Die besten Veltliner und Rieslinge 2013

Die besten Veltliner und Rieslinge 2013

Die besten Grünen Veltliner & Rieslinge 2013


Jahrgang voll Fruchtspiel und Rasse: Unmittelbar auf die Hitze-Jahrgänge 2011 und 2012 folgend, bildete der spät startende und feucht-kühl ausklingende Weißweinjahrgang 2013 freudigen Kontrast zu seinen Vorgängern. Gut vier Jahre später stellte Vinaria viele der besten Grünen Veltliner und Rieslinge aus 2013 auf den Prüfstand – mit erfreulichem Ergebnis.
Von Anfang an wurde dieser Jahrgang mit großen Vorschusslorbeeren versehen, vor allem wegen seiner rassigen, zupackenden Säurestruktur und der glockenklaren Frucht. Mancherorts wurde der Jahrgang mit 2010 verglichen, aber auch Parallelen zum mittlerweile rundum als exzellent anerkannten Jahrgang 2007 wurden gezogen.

Selten rassige Veltliner - Vinarias Fünf-Jahre-danach-Verkostung hat die positiven Einschätzungen bestätigt. Dies gilt vor allem auch für den Grünen Veltliner, der ein breites Spitzenfeld zu bieten hatte. Im Prinzip haben sich die grünen Stars der arrivierten Betriebe aus dem Dreieck Wachau, Kremstal und Kamptal, vereinzelt dem Wagram, in den Vordergrund gestellt. Diese Weine sind wohl auch für die langfristige Lagerung als durchaus geeignet anzusehen.

Die meisten Premium-Veltliner haben den gewohnt kraftvollen Körperbau mit tiefer Frucht und feinrassiger Säure verbunden, die allerbesten Weine haben auch hohe Eleganz ins Glas gezaubert. Alles in allem war der Sortencharakter auch sehr schön ausgeprägt, ohne dass er jemals als zu intensiv oder laut empfunden wurde, sodass uns die Elite der grünen 2013er noch viele Jahre Trinkvergnügen bereiten wird.

Charmante Rieslinge -. Das markanteste Kennzeichen der Premium-Rieslinge 2013 war zweifellos das glockenklare, helle Fruchtspiel, das den ganzen Reigen von Wacholder, Minze, Birne, Pfirsich, Marille und Ananas abgedeckt hat. Viele der besten Weine waren ausgesprochen jugendlich, ja manchmal so reduktiv geartet, dass zumindest kurzes Dekantieren angeraten ist. Auch diese reduktiven Repräsentanten entwickelten sich aber im Glas relativ rasch und gaben dann zahlreiche Fruchtnuancen preis. Viele verfügten über auffallenden Tiefgang und schöne Extraktsüße.

Merkliche Reifeerscheinungen, die sich in den bekannten Leder- und Petroltönen äußerten, waren ebenfalls kaum zu konstatieren. Auch die besten Rieslinge haben sicherlich das Potenzial für die lange Reifung und werden sich wesentlich kontinuierlicher entwickeln als die anfangs erwähnten 2010er, sodass die Einstufung als bester Weißweinjahrgang seit 2007 ohne Zweifel gerechtfertigt ist; am nächsten sollten diesem Niveau die 2015er-, mitunter auch die 2012er-Weißweine kommen.

Die allermeisten Weine präsentieren sich noch sehr vital, manche sogar frisch. Auch konnten viele 2013er mit Eleganz, athletischem Körperbau und vor allem schöner Säurerasse überzeugen. Die erweiterte Spitzengruppe wurde überwiegend von Österreichs bekanntesten Winzern, vor allem aus Wachau, Kremstal, Kamptal und Wagram besetzt, wobei beim Grünen Veltliner mit Taubenschuss und Fidesser immerhin gleich zwei Vertreter des Weinviertels mitmischten.
 
