Vinaria-Verkostung: Die besten Barolos 2013

Vinaria-Verkostung: Die besten Barolos 2013

Österreichs größte Verkostung: Die besten Barolos DOCG 2013:


Die Königsklasse: 82 Barolo 2013 DOCG hat Vinaria verkostet und bewertet, zieht ein sehr erfreuliches Resümee. Den Sieg teilen sich das von Giorgio Rivetti geführte Weingut „La Spinetta“ mit Brovia und Alfio Cavallotto. Österreichs größte Verkostung. Mit Barolo 2013 steht ein „klassischer“ Jahrgang an, der eine feinstrukturierte wie vielschichte Nebbiolo-Interpretation zulässt.

Feinkörnige Tannine und frische Frucht mit feinem Spannungsbogen kennzeichnen den Barolo 2013. Als klassischer Jahrgang wird er bezeichnet, der dem Nebbiolo die so wichtige Tannin-Reifungsphase ermöglichte und ihm eine hervorragende Lagerfähigkeit sichert. Unter den höchst bewerteten Weinen waren die Top-Barolo-Lagen (MGA) ebenso vertreten, wie die preisgünstigeren Basis-Baroli.

Unter den mittlerweile 350 Barolo-Erzeugern haben mit dem aktuell freigegebenen Jahrgang 2013 wieder eine Handvoll außergewöhnlicher Winzer mit der wahrscheinlich edelsten Traubesorte Italiens, dem Nebbiolo, Weine der allerfeinsten Art geschaffen. Selten hat ein Jahrgang der letzten Zeit - mit Ausnahme des exzellenten Jahrgangs 2010 - so überzeugt wie 2013. Warum? Weil der Klimaverlauf es den Winzern ermöglicht hat, sich voll und ganz der Sorteninterpretation im Wechselspiel mit den unterschiedlichen Terroirs zuzuwenden.

Wetter war 2013 nicht einfach - Geprägt von einem nassen Frühling und einen über den Sommer andauernden Pilzdruck (Peronospora) verbesserten sich die Bedingungen im Juni, sodass die Blüte zufriedenstellend verlief. Der warme August mit nicht übermäßig heißen Temperaturen ermöglichte eine stressfreie Traubenreifung. Der Spätherbst verlief trocken und ausgewogen mit entsprechend kühlen Nächten, was eine späte Ernte ermöglichte.

Für die Nebbiolo-Reben war dies ein idealer Klimaverlauf, um jene intakte Tanninstruktur ausbilden zu können, die für fein strukturierte und langlebige Baroli unabdingbar ist. Die Winzer waren, wie bereits 2012, durch ein permanentes Weingartenmanagement stark gefordert, da Pilzkrankheiten über die gesamte Vegetationsperiode auftraten und zudem setzte bei der Weinernte mitunter etwas Regen ein.

Örtliche Unterschiede - Die schwereren Böden aus Lehm, Kalk und Mergel prägen hier die Stilistik von etwas breit und offen wirkenden Weinen in der Jugendphase. Aber auch die Vorliebe vieler Winzer für einen klar deklarierten Barriqueeinsatz drängt – wie die aktuelle Jahrgangsverkostung wieder zeigte - die spezifische Lagencharakteristik in den Hintergrund. Die Weine aus Novello und Verduno sind erneut mit feiner Fruchtfrische und kompakter Struktur hervorgetreten (Elvio Cogno, Fratelli Giacosa). Die höher gelegenen Dörfer der Bassa Langa liefern kontinierlich auf breiter Qualitätsbasis kräftige und perfekt strukturierte Weine, und die Favoriten aus Serralunga d’Alba und Castiglione Falletto sind demnach in der Toplist zu finden.

Trio an der Spitze - Die Toplagen aus Castiglione Falletto, Serralunga d‘Alba und das etwas nördlich gelegenen Grinzane Cavour stellen heuer die Trias der Verkostungssieger mit jeweils beachtlichen 18,0 Punkten: namentlich Brovia, Alfio Cavallotto und das von der Familie Rivetti geführte Weingut „La Spinetta“. Besticht der MGA-Cru „Garretti“ von La Spinetta mit komplexer Fruchtausprägung, Eleganz und geschliffenen Tanninen im modernen Ausbaustil, so repräsentieren die beiden anderen Siegerweine, die auf älteren Kalkmergel-Böden gedeihen, einen traditionell-kräftigen Nebbiolo-Stil.

Nahtlos an die Jahrgangserfolge der letzten drei Jahre kann die Familie Brovia mit dem Paradewein „Brea Ca’Mia“ anschließen. Und der „Bricco Boschis“ von Alfio Cavallotto zählt immer zu den Fixstartern in der obersten Liga. Besonders positiv hervorgetreten - auch hinsichtlich des attraktiven Preises – ist erneut die Lagen-Serie von Guido Porro aus Serralunga d’Alba: „Lazzarisco“ besticht durch Dichte und Fülle und der unmittelbar neben Brea Ca’Mia liegende „Gianetto“ als die feinstrukturiertere Variation.

Fazit - Barolo 2013 wird als „Moderner Klassiker“ viel Vergnügen bereiten. Er ist kein Gigant wie der mit Gripp protzende 2010er, doch die großen Weine besitzen alle dieselben Anlagen dieses Jahrganges: spannungsvolle Substanz, Tiefe und Frische mit einem animierenden Kraft-Finesse-Spiel. Barolo 2013 ist geradezu geschaffen für Liebhaber klassisch gebauter Weine, die sich bereits in der Jugend öffnen, zugleich aber ein tolles Alterungspotential besitzen.


Toplist Barolo 2013 (Auszug)

18,0 La Spinetta, Barolo Garretti
18,0 Cavallotto, Barolo Bricco Boschis
18,0 Brovia, Barolo Brea Ca’Mia
17,9 Guido Porro, Barolo Lazzarisco
17,8 Oddero, Barolo Villero
17,7 Cordero die Montezemolo, Barolo Enrico VI
17,7 Bartolo Mascarello, Barolo
17,6 Alessandria, Barolo San Giovanni
17,6 Fratelli Giacosa, Barolo Bussia
17,6 Guido Porro, Barolo Gianetto
17,6 La Spinetta, Barolo Campè
17,5 Elvio Cogno, Barolo Cascina Nuova
17,5 Elvio Cogno, Barolo Ravera

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