D: Katzenjammer und Freude mit Gault&Millau

D: Katzenjammer und Freude mit Gault&Millau

Katzenjammer & Freude mit Gault&Millau Deutschland 2018


Freude bei den Altmeistern, Katzenjammer bei den Jungen. Im neuen Verlag wird der ehemals progressive Führer Gault&Millau Deutschland in der aktuell erschienenen Ausgabe 2018 noch konservativer. Das meint Gourmetkritiker Jürgen Dollase im Online-Portal „eat-drink-think“. Gault&Millau Deustchland erwählte den 3-Sterne-Chef Christian Bau (Victor’s Fine Dining by Christian Bau) zum Koch des Jahres.

Jürgen Dollase spielt auf den Verlagswechsel an, der nach Jahrzehnten in Deutschland über die Bühne gegangen ist und im Vorjahr viel Staub aufwirbelte. Der neue Verleger und Herausgeber ist der ZS Verlag, ausgestattet mit der Lizenz für Deutschland von der französischen GM-Zentrale. Kritiker Dollase: „Schon in den Anmerkungen zu den Geehrten deutet sich der Fortbestand typischer Eigenheiten an – wie etwa die schon allseits bekannte ultrakonservative „Dessertschwäche“ von Chefredakteurin Bröhm und ihr Hang zu einer – sagen wir: Küche der älteren Gourmetgeneration. Eine Antwort auf das nachlassende internationale Standing der deutschen Küche geben diese Bewertungen nicht.“

Die wichtigsten Ergebnisse im Detail - Die Spitze der 19,5-Punkte-Restaurants wächst um zwei Mitglieder auf nunmehr sieben. Neu sind Christian Bau (der auch Koch des Jahres ist) und Sven Elverfeld. Sowohl die „Schwarzwaldstube“ als auch „Sonnora“ behalten ihre Note. Bei den 19-Punkte-Restaurants gibt es keine weiteren Aufsteiger. Neu mit 18 Punkten sind Kevin Fehling vom „The Table“ in Hamburg, Dirk Hoberg vom „Ophelia“ in Konstanz (der auch „Aufsteiger des Jahres“ ist), Diethard Urbansky vom „Dallmayr“ in München und Nils Henkel in Geisenheim.

Neu mit 17 Punkten sind Lars Keiling vom „Keilings“ in Bad Bentheim, Christian Lohse vom „Fischers Fritz“ in Berlin, Christian Sturm-Willms vom „Yunico“ in Bonn, Pierre Nippkow von der „Ostseelounge“ in Dierhagen, Daniel Raub von der „Genießerstube“ in Friedland, Christian Richter vom „Perior“ in Leer, Philipp Stein vom „Favorite“ in Mainz, Peter Hagen vom „Ammolite“ in Rust, Boris Rommel vom „Le Cerf“ in Öhringen, René Klages vom „17fuffzig“ in Burg (der auch „Entdeckung des Jahres“ ist) und Maurice Kriegs von „Schuhbecks Fine Dining“ in München.

Unter den „jungen Talenten“ findet sich dann ein einziger Name der neuen Szene unter den Geehrten. Es ist Dylan Watson-Brawn vom „Ernst“ in Berlin (der mit 15 Punkten eingestuft wurde).
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