Den Sieg beim Grünen Veltliner holte sich wieder einmal ein Wein aus der berühmten Kamptaler Lage Lamm – diesmal gelang es dem reichhaltigen, opulent-gelbfruchtigen und tiefgründigen Vertreter vom Weingut Schloss Gobelsburg. Mit kleinem Abstand dahinter platzierte sich der Feuersbrunner Spiegel von Bernhard Ott, der im bertiebsinternen Vergleich diesmal Rosenberg und Engabrunner Stein hinter sich ließ. Dahinter folgten mit Proidls Ehrenfels und Nigls Kirchenberg-Herzstück gleich zwei Vertreter aus Senftenberg. Punktegleich mit Letzterem war der erste Wachauer Vertreter: Schmelz mit „Best of Veltliner“.

Der erste Platz beim Riesling wie auch der Gesamtsieg gelang aber dem bekannten Weingut Knoll aus Unterloiben mit seiner Paradelage Dürnsteiner Schütt: Ein messerscharfer wie gebündelter und tiefgründiger Sortenvertreter, dessen Aromatik sich anfangs zögerlich, dann fast eruptiv ausbreitet und durch und durch begeistert. Ganz knapp dahinter platzierte sich der in seiner Jugend etwas ruppige und nun endlich erwachsen gewordene Steinmassel Reserve von Bründlmayer, der wiederum etwas vor Hirtzbergers tollem Singerriedel lag. Auch beim Riesling konnte Senftenberg in Gestalt von Nigls Pellingen Privat aufzeigen, und mit dem Weißen Marmor von Mayer am Pfarrplatz war auch Wien bestens vertreten.


Toplist 2013 (Auszug)

Grüner Veltliner
18,6 Weingut Schloss Gobelsburg | 2013 GV Ried Lamm KA-R
18,3 Bernhard Ott | 2013 GV Feuersbrunner Spiegel WG
18,0 Weingut Familie Proidl | 2013 GV Senftenberger Ehrenfels KR-R
17,6 Wein-Gut Nigl | 2013 GV Herzstück vom Kirchenberg KR-R
17,6 Weingut Schmelz | 2013 GV Best of Smaragd WA
17,3 Bernhard Ott | 2013 GV Feuersbrunner Rosenberg WG
17,1 FJ Gritsch Mauritiushof | 2013 GV Hochrain Smaragd WA
17,1 Weingut Hirtzberger | 2013 GV Honivogl Smaragd WA
16,8 Wolfgang Aigner | 2013 GV Privat Sandgrube KR-R
16,8 Weingut Knoll | 2013 GV Vinothekfüllung Smaragd WA
16,8 Erich Macherndl | 2013 GV For Friends Only Smaragd WA
16,8 Bernhard Ott | 2013 GV Engabrunner Stein
16,6 Fred Loimer | 2013 GV Spiegel KA-R

Riesling
18,7 Weingut Knoll | 2013 RI Dürnsteiner Schütt Smaragd WA
18,6 Weingut Bründlmayer | 2013 RI Langenloiser Steinmassel KA-R
18,2 Weingut Hirtzberger | 2013 RI Singerriedel Smaragd WA
18,0 Wein-Gut Nigl | 2013 RI Privat Pellingen KR-R
17,7 Mayer am Pfarrplatz | 2013 RI Nussberg Weißer Marmor WI
17,5 Birgit Eichinger | 2013 RI Zöbinger Gaisberg KA-R
17,5 Weingut Familie Proidl | 2013 RI Senftenberger Hochäcker KR-R
17,1 FJ Gritsch Mauritiushof | 2013 RI 1000-Eimerberg Smaragd WA
17,1 Weingut Salomon Undhof | 2013 RI Steiner Kögl KR-R
16,9 Weingut Jamek | 2013 RI Ried Klaus Smaragd WA
16,8 Johann Topf | 2013 RI Heiligenstein KA-R
16,7 Weingut Jurtschitsch | 2013 RI Zöbinger Heiligenstein Alte Reben KA-R
16,7 Weingut Weszeli | 2013 RI Seeberg KA-R
16,6 Weingut Schloss Gobelsburg | 2013 RI Tradition NÖ
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