies. Sehr charmant auch der Schilcher.

Apfelstrudel - Hauchdünner Teig und klassische Fülle mit feiner Saftigkeit zeichneten den Strudel aus. Für die Weine waren vor allem die Apfelaromen etwas selektiver. Der Traminer von Salomon war wieder sehr strukturgebend, hatte auch Kraft, Würze und unterstützende Fruchtaromatik anzubieten. Wieder sehr nett die Tschida-Auslese, eine harmonische und angenehm fruchtige Kombination. Wenn man Sekt wollte, war der Madl-Sekt die richtige Wahl. Die Weine mit mehr Restsüße konnten diesmal nicht punkten.

Powidltascherln - Die zarten Tascherln und der kompakte Powidl ergaben ein großartiges Gericht. Für den Sekt von Christina Hugl ideal, hier fühlte er sich bisher am wohlsten. Aber auch der Sekt von Christian Madl passte ausgezeichnet – ein echtes Sektgericht. Viel Grip bewies der Traminer vom Undhof. Die Weine danach konnten mit ihrer Restsüße keine Anknüpfungs-punkte finden.

Topfensoufflé - Ein locker-leichter Gang mit fluffiger Konsistenz. Frisch wieder der leichte Sekt, ausgezeichnet der Madl-Sekt mit viel Herzhaftigkeit. Harmonisch zeigte sich die Süße der Tschida-Auslese, auch mit Leichtfüßigkeit und Schlankheit im positiven Sinn. Seine Schmeichelfaserqualitäten spielte der Schilcher aus. Von den Weinen mit mehr Restsüße war der Eiswein mit Abstand der beste. Feine Honignoten untermalten den Gang gekonnt.

www.demel.com
Zurück