Österreichs beste Muskateller 2016

Österreichs beste Muskateller 2016

Österreichs beste Muskateller 2016

Im Jahrgang 2016 sind Duftexplosionen und aromatische Feuerwerke eher Mangelware, die Muskateller geben sich überwiegend dezent bis zurückhaltend, manche scheinen sogar fast ein aromatischer Schatten ihrer selbst zu sein. Doch entspricht das sensorische Ausdrucksbedürfnis der Sorte sowieso nicht immer den Erwartungen

Weniger von einer aromatischen Zurückhaltung im Vergleich zu anderen Jahren betroffen schienen die 2016 sehr stark vom Frost dezimierten Vertreter aus der Steiermark, von wo jedoch sowieso selten besonders laute Exemplare stammen.

Der wieder einmal etwas schräge und doch eigene Wetterverlauf im Jahr 2016 musste sich selbst beim fäulnisanfälligen Muskateller nicht unbedingt besonders negativ auswirken: Auf den warmen, trockenen Winter folgte ein feuchtes Frühjahr, dann gab es viel Niederschlag im Sommer, bis es schließlich in der letzten Augustwoche schön wurde, dafür nachhaltig. Es blieb überwiegend schön bis zum Ende der Ernte, also jene Phase, in der der dünnhäutige Aromatiker am meisten unter eventuell auftretender Nässe leidet.

Bereits bei den Vorverkostungen fiel die große qualitative Bandbreite im Jahrgang 2016 auf: Neben einer überschaubaren Spitzengruppe und einem soliden Mittelfeld gab es ungewöhnlich viele Vertreter, die zwar keine Fehler, dafür aber teils deutliche Mankos in Sachen Sortencharakter, Ausdruck, Körper, Fruchttiefe und/oder Ausgewogenheit aufwiesen.

Gehört ein eher schlanker Körperbau gerade bei den als Aperitif angelegten Vertretern quasi zur Job Description, so ist bei solchen Vertretern eine entsprechende Balance der Einzelkomponenten umso wichtiger. Außerdem ist die Grenze zwischen schlank und dünn fließend.

Dass die physiologische Reife 2016 umgesetzt werden konnte, zeigen nicht nur die top-platzierten Weine, sondern auch das Mittelfeld der eingereichten Muskateller. Mehrfach wurden Ausdünnen und Selektion als wesentliche Faktoren angeführt, zusätzlich wurde vor allem auch angemerkt, dass eben in jenen Muskateller-Weingärten, die wegen penibler Pflege in optimalem Zustand waren, eine spätere Lese dank des fast makellosen Wetters im Spätsommer und Frühherbst möglich und vor allem erfolgversprechend war.

Gestaffelte Spitze - Einsame Spitze war heuer der Muskateller Hartberg von Franz-Josef Gritsch aus Spitz in der Wachau, der sich dank seines Wechselspiels aus reichhaltigem Fruchtfond und anregend-knackigem Säurebiss klar durchsetzte: Er bietet jugendlichen Trinkgenuss auf hohem Niveau, besitzt aber auch noch Potenzial, um weiter zuzulegen. Gleich zweimal in die Topliste eintragen konnte sich Karl Steininger aus Langenlois, der sowohl mit dem etwas samtigeren, volleren Vertreter aus Gelber und Roter Muskateller wie auch mit dem ungemein pikanten und gebündelten Muskateller punktete.

Zwischen den beiden Steininger-Weinen platzierte sich das bereits vielfach bei Landesweinkosten erfolgreiche Aufsteigerweingut Schmölzer aus dem steirischen Sausal, dessen „Classic“ mit Tropenfrucht und straffem Gaumenauftritt überzeugte. Ein ganz anderer Typ kam von Niki Windisch aus dem Weinviertel: Muskateller Satz mit wunderbarem Holzeintrag – ein Wein mit erstaunlichem Entwicklungspotenzial, der am zweiten Tag noch besser mundete. Knapp dahinter konnten sich die Muskateller-Spezialisten der WeingüterTement (Südsteiermark) mit zwei Weinen und Taferner aus Göttlesbrunn (Carnuntum) vor dem Kamptaler Engelbrecht und Krispel aus dem steirischen Vulkanland platzieren.



Toplist Muskateller 2016 (Auszug)

16,8 FJ Gritsch – Mauritiushof | 2016 Muskateller Hartberg
16,5 Weingut Steininger | 2016 Muskateller
16,4 Weingut Schmölzer | 2016 Gelber Muskateller Classic
16,2 Weingut Steininger | 2016 Gelber und Roter Muskateller
16,1 Niki Windisch | 2016 Gelber Muskateller Ried Satz Privat
16,0 Weingut Tement | 2016 Gelber Muskateller Ried Hochkittenberg
15,8 Weingut Taferner | 2016 Gelber Muskateller
15,8 Weingut Tement | 2016 Gelber Muskateller Ried Steinbach
15,7 Weingärtnerei Engelbrecht | 2016 Gelber Muskateller Riede Am Berg
15,7 Weingut Krispel | 2016 Gelber Muskateller Stradener Rosenberg
15,5 Winzerhof Schober | 2016 Muskateller
15,5 Skoff Original | 2016 Gelber Muskateller
15,5 Thomas Strohmaier | 2016 Gelber Muskateller WS
15,5 Wannemacher | 2016 Gelber Muskateller



Best Buy Muskateller 2016 (Auszug)

15,5 Winzerhof Schober | 2016 Muskateller € 6,30
15,3 Weingut Frühwirth | 2016 Gelber Muskateller € 8,–
15,3 Richard Walzer | 2016 Gelber Muskateller Krems € 7,50
15,2 Weingut Lustig | 2016 Gelber Muskateller € 7,50
15,2 Franz Weilinger-Lowatschek | 2016 Gelber Muskateller € 5,50
15,0 Weingut Blaha | 2016 Gelber Muskateller Riede Reipersberg € 5,80
15,0 Winzerhof Heinz Fink | 2016 Gelber Muskateller Ried Spickenberg € 6,–
15,0 Johannes Strudler | 2016 Muskat-Ottonel € 5,80
14,9 Norbert Bauer | 2016 Gelber Muskateller Hasenecken € 7,50
14,9 Gerhard Deim | 2016 Muskateller € 6,50
14,9 Weingut Greil | 2016 Gelber Muskateller € 7,60
14,9 Manfred Gruber | 2016 Gelber Muskateller Ried Kreuzerberg € 6,80


